POV Raphael:
Ich muss mich verhört haben. Ja eindeutig. Es kann... nein es kann einfach nicht stimmen. Ich halte inne. Ich denke. Japan. Tokyo. Dieses Kleid. Dieser wahnsinnig gute Sex. Die Verhütung. Moment. Halt. Stopp. Da war keine Verhütung. Ich habe nicht verhütet. Ich hatte jahrelang viel bedeutungslosen Sex mit einer Reihe an bedeutungslosen Frauen. Sehr viel Sex. Vielleicht mehr Sex als überhaupt normal, beziehungsweise gesund ist. Jedenfalls habe ich fünf Jahre lang die verschiedensten Frauen flachgelegt und ich habe nicht einmal, nicht ein einziges Mal auf die Verhütung vergessen. Nie. Niemals. Doch in Japan, beim Sex mit Lou, da habe ich kein Kondom benutzt. Ich hatte nicht mal welche dabei, obwohl die früher zu meiner Standartausrüstung gezählt haben. Man weiß ja nicht was man sich möglicherweise einfangt beim Sex mit irgendwelchen daher gelaufenen Bettgeschichten. Der Sex mit ihr kam unerwartet. Unerwartet, schnell und leidenschaftlich. Ich rechne in meinem Kopf ein paar Wochen zurück. Es kommt hin. Ich habe mich nicht verhört. Es geht sich wirklich aus.
„Raphael?", Lous Stimme ist nicht mehr als ein Flüstern. Tränen kullern über ihre Wange. Ich schweige wohl schon zu lange. Hab zu viel darüber nachgedacht. Doch in all meinen Überlegungen habe ich nicht eine einzige Sekunde daran gezweifelt wie es sich anfühlt. Surreal. Aber wunderschön. Eine Träne rollt mir über die Wange. „Wirklich?", frage ich leise. Sie nickt stumm. Immer noch kullern ihr Tränen über die Wange. „Es tut mir Leid Raf. Ich weiß, so war das nicht geplant. Es war dumm von mir. Ich hätte dich warnen sollen. Dir sagen sollen, dass ich die Pille nicht nehme. Nicht mehr nehme. Wie auch immer. Egal. Es tut mir leid. Ich packe meine Taschen bin in einer halben Stunde weg", schluchzt sie. Ich kann ihren Redeschwall nun endlich mit meiner erhobenen Hand beenden. „Es tut dir leid? Was tut dir denn leid?", frage ich sie und hebe eine Augenbraue. Sie hält in ihrer Bewegung inne und mustert mich. Nun erscheint ein Lächeln auf meinen Lippen. Aber kein gequältes, aufgezwungenes Lächeln wie bei meinem Geschäftstermin heute, nein ein ehrliches, echtes, glückliches Lächeln. „Dir muss nichts leidtun. Natürlich ist das vielleicht nicht wie geplant, aber du machst mir das größte Geschenk, dass mir jemals jemand gemacht hat. Weißt du eigentlich, dass ich mir schon immer eine eigene Familie gewünscht habe? Weißt du eigentlich, dass ich ziemlich neidisch auf meine Schwester war, als ich von ihrer Schwangerschaft erfahren habe? Seit Jahren wünsche ich mir eine eigene Familie. Als Kira starb, sah ich diesen Traum auf Lebenszeit zerplatzen. Und nun stolperst du in mein Leben, im wahrsten Sinne des Wortes, und machst mir dieses unfassbar schöne Geschenk" Ich werde sentimental auch wenn ich es gar nicht will. Aber immer wieder kullern mir ein paar Freudentränen über die Wange.
Sie mustert mich erstaunt. „Du freust dich?", fragt sie. „Mich freuen? Ich bin überglücklich. Ich könnte gerade nicht glücklicher sein", spreche ich aus was ich mir denke. Sie sieht mich an. „Wir sind erst seit zwei Tagen offiziell liiert. Ich dachte du wirst ausflippen", gibt sie ehrlich zu. Und wer kann ihr das verübeln? Ich habe mich speziell in den ersten Wochen in denen wir uns kennen gelernt haben sehr oft sehr ungut ihr gegenüber verhalten. Wie sollte sie wissen, dass ich auf dieses kleine Würmchen nicht auch so reagieren würde? Oder ihr womöglich vorwerfen würde, sie wäre schwanger von ihrem Ex und würde es mir nur unterjubeln wollen. So wie ich mich ihr gegenüber oft benommen habe, bin ich weder überrascht noch verletzt, dass sie dachte ich schmeiße sie raus. Ich nicke. „Ich weiß. Und das verdiene ich auch. Ich war nicht gerade gut zu dir. Besonders in den ersten Wochen in denen wir uns kannten. Aber sei dir eins sicher. Egal wie lange wir zusammen sind, egal ob wir für immer zusammen bleiben oder nicht. Wenn du mein Kind unter deinem Herzen trägst, wirst du für immer Platz in meinem Herzen haben. Und dieser kleine Mensch in dir, dieser kleine Mensch wird für immer eine wichtige Rolle in meinem Leben haben. Ich würde niemals nicht für mein Kind da sein wollen. Egal ob nun finanziell oder als Papa. Ich würde es niemals ablehnen. Egal was passiert", sage ich wahrheitsgemäß. Und so ist es auch. Niemals würde ich mir die Chance nehmen lassen, Vater für mein Kind zu sein. Viel zu sehr habe ich mir immer eigene Kinder gewünscht.
Ich strecke schließlich meine Arme aus und ziehe sie endlich an mich. Sie betet ihren Kopf auf meiner Brust. „Und außerdem, wenn wir ehrlich sind, sind wir schon länger zusammen. Ich war nur immer zu schwer vom Begriff um es mir endlich einzugestehen. Diese Gefühle waren von Anfang an da", gestehe ich ihr schließlich. Sie sieht mich aus ihren sanften Augen an. „Danke Raf", flüstert sie und ich gebe ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich sage Danke", erwidere ich ebenso leise. Wir verharren eine Weile in der Position. „Wir werden also Eltern", stelle ich irgendwann das offensichtliche nochmal fest. Ich kann es einfach nicht fassen. Kann mein Glück nicht fassen. Sie nickt. „Babsi hat mir einen Termin bei ihrem Arzt verschafft... Ist halt ein Privatarzt", lasse ich ihn wissen. Er nickt. „Kein Problem. Geld spielt keine Rolle. Er ist wohl einer der Besten in seinem Gebiet", sage ich und lege zärtlich meine Hand an ihren Bauch. „Und ich werde mich darum kümmern, dich auch demnächst privat versichern zu lassen", lasse ich sie wissen. „Das ist nicht nötig Raf. Außerdem kann ich mir das nicht leisten" Ich schüttle den Kopf und sehe sie an. „Geld spielt keine Rolle. Und du denkst wohl nicht etwa du musst selbst dafür bezahlen?", frage ich sie und mustere sie. Sie öffnet ihren Mund, vermutlich um zu widersprechen, doch schließt ihn wieder als die Tür zum Bad aufgeht.
Babsis braune Locken erscheinen in meinem Blickfeld. „Sorry. Ich wollte euch nicht stören. Ich muss bloß schon wieder Pipi. Das kleine Würmchen drückt auf meine Blase", sagt sie entschuldigend und wir beginnen alle drei zu kichern. Losgelöst. Entspannt. Schön. Einfach nur schön. Lou geht schließlich zurück an den Esstisch und ich bedeute meiner Schwester mit dem Kopf zu mir ins Schlafzimmer zu kommen. Zu Lou sage ich, dass ich gleich nachkomme. Kurze Zeit später kommt mein Schwesterherz zu mir ins Zimmer. „Du wusstest es oder?", frage ich sie und kann einfach nicht anders als zu Lächeln. Sie nickt. „Ja ich wusste Bescheid", gibt sie zu. „Komm her" Ich klopfe neben mich auf das Bett und Babsi lässt sich sinken. Ich lege meinen Arm um sie. Eine Hand an ihren Babybauch. „Du bist glücklich nicht?", fragt sie mich. Ich nicke eifrig. „Ich kann es kaum erwarten. Unsere Kinder werden zusammen aufwachsen", stelle ich erneut etwas zu sentimental für meinen Geschmack fest. Sie betet ihren Kopf auf meiner Schulter. „Das werden sie" „Sie werden sich lieb haben.", sage ich fest. „Da bist du dir aber sehr sicher", gibt Babsi kichernd zurück. „Sie werden sich lieb haben, weil sie von ihrer Mama und ihrem Papa nichts anderes lernen. Sie werden in einer so liebevollen Umgebung aufwachsen. Sie werden lernen was es heißt für seine Familie da zu sein" Ich mache eine kurze Pause. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich spüre den Kloß in meinem Hals. Ich drohe zu sentimental zu werden, aber ich kann jetzt auch nicht einfach aufhören.
„Deine Tochter. Sie wird von der besten lernen. Sie wird von dir lernen, wie man bedingungslos liebt und alles für die Liebe aufgibt und tut. Und damit meine ich nicht nur die Liebe zwischen Mann und Frau sondern vor allem die Liebe innerhalb der Familie. Du hast alles für mich getan. Jahrelang. Du bist immer für mich da. Du bist das größte Geschenk das Mama und Papa mir gemacht haben. Danke dir für alles kleine Schwester", sage ich leise und tatsächlich bahnt sich eine Träne ihren Weg über meine Wange bis sie schließlich ins seidig weiche Haar meiner kleinen Schwester tropft. Auch mein Shirt wird kurze Zeit später feucht und ein leises Schluchzen ertönt. „Blöde Hormone", kichert Babsi. „Ich hab dich lieb großer Bruder. Das weißt du auch. Unsere Kinder haben die perfekte Umgebung aufzuwachsen. Du wirst der beste Papa und Patenonkel werden", sagt sie und schenkt mir ein bezauberndes Lächeln. Ich erwidere ihr Lächeln. Eine Weile verharren in dieser Position, bis wir beschließen besser wieder zu den anderen zu gehen. Als wir uns erheben sage ich noch: „Ich hab dich auch lieb kleine Schwester"
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So ihr lieben. Ausnahmsweise mal ein harmonisches Kapitel. Ohne viel Drama und vor allem ohne einen so miesen Cut. Hoffe es gefällt euch trotzdem :)
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Raf Camora FF// Louisiana
FanfictionAuszug: "Und dann kommt da dieser perfekte, schwarze Ferrari um die Ecke. Ich bin für eine Sekunde unfassbar froh, dass wir vor einer Hauseinfahrt stehen und das Auto daher nicht allzu schnell unterwegs war, als Marius mich geschubst hat. Ich lande...
