FELIX POV
Ich wache auf, weil ich das Gefühl habe neben einer Heizung zu schlafen. Mias Arm liegt über meiner Hüfte und sie drückt sich richtig in meinen Rücken. Gleichzeitig merke ich wie ich versuche an gestern Abend zu denken, aber absolut kein Bild oder eine Unterhaltung kommt zustande. ‚So viel hab ich doch gar nicht getrunken und warum hab ich noch mein Shirt an?' schaue ich an mir herunter und mich beschleicht das Gefühl, dass irgendwas so gar nicht stimmt.
Je wacher ich werde, desto mehr schwammige Erinnerung tauchen vor meinem geistigen Auge auf. Mia wie sie mit Lena in die Bar kommt, ein paar Gesprächsfetzen mit den Jungs und wie Mia von einem Typen an der Bar angesprochen wird - danach Fehlanzeige. „Das kann es doch nicht gewesen sein?" murmel ich und merke nicht wie meine Freundin hinter mir langsam erwacht. Erst als sich ihre Wärme etwas von mir entfernt, schaue ich hinter mich. „Hey. Wie geht's dir?" schaut sie mich mit leicht besorgtem Blick an. „Ich hab einen Filmriss vom Feinsten. So viel hab ich doch gestern nicht getrunken, oder?" und Mias Blick wird leicht glasig. „Was ist los?" „Kannst du dich an gar nix erinnern?" Ich schüttel meinen Kopf. Ich sehe wie sie sich aufsetzt und die Decke unter ihr Kinn zieht. „Was ist passiert?" „Du wurdest von Jess unter K.O Tropfen gesetzt." murmelt sie und schaut mich an.
„Was? Mia... Wie viel hast du getrunken?" lache ich und sehe wie ihr die Tränen in die Augen steigen. „Denkst du wirklich ich denk mir sowas aus. Ich hab dich nach Hause gebracht – allein." „Wie soll sie das gemacht haben?" „Woher soll ich das wissen?" wischt sie sich die Tränen aus dem Gesicht und so langsam beschleicht mich ein komisches Gefühl. „Mia. Schau mich an." Sie schüttelt mit dem Kopf und schlüpft bevor ich sie erreichen kann aus dem Bett. „Mia rede mit mir." laufe ich ihr hinterher und in der Küche hält sie mir eine Scherbe hin. „Lies vor." „Rohypnol." und langsam merke ich, dass alles gar kein Scherz von ihr war.
„Erzähl es mir." „Setz dich hin." und sie schiebt mich auf die Couch, legt eine Decke um mich und setzt sich mir gegenüber. Als sie beginnt zu erzählen, kann ich ihr erst nicht glauben, aber es hört sich trotzdem immer mehr nach Jess oder sogar Ali an. „Wir müssen sie anzeigen." „Wie denn? Das Zeug ist aus deinem Körper raus. Ich konnte die Polizei nicht rufen. Du warst nicht du selbst und als du geschlafen hast. Ich wusste nicht mal wie du reagierst Heute." merke ich wie verwirrt auch sie ist. Ich ziehe sie in meine Arme und lege die Decke über uns.
„Warst du eifersüchtig?" „Ich finde es nicht witzig." „Warst du es?" „Nein." und ihre Antwort verwirrt mich. „Warum nicht?" „Weil du dort standest, als würde dir gleich sonst was passieren und ich gemerkt habe, dass was nicht stimmt. Nenn es Intuition. Wir sollten uns fertig machen." „Ich sag das Treffen mit meinem Vater ab." Sie schüttel mit ihrem Kopf. „Nein. Wir verschieben das nicht." „Ich erzähl es ihm nicht, dass mir das passiert ist." „Musst du auch nicht, aber ihr habt euch auch schon lang nicht mehr gesehen und ich hab Hunger." windet sie sich aus meinem Griff.
Ich höre wie sie im Bad den Wasserhahn aufdreht und wenig später mit ihrer Zahnbürste im Wohnzimmer erscheint. „Ich küsse dich erst, wenn du Zähne geputzt hast." höre ich sie nuscheln und dann verschwindet sie wieder. Angefixt von ihrer Aussage stehe ich auf und folge ihr ins Bad. Als sie fertig ist, lehnt sie sich an meinen Rücken, umgreift mit ihren Armen meine Hüfte. „Was ist los?" „Ich hoffe das wir nicht noch schlimmer getroffen werden." „Warum?" „Ich hab Jess gestern provoziert und ihr vielleicht auch gedroht." schaut sie von meiner Schulter auf und unsere Blicke treffen sich im Spiegel. „So lang wir uns einig sind, ist doch alles gut, oder?" „Ja, ich wollte es dir nur sagen." küsst sie meine Schulter und lässt mich los. „Ich geh mich umziehen und dann fahren wir los?" „Warte." ziehe ich sie an mich und bekomme noch einen Kuss.
---
Mia fährt uns zu dem Date mit meinem Vater und ich sehe wie ihre Finger nervös auf das Lenkrad trommeln. „Du musst nicht nervös sein." „Ja klar. Eigentlich dachte ich, dass ein Abschuss helfen könnte, aber irgendwie auch wieder nicht." „Ach komm. Fränki kennst du schon und die anderen auch. Die werden dir schon nicht den Kopf abreisen." „Erwarte nicht, dass ich dir das dann auch sage." steigt sie aus dem Wagen und wir gehen auf mein ehemaliges zu Hause zu.
DU LIEST GERADE
Blaue Stunde
FanficDie Blaue Stunde ist ein physikalisches Phänomen in der Abenddämmerung. In dieser knappen Stunde nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit ist der Himmel schon tiefblau gefärbt, die Umgebung aber noch vom Restlicht erhellt. Wenn sich Tag...
