1.Kapitel

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Ich rannte die abgetretene Holztreppe des kleinen Türmchens hinab. Dort oben war mein Lieblingssort, ich konnte alle Dächer der Stadt von oben sehen und den Wald. Der Hochbodenwald war mein zweiter Lieblingsort. Dort ging ich immer hin wenn ich Stress mit Familie oder meinem Freund hatte. Jetzt durchquerte ich aber erst mal mit strammen Schritt mein Zimmer und warf einen schnellen Blick in den Spiegel auf der anderen Seite, aus dem mir mein Spiegelbild entgegenzwinkerte. Meine eisblauen Augen hatten nicht mehr die selbe Stärke wie früher bemerkte ich , während ein Muskel in meinem Kiefer zuckte. Dann schlüpfte ich in meine Schuhe und band sie mit Doppelschleifen fest zusammen. Meine Schritte hallten im Treppenhaus als ich zum offenen Flur hinab rannte. Das letzte Stück legte ich wie immer mit einem Satz über vier Treppen zurück. Als ich in der Eingangshalle zum stehen gekommen war durchsuchte ich meine Ledertasche nach dem Haargummi den ich eben erst dort verstaut hatte und erschreckte mich total als meine Mutter mit Schwung aus der Küche kam. "Moom!" "Warum so eilig Schatz?" Sie kam näher und schloss mich in ihre Arme. Ich erwiderte die Umarmung und sog ihren bekannten Geruch, der mich immer an meine Kindheit erinnerte ein. Sie löste sich aus der Umarmung und schob mich mit der Handfläche zurück um mich mit hochgezogenen Augenbrauen zu mustern:" ohh..du hast dich schon lang nicht mehr so hübsch gemacht

...bist du verabredet?" Ich zuckte mit den Schultern. Mir war es sonst immer gleichgültig wie ich aussah, doch heute morgen konnte ich den immerselbe Anblick nicht ertragen und färbte meine Wimpern mit meiner selbstgemachten Birkenholz Farbe ein. Jetzt zumindest hatte ich nichts besonders vor. Außer man sieht in den Wald gehen als etwas besonderes an. Ich würde diesen Gedanken später jedoch bereuen. In einem Satz war ich im Freien und atmete tief ein um die frische Luft zu genießen,  die immer noch nach Regen roch. Ich liebte die Stimmung dieser grauen Stadt nachdem es geregnet hatte und war in letzter Zeit immer öfters im Wald um alleine dessen Stimmen zu lauschen. In meinen Gedanken versunken uns schon fast im Wald bemerkte ich nicht wie mir jemand folgte. Plötzlich griff eine kalte Hand nach meinem Unterarm und ich wirbelte herum um meinen Verfolger zu stellen. Meine Augen funkelten den Fremden wütend an , mein Blick hätte jeden anderen verbrennen können, doch er nahm nur seine Kapuze ab: "kleine Elfe, was ist denn los mit dir? Hast du wieder deinen kindlichen Verfolgungswahn bekommen?"sagte er kokett. Mein Blick wurde weich und bevor ich antworten konnte zog David mich an sich, nahm mein herzförmiges Gesicht in seine riesigen Hände und küsste mich innig. Ich schlug mein Bein um ihn und vergrub meine Hand in seinen Haaren:" Hast du Lust mit in den Wald zu kommen ?" Meine Stimme war weich und einfühlig ,  aber die harte Stimme seines Vaters überstimmte die meine. David löste sich von mir und warf mir einen entschuldigenden Blick zu der Steine hätte erweichen können. Also setzte ich meinen Weg fort. Mich stört es nicht das er nicht mitkam, ich mochte es auch allein  im Wald. Die knackenden Äste und die raschelnden Blätter waren wie Musik in meinen Ohren. Die Vögel sangen und mit den Lauten der anderen Tiere kam es mir vor wie ein Willkommensgesang. Der rauschende Bach der durch den Hochbodenwald verlief gab allem noch die typische Atmosphäre eines  Märchenwaldes. Doch plötzlich wurden meine Ohren durch ein leises Geräusch gestört. Wahrscheinlich hätte niemand es war genommen , da es leiser als das Piepsen einer Maus war. Ich lauschte und identifizierte es als ein Schmatzgeräusch das aus Richtung Bach kam.  Neugierig wie ich war nährte ich mich langsam den Heidelbeerbüschen. Am Ufer wurde das Geräusch lauter.Ich bewegte mich langsam und leise auf mein Ziel zu. Als ich angekommen war und einen Blick erhaschte erstarrte ich augenblicklich.

DrachenmädchenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt