Kapitel 11

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Ich erwachte schweißgebadet. Meine Decke klebte förmlich an mir und ich stand auf um mir kühlendes Wasser ins Gesicht zu spritzen. Dann kamen die Erinnerung an die Nacht zurück. Die Kreaturen , der Drache , eine Vision, meine Erkenntnis. Ich war immer noch völlig überrumpelt vom gestrigen Tag und musste erst einmal meine Gedanken richten. Mir war klar, dass ich für eine Zeit lang untertauchen musste. Früher oder später würden sie herausfinden wer ich war. Mein Blick glitt durch den Raum und blieb an meinem großen Wanderrucksack hängen. Ob dort alles hinein passen würde? Zuerst öffnete ich meinen Schrank uns griff wahrlos nach ein paar Hosen und Shirts. Als diese verstaut waren suchte ich den Raum nach meinem Schwert ab und fand es in der linken Zimmerecke stehen. Zum Glück hatte ich noch meine Klamotten von gestern an und musste mich nicht erst anziehen. Nun baumelte auch mein Schwert an meinem Becken. Alles musste schnell gehen und ich riss die unterste Schublade meines Schrankes förmlich aus der Verankerung. Meine Hände suchten und fanden ihr Ziel , eine weiche Decke , die sofort Platz in meinem Rucksack fand. Dann verließ ich mein Zimmer und eilte in die Küche. Dort angekommen wurde ich von meiner Mum überrumpelt. Sie stand am Herd und briet zwei Spiegeleier" Morgen Schatz". Sofort machte ich kehrt und schrie ihr noch schnell ein "Morgen Mom" zu. Ich hoffte das unsere Vorratskammer noch voll war und hatte Glück als ich deren schwere Holztür knarrend aufschob. Ich packte mir einen Brotleib und eine Wasserflaschen ein. Darauf folgten rohe Fleischstücke und einen Blumenkohl. Und dann das wichtigste : Streichhölzer.

Endlich im Wald angekommen hetzte ich Richtung Bach und hörte Stimmen die immer lauter wurden. Ich blieb stehen und erkannte mit Angst , dass die Stimmen von Drachenwächtern stammen. Langsam begann ich mich zu nähren und lugte zwischen den Blättern hindurch. Obwohl die Sonne mich blendete konnte ich erkennen das es sich um mindestens drei Personen handelte.

Dann drehte ich mich um , erst begann ich zu schleichen,  dann wurde ich immer schneller bis ich schließlich sprintete. Hinter mir hörte ich Stimmen,  das konnte nicht sein ! Wie hatten sie mich bemerkt? Ich rannte keuchend weiter zwischen Bäumen und Büschen hindurch. Bis plötzlich meine Augen eine schwarze Gestalt die sich zwischen den Bäumen verbarg streiften. Unsere Augen streiften sich und mir lief ein kalter Schauer über den Rücken als ich die Person erkannte. Ich stolperte verwirrt weiter und kam am die Lichtung auf der sich das hohe Gras in der Sonne wiegte. Mein Atem rasselte als ich zum stehen kam und mich hektisch umsah. Meine Gedanken überschlugen sich  , ich konnte nicht länger in Burningborough bleiben. Die Haare in meinem Nacken stellten sich ,bei dem Gedanken meine Mutter eine Zeit nicht mehr zu sehen , auf. Ich wollte nicht das dies alles gerade mir passierte. Ich wollte es einfach nicht glauben. Die Geschehnisse der letzten Tage hatten mein Leben verändert. Mir blieb keine Zeit um länger zu rasten , geschweige denn zu überlegen. Die Schritte der Wächter und die knackenden Äste unter ihren Schuhen wurde immer lauter. Mein Blick hetzte hin und her , ich war mit meinen Nerven am Ende und kauerte mich auf dem Boden zusammen. Dann sah ich einen großen Schatten am Boden, der meinen überdeckte. Ich drehte meinen Kopf und blickte in die Augen des Drachens. Wie hatte ich ihn nochmal genannt? Ah , genau! "Zarkan!" Ich sprang ihm am den Hals und kletterte ungeschickt auf seinen Rücken. In dem Moment kamen die Wächter auf die Lichtung gestürzt und zücken ihre Schwerter. Zarkan brüllte ohrenbetäubend und breite bedrohlich seine Flügel aus. Die Männer wichen zurück um sich kurz danach wieder um uns zu scharren. Aus Zarkans Maul zischte eine Flamme die einen der Wächter am Oberschenkel traf. Ich hielt erschrocken meine Hände vor den Mund und  sah wie dieser sich vor Schmerzen krümmte. Dann schnaubte Zarkan laut auf und hob ab. Ich war völlig erstarrt und saß zusammengesunken zwischen seinen Flügeln. Wie groß wohl die Spannweite war. Ich schüttete den Kopf und vertrieb den Gedanken. Zarkan blickte entschlossen geradeaus und war so fixiert als hätte er ein Ziel vor Augen. Dann wurde mir klar , dass er mich gerettet hatte. Ein Drache hatte mich gerettet , ich würde dies für völlig unmöglich halten , hätte es sich eben nicht vor meinen Augen abgespielt. Die Luft rauschte um mich herum sodass mir kalt wurde. Zarkan schien dies zu merken und drosselte sein Tempo. Ich ließ mich lächelnd nach vorne sinken und umarmte seinen starken Hals. Bevor ich einschlief bemerkte ich noch wie seine katzen artigen Augen mich sorgenvoll anblickten. Dann sah ich wieder das Gesicht von Davids Vater ,dass ich zuvor im Wald gesehen hatte. Ich war zu müde um länger darüber nachzudenken
Ich war wohl das einzige Mädchen was einen Drachen ritt und reiten wird. ;) Ein Drachenmädchen...

Sorry , das Daniel plötzlich David heißt ;))

DrachenmädchenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt