feel it - michele morrone
Mir war nicht bewusst gewesen seit wann ich mit mit Henry in einer Beziehung befand, doch ich ging einfach mal mit der Ausrede mit. Ich wollte Jona einmal zeigen, dass ich etwas Besseres gefunden habe und auch ohne ihn im Leben klar komme.
Dabei war mir ziemlich egal, dass wir hier gerade herum logen und die Tatsachen verdrehten.
Ich konnte nicht anders als zu grinsen und griff vorsichtig nach der Hand von Henry. Er war meine Rettung. Vor nicht allzu langer Zeit hätten wir wohl nie über diesen Streit hinweg gesehen und uns einfach stur ignoriert, aber ich bin froh, dass es nicht so ist. Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass er überhaupt hergekommen ist. Ich hatte sein Ego sicherlich verletzt mit diesem fremden Typen und dann mit der Aussage, dass ich angeblich einen Freund habe. Trotzdem ist Henry hierher gekommen.
"Aha. Interessant", kam es von Jona zurück, welcher skeptisch schien. Mir kam es vor als wüsste er mehr als er vorgibt zu wissen. Eigentlich gibt er ja garnichts vor. Er sollte eigentlich nichts wissen, aber sein Gesicht schien unüberrascht.
Dagegen sah Shaun schon anders aus. Er starrte Henry und mich an. Sein Blick wechselte von uns hin und her. Immer wieder schien er zu schauen, ob die Aussage von Henry denn auch so zu unterschreiben sei.
"Ich kann es nicht fassen. Ich- wow. Ihr habt es endlich geschafft. Ich dachte schon, dass ihr euch für immer in eurer 'Freundschaft mit gewissen Vorzügen ohne die Freundschaft' Phase aufhalten werdet. Aber wow. Das müssen wir heute Abend feiern." Der Dunkelhaarige schien ganz außer sich. Ich sah hoch zu Henry. Auf seinen Lippen lag ein leichtes Grinsen und er verstärkte den Händedruck sanft.
"Oh nein. Ich habe immer noch einen absoluten Kater von gestern Abend", lehnte ich die Idee ab heute Abend feiern zu gehen. Viel lieber wollte ich mich einmal mit Henry aussprechen. Wir hatten definitiv Klärungsbedarf und sollten unsere Scheiße auch mal vernünftig ausbaden. Hauptsächlich hatte ich in letzter Zeit Mist gebaut, aber naja. Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Lucie kam aus dem Haus heraus und bemerkte die Spannung. Teilweise lag Freude in der Luft und teilweise merkte ich förmlich die Mordlust von Jona's Seite aus. Er sah aus als würde er Henry gleich an die Kehle springen wollen. Tatsächlich würde ich ihm das sogar zutrauen einfach einen Kampf zu starten, obwohl das Recht sicher nicht auf seiner Seite lag. Er hat seine Chance damals eindeutig verspielt und dieser Tatsache sollte er sich bewusst sein. Ich wäre nicht noch einmal so dumm ihm zu vertrauen.
"Oh wow. Was ist denn hier los?"
"Henry und Leya sind ein Paar und wir wussten von nichts", sagte Shaun direkt und schon hörte ich das Laute quietschen von meiner besten Freundin. Oh Gott. Es wurde gerade einfach nur unangenehm für mich, aber das war ihr ja egal.
Schwach zwang ich mir ein Lächeln auf die Lippen. Ich war eigentlich viel zu müde, um jetzt irgendwas zu unternehmen.
Ein Schnauben bekam unser aller Aufmerksamkeit. Jona starrte auf sein Handy und schrieb jemanden, aber schien mehr als nur angespannt und unzufrieden.
"Sorry, Leute. Ich würde euch ja alle gerne näher kennenlernen, aber leider hab ich ein kleines Problem zu klären. Schade, dass ich die frische Liebe nicht mitfeiern kann", sagte er und umarmte dann Lucie. Kurz spielte das Schwein offensichtlich auch mit dem Gedanken mich zu umarmen, aber entschied sich am Ende dagegen.
Henry schenkte ihm einen so kalten Blick, dass auch mir das Blut in den Adern gefror als ich ihn nur kurz ansah.
Zu meinem Glück verschwand Jona schnell und direkt wurde die Stimmung wieder lockerer. Gleichzeitig ließ Henry meine Hand los und grüßte Shaun erstmal richtig. Würden wir die Lüge jetzt einfach fortsetzen?
"Also seit wann seid ihr ein Paar?", fragte Lucie die Frage, die er und ich uns wohl auch zu stellen schien. Irgendwo wollte ich, dass wir die Lüge weiterspielten. Der Gedanke klang für mich garnicht so schlecht wie ich vielleicht vor paar Wochen gedacht hätte.
"Garnicht. War nur eine Lüge. Dieser Jona ist mir halt unsympathisch."
Henry sagte das so trocken, dass es schon beinahe wehtat. Nein, es tat sogar weh. Das 'beinahe' war unnötig gewesen.
Ich schluckte leicht und nickte. Wenigstens sagte er nichts über meine Alpträume und damit die genauen Gründe wieso Jona ihm unsympathisch war. Schnell setzte ich ein Lächeln auf, auch wenn es mich irgendwie verletzte. Doch ich schätze, daß habe ich verdient. Außerdem ist mein Schmerz unbegründet. Wir lieben uns nicht und haben gesagt, dass es nur unverbindlichen Sex zwischen uns gibt. Nicht mehr oder weniger.
Unsere beiden Freunde verzogen ihre Miene schlecht gelaunt und stiegen ohne etwas zu sagen in Shaun's Auto ein. Offensichtlich waren die zwei jetzt doch sauer auf uns.
Etwas hilflos starrte ich nun Henry an, als würde er irgendeine Lösung kennen.
"Ich habe keinen Freund. Das war nur eine Ausrede und ich kann dir garnicht sagen wieso ich das gesagt habe. Es war dumm von mir, entschuldige."
Ich biss mir auf die Unterlippe. Während Shaun und Lucie beschlossen schon einmal zu unserem Standardcafé zu fahren, blieb ich hier mit Henry stehen.
Er drehte sich zu mir herum und musterte mich einmal von oben.
"Okay."
"Okay?"
"Ja, okay."
Blondie kam wieder näher zu mir heran und strich mir eine Strähne hinter das Ohr. Ich merkte direkt wie sich mein Atem beschleunigte und mein Herz begann zu flattern. Nein, bitte nicht. Keine Gefühle. Ach man. Nein. Ich will das nicht einsehen.
Seine Augen bohrten sich gefühlt in meine Seele und ich dachte für einen Moment in ihnen so etwas wie Gefühle sehen zu können. Solche Gefühle, die ich für ihn habe.
Was? Warte. Habe ich gerade selber zugegeben auf ihn zu stehen?
In meinem Kopf begann eine Diskussion, welche die Stille zwischen ihm und mir gerade ausfüllte.
"Hättest du denn gerne einen?"
Perplex blinzelte ich und wusste im ersten Moment garnicht wovon Henry redete. Ich hatte schon längst wieder vergessen was Sache war.
"Was?"
"Einen Freund. Hättest du gerne einen Freund?"
Was antwortet man denn auf so eine Frage? Was soll ich bitte sagen? An sich möchte ich doch keine Beziehung haben, außer mit diesem einen Kerl vor mir. Aber mir war nicht klar wie ich das jetzt genau ausdrücken sollte.
Dennoch sollte ich wohl lieber ehrlich sein. Mit ihm und mit mir. In weiteren Sekunden sammelte ich allen Mut zusammen, den ich gerade finden konnte. All die Jahre über habe ich mich durch das Leben hindurch gelogen und bin der nackten Wahrheit oft aus dem Weg gegangen, dass ich mich nur durch die halbe Weltbevölkerung ficke, weil ich anders das Gefühl hatte keine Liebe zu erlangen. Dabei habe ich mich eigentlich nur nach der richtigen Zuneigung gesehnt. Nicht nur nach der sexuellen.
"W-we-nn du der Freund wärst...dann- ja. Sonst- nein.", murmelte ich leise.
A/N:
hi :)
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Playgirl
Ficção Adolescente❝I feel your nails in my back❞ Leya Mawson kommt zu jeder Party. Bei ihr kann Mann nur eine Sache erlangen: Sex. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden und meldet sich bei ihren One Night Stands nie wieder. Sie hat keine Lust auf eine feste Bindung...
