Jungkook POV:
Taehyung wollte mir wirklich helfen.
Mein Tag hatte so schon schlimm genug angefangen, da ich Jimin vor dem Frühstück unbemerkt zurück zu seinem Zimmer bringen musste und er das ganz und gar nicht gut fand, da er gerade verständlicherweise nicht allein sein wollte.
Und jetzt saß ich hier vor meinem Therapeuten und hatte tatsächlich erreicht dass es eine kleine Chance für Yoongi geben könnte.
„Jungkook... Das war noch nicht alles, oder?Ich seh doch dass dich noch etwas anderes beschäftigt..."
Meine gute Laune verschwand schlagartig wieder so schnell wie sie gekommen war, als mich Taehyung mit diesen Worten nun wieder mal besorgt ansah.
Wie konnte er denn immer wissen wenn ich ihm nicht alles erzählt hatte?
Ich seufzte leise und biss mir auf die Unterlippe.
Was sollte ich ihm denn jetzt darauf antworten?
„Ich wäre lieber gar nicht hier, weil ich es leid bin von dieser ganzen Trauer und dem Leid hier drin umzingelt zu sein und Stück für Stück von dieser schwarzen, beängstigenden Finsternis verschlungen zu werden. Niemand kann mich da mehr rausholen, also hör auf zu fragen wie es mir geht, denn du wirst nie die Antwort hören die du möchtest."
Das war die Wahrheit, die ich ihm einfach nicht sagen konnte.
„Ach das... Jimin hat mich nur die halbe Nacht lang noch wach gehalten und hat mit mir über Yoongi geredet. Deswegen bin ich etwas müde und kann nicht aufhören daran zu denken..." sagte ich ihm also stattdessen, was er mir zu glauben schien, da es für diese Situation ziemlich plausibel klang.
„Ruh dich heute aus, Jungkook. Ich kümmere mich schon um die Schlüssel, okay?"
Er zeigte mir sein niedliches Kastenlächeln und ließ mich dann gehen.
Tatsächlich war ich ziemlich müde, doch ich wollte nicht zurück auf mein Zimmer gehen.
Also ging ich raus zu dem Kirschblütenbaum, um mich auf die Bank dort zu setzen.
Ich brauchte gerade einfach eine Minute Ruhe.
Zumindest bis mich eine Pflegerin hier fand und ich wieder in mein Zimmer musste.
Ich durfte nichtmal in den Fernsehraum, wie man ihn nannte, da wir dort den einzigen Fernseher in der Klinik hatten, da ich dies nur für eine Stunde an einem Samstag durfte und es war heute ein Donnerstag.
Ausnahmen waren sonst Fernsehabende, die einmal im Monat an einem Sonntag stattfanden.
Heute Mittag versteckte sich die Sonne noch etwas hinter den Wolken und es war gerade etwas kühl.
Ich atmete einmal die frische Luft ein und versuchte meine Gedanken etwas zu ordnen.
Was machte mein Leben lebenswert?
Ich sah einem Schmetterling zu wie er an meinen Füßen vorbei flog und sich schließlich auf einen Lavendelbusch niederließ.
Freiheit.
Freiheit würde mein Leben lebenswert machen.
Jetzt gerade fiel mir nichts ein was es momentan lebenswert machte, da ich hier eingesperrt war und nicht weg konnte.
Meine Gedanken engten mich ein.
Die kühlen Wände der Klinik engten mich ein.
Die Stimmung hier engte mich ein.
Alles engte mich ein.
Wenn ich doch nur Flügel hätte, wie dieser kleine, unschuldige Schmetterling.
Dann könnte ich hinfliegen, wohin auch immer ich wollte und würde mich endlich frei fühlen.
Frei von meinen Gedanken.
Frei von den kühlen Wänden der Klinik.
Frei von der Stimmung hier.
Frei von allem.
Einsamkeit war echt grausam zu einem...
Ich sah dem Schmetterling zu wie er von dem Lavendelbusch in den Himmel empor flog und fühlte mich etwas besser.
Ich war zwar hier gefangen, aber ich durfte nicht vergessen dass soetwas wie Frieden irgendwo auf der Welt noch existierte.
Auch wenn es in der Klinik keinen Frieden gab...
Ein kleines Zwischenkapitel in dem Jungkook über den Sinn des Lebens nachdenkt oder so...
Idk, ist mir gerade einfach spontan eingefallen.
See ya!:33
Emi~
P.S.: Ich bin gerade ziemlich müde, also hoffe ich dass das hier alles irgendwie Sinn macht ;^;
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My therapist {Vkook<3}
FanfictionIch war ja auch einfach nur niemand, ein Nichts in dieser grauen, trostlosen Welt ohne Licht und Liebe. Alles was mir blieb war auf den Tag zu warten, an dem ich mir endlich das Leben nehmen würde. {Triggerwarnung!!!}
