Kapitel 18

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Mit erhobenem Schwert stürzte Hanc sich aus den Büschen und holte aus. Mit Wucht ließ er sein Schwert durch die Luft sausen und hätte beinahe eine Krähe geköpft , die erschrocken krächzend davon flog.  Schwer atmend ließ er die Klinge zu Boden sinken. Scheinbar war er nicht mehr dafür gemacht. Die Krähe hatte ihm einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Schon zu lange war er nicht mehr in diesem Geschäft gewesen. Aber seine Rache würde er trotzdem noch bekommen. Das wusste er. Sie würde früher oder später , sei es wegen seinem Sohn , oder irgendetwas anderem hierher zurückkehren. Ein verächtliches Lächeln trat in seine Gesichtszüge. Hanc beschloss noch eine Zeit lang im Wald zu verbringen und setzte seinen Weg durch die Bäume fort. Als er an der Klippe ankam setzte er sich dicht an den Abhang und starrte in den Abgrund. Zu gerne würde er jetzt einfach springen und frei sein. Eine Träne rollte über seine glühende Wange. Sofort wischte er sie beiseite und verhärtete seinen Gesichtsausdruck. Er stand auf. Jetzt waren seine Augen wieder genauso stahlhart wie sonst. Die weiche blaue Farbe , die seine Emotionen widerspiegelte, war aus ihnen verschwunden. Seine Lippen presseten sich krampfhaft zusammen. Sein Kiefer zuckte unter dem Druck der auf seinem hoch rotem Kopf herrschte. Seine Haltung war wieder genauso aufdringlich. Seine Schultern waren nach hinten gepresst wodurch sich sein Brustkorb stark nach vorne drückte. Sein Blick wanderte umher und blieb an einer alten Eiche hängen. Diese war knauserig und ihre Äste verknoteten sich mit denen der anderen Bäume. Der Baum wirkte fast so , als würde er sich krampfhaft am Leben festklammern. Ungefähr in der Mitte des Stammes befand sich ein kleiner Einstich. Hanc trat näher und fuhr mit den Fingern durch die schmale Furche. Es war eindeutig der Einstich eines Schwertes. Er brauchte nicht lange und er wusste das es von den Drachenwächtern stammen musste. Hanc lächelte, seine Erinnerungen kehrten zurück und er ging zurück bis zum Rand der Klippe. Dann holte er aus , schleuderte sein Schwert  mit höchster Präzision und traf genau in den schmalen Spalt. Die Klinge blieb ächtzend in der alten Eiche stecken. Niemand konnte ihn im Schwert Wurf übertrumpfen , das war schon immer so gewesen und würde auch so bleiben. Er konnte aus zwanzig Meter Entfernung mit zwei Schwertern beide Augen eines Vogels treffen ohne das dieser überhaupt zum Schreien kam. Dann ach war von diesem Vogel nicht viel übrig , aber man konnte genau erkennen das beide Augen geplatzt waren. Hanc holte sein Schwert zurück und wischte das modrige Holz, was an der Klinge haftete , an seiner Kutte ab. Ihm fiel ein , dass er heute noch ein Schwert für einen Wächter reparieren musste und machte sich auf den Weg zu seiner Schmiede. Bevor er dort ankam dachte er nochmal über den Traum nach , den er in letzter Zeit öfters hatte. Es war der Traum von seiner Rache und dessen Tod. Seine Augen funkelten als er die Schmiede betrat.

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