Kapitel 27

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"Kannst du mir mal verraten, wo du jetzt her kommst?!", ging sie Stephan sofort an, der sich jedoch unbeeindruckt zeigte. Er zog zunächst seine Jacke aus und hänge sie an die Garderobe, ehe er einfach an Melanie vorbei in die Küche ging. Diese konnte nicht fassen, dass er sie einfach so gleichgültig behandelte und das auf sich sitzen lassen wollte sie definitiv auch nicht, weshalb sie Stephan sofort folgte.
"Ich hab dich was gefragt!", rief Melanie aufgebracht, wovon Stephan sich allerdings auch nicht aus der Ruhe bringen ließ. Er hatte eingesehen, dass es keinen Sinn hatte, zu streiten. Auf keinen Fall wollte er sich auf ihr Niveau begeben, das würde nichts bringen. Natürlich wollte der Beamte es endlich klären, jedoch auf eine Weise, die sich schon so oft für ihn bewährt hatte. Sachlich und bestimmt wollte er es angehen und sich auf keinen Fall dazu verleiten lassen, ebenfalls die Stimme zu erheben.
"Ich habe dich auch gehört, Melanie. Und zwar laut und deutlich. Allerdings würde ich dich bitten, mich nicht mehr so an zu schreien. Das schont nicht nur mein Gehör und die Nerven der Nachbarn, sondern auch das Baby. Vergiss nicht, dass Aufregung in der Schwangerschaft nicht gut für das Ungeborene ist.", stellte Stephan klar und holte sich aus dem Kühlschrank ein Bier, das er nach diesem Tag nun unbedingt brauchte,
"Ich müsste mich nicht aufregen, wenn du mich nicht dazu zwingen würdest!", herrschte Melanie Stephan weiter an, der sich nun am Küchentisch nieder ließ. "Du warst bei ihr oder?!", knurrte Melanie wütend. "Du warst bei dieser Elena! Ist es nicht so?! Ich habe dir verboten, sie..." Weiter kam Melanie nicht, da Stephan ihr nun ins Wort fiel. "Ich weiß, dass du mir den Kontakt zu ihr verbieten wolltest.", meinte der Polizist. "Blöd ist nur, dass ich erwachsen bin und mir von dir bestimmt nichts verbieten lasse!"
Der Ton des Mannes wurde zwar ein wenig forscher, aber nicht aggressiv. Im Gegensatz zu dem von Melanie, die nur noch wütender wurde. "Ich habe dir gesagt, was passiert, solltest du sie weiterhin treffen! Ich verbiete es dir, hörst du?! Ansonsten..." Erneut unterbrach Stephan sie. "Ich lasse mir von dir nichts verbieten!", stellte Stephan erneut klar. "Ich weiß ganz genau, was du gesagt hast, aber ich weiß jetzt auch, dass es mich bestimmt nicht davon abhalten wird, Elena zu sehen!"
Melanie sah Stephan entgeistert an. "Du hast keine Ahnung, in welche Schwierigkeiten du dich damit bringst! Du wirst dein Kind nie sehen, wenn du nicht aufhören solltest, dich mit dieser Schlampe zu treffen!", setzte Melanie Stephan nun wieder unter Druck, wovon er sich jedoch nicht wie beim letzten Mal einschüchtern ließ. Er hatte es satt, dass Melanie ihm ständig drohte. Zumal er wusste, dass sie ihm den Kontakt nicht verbieten konnte, wenn es tatsächlich sein Kind war. Eigentlich hätte er dem Kind diese Strapazen gerne erspart, jedoch legte es Melanie regelrecht darauf an und nun hatte Stephan endlich den Mut, sich gegen Melanie zu stellen.
"Deine Drohungen beeindrucken mich nicht mehr.", sagte er ruhig. "Und um des Kindes Willen, möchte ich dich bitten, diese in Zukunft zu unterlassen. Ich bin bereit, mich um dich und um das Baby zu kümmern, das steht fest. Aber ich lasse mir wie gesagt den Kontakt zu Elena von dir nicht verbieten, vor allem nicht jetzt, nachdem sie einen Freund gut gebrauchen kann.", fügte Stephan hinzu. "Freund?!", spottete Melanie regelrecht. "Du stehst auf sie, das ist kaum zu übersehen und du glaubst wirklich, ich teile meinen Platz an deiner Seite mit dieser..." Bevor Melanie Elena erneut betiteln konnte, griff Stephan ein. "Untersteh dich, sie noch einmal zu beleidigen! Dazu hast du kein Recht, vor allem nicht, nachdem du nicht mal wirklich weißt, wer genau der Vater deines Kindes ist! Elena hingegen weiß es ganz genau und wie gesagt braucht sie gerade jetzt jemanden, der ihr zur Seite steht. Und dieser jemand werde ich sein, egal ob es dir passt oder nicht!"
Stephan beobachtete Melanie genau, deren Hände sich zu Fäusten ballten. Sie erwiderte jedoch nichts, weshalb Stephan weiter sprach. "Ich werde Elena weiterhin sehen und das wann ich will und so oft ich will. Und ich werde ihr helfen, egal wobei sie meine Hilfe auch benötigt. Ich werde für sie da sein und du wirst dich damit abfinden müssen, denn ansonsten bist du diejenige, die plötzlich alleine da stehen wird!"
Noch immer schwieg Melanie. Ihr waren die Argumente ausgegangen, zumindest für den Moment. Stephan wirkte so entschlossen und das verunsicherte Melanie sehr. Sonst hatte sie es immer geschafft, ihn klein zu halten, aber anscheinend hatte Elena ihn so in ihren Bann gezogen, dass er sich nicht mehr so leicht von ihr manipulieren ließ.
"Du ziehst es also vor einer Schmarotzerin wie Elena beizustehen und nicht mir?! Der Mutter deines Kindes?!", schrie Melanie nun. "Wie gesagt, das mit der Vaterschaft ist noch nicht bewiesen. Trotzdem bin ich bereit, an unserer Beziehung zu arbeiten. Ich lasse dich nicht sitzen und ich werde mich wie gesagt um dich und das Kind kümmern, nur eben unter der Bedingung, dass du das mit Elena in Zukunft akzeptierst.", stellte Stephan klar. "Und was ist, wenn ich das nicht kann?", verlangte die werdende Mutter nun zu wissen. "Dann kannst du auf der Stelle deine Sachen packen und verschwinden!", erwiderte Stephan und hielt Melanies wütendem Blick stand, den sie ihm zu warf.
Daraufhin trat erstmal Schweigen ein, das Melanie schließlich brach. "Du liebst sie.", sagte sie ernüchtert, woraufhin Stephan erstmal nichts antwortete. "Du hast dich in sie verliebt und dein Schweigen ist die eindeutigste Bestätigung, die es gibt!", knurrte Melanie nun. "Stimmt.", gab Stephan nun zurück, denn es zu leugnen hätte nichts gebracht. "Ich liebe sie und wäre in diesem Moment lieber bei ihr, als bei dir. Dafür hast du aber selbst gesorgt und deshalb musst du damit leben. Ich bin allerdings nicht so ein Mann, der eine Frau mittellos ihrem Schicksal überlässt und das solltest du wissen. Aus diesem Grund werde ich dich auch nicht hängen lassen und vor allem werde ich dich definitiv nicht betrügen. Es liegt jedoch jetzt ganz allein bei dir, wie das jetzt weiter läuft. Akzeptiere es, dass Elena als eine gute Freundin ein Teil meines Lebens bleibt und wir machen weiter, wie bisher. Tust du das nicht, weißt du ja, wo die Tür ist und kannst auf der Stelle verschwinden.", meinte  Stephan erneut und nahm einen Schluck aus der Bierflasche.
Melanie starrte ihn lange an und sah ein, dass er dies wirklich ernst meinte. Allerdings konnte sie auch nicht gehen, da es für sie keine Möglichkeit gab, über die Runden zu kommen. Sie konnte nirgendwo hin und das wusste Stephan ganz genau. Deshalb blieb ihr nichts anderes übrig, als auf Stephans Forderungen einzugehen. "Dann muss ich Elena wohl ertragen.", meinte Melanie schließlich. "Aber wenn ich raus kriegen sollte, dass ihr beide was am laufen habt, dann..." Abermals unterbrach Stephan sie. "Ich bin nicht wie du.", sagte er bestimmt. "Solange wir beide so etwas wie ein Paar sind, werde ich dir treu sein. Dasselbe verlange ich allerdings auch von dir."
Und nachdem Stephan diese Worte ausgesprochen hatte, schnappte er sich seine Flasche und stand auf. "Ich schlafe heute Nacht im Wohnzimmer.", offenbarte er Melanie und verließ die Küche. Somit war die Diskussion beendet.
Melanie kochte vor Wut und hätte am liebsten alles kurz und klein geschlagen. Sie konnte nicht fassen, dass Stephan dies gerade von ihr gefordert hatte und sie würde Elena niemals akzeptieren. So lange es sie gab, würde Stepan nie wieder vollends ihr gehören und sofort begann Melanie in ihren Gedanken Pläne zu schmieden, wie sie dieses Problem los werden konnte oder besser gesagt, wie sie sich Elena vom Hals schaffen konnte.

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