Kapitel 40

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Ich pfiff lautstark durch meine Zähne. Sofort spitzte Zarkan seine Ohren und Melody rannte auch schon auf mich zu. Ich hatte keine Zeit länger zu überlegen und setzte mich mit Schwung auf ihren Rücken. Ich sah Zarkan an , dass er ein wenig beleidigt war und musste augenblicklich schmunzeln.  Sofort hob Melody ab. Ihre Spannweite war gigantisch und sie ließ sich ohne nur ein mal mit den Flügeln zu schlagen , vom Wind auftreiben. Zarkan hatte da schon mehr Probleme und brauchte gleich mehrere Flügelschläge um auf unsere Höhe zu kommen. Schon wieder lachte ich und erntete dafür nur einen dummen Blick von Zarkan. Unter uns lag der bezaubernde Wald. Von hier oben sah ich den kleinen Bach , der am Bauernhaus vorüberfloss. Das Wasser glitzerte in der Sonne und ab und an sprangen ein paar Fisch aus den kristallklaren Wasser. Ich würde gerne mal wissen wie fliegende Fische aussehen...mir wurde immer nur von ihnen erzählt. Sonntags auf dem Fischmarkt , wenn die Fischhändler von Aalen und Rochen erzählten.Wir hatten aber immer zu weit weg vom Meer gewohnt. Ich hatte es noch nie gesehen. Ich träumte vor mich hin. Hohe Wellen , größer als die Wellen in Flüssen. ...die Sonne, die am Abend im Meer
Untergeht. Mein Vater hat ein kleines Boot in seiner Heimatstadt Valdrenau , doch ich habe keinen Kontakt mehr zu ihm , seit er unsere Familie verlassen hat. Ich verengte meine Augen. Wie konnte er uns das nur antun? Ein paar Schwalben flogen stürmisch an uns vorbei und ich wurde aus meinen Gedanken gerissen. Ich drehte mich noch nach den Schwalben um und raunte Melody etwas ins Ohr. Sie verstand sofort und knickte ihre Flügel so , dass der Wind nur noch wenig Angriffsfläche hatte und schon stürzten wir einige Meter in die Tiefe. Kurz vor dem Boden breitete sie ihre Flügel waagerecht aus und flog dicht über dem Boden. Einer ihrer Flügel streifte die Wasseroberfläche und im Sprühregen entstand ein kleiner Regenbogen. Ich beugte mich nach vorne und hielt auch meine Hand ins Wasser.  Mir war es egal ob ich nass wurde. Ich schrie auf , als wir ziemlich stark abgebremst wurden und Melody wieder an Höhe gewann. Melody hatte ihre Flügel fast senkrecht gestellt um vom Wind wieder nach oben getragen tu werden. Zarkan flog neben uns und schnurrte zu uns hinüber. Ich sah zu ihm und er nahm seine Flügel ganz dicht an seinen Körper und machte eine drehte sich mindestens fünfmal , bevor er seine Flügel wieder öffnete. Ich staunte nicht schlecht und Melodys Blick sprach ebenfalls Bände. Wir wurden wieder schneller und Zarkan überholte uns spielerisch.  Seine Zunge hing aus dem großen Maul hinaus uns schlackerte im Wind. Ich klopfte dem gelben Drachen weichen auf den Rücken um ihr wieder klar zu machen , dass wir es eilig hatten.

DrachenmädchenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt