Als die Sonne schon fast untergegangen war, kehrte die Unruhe in mich zurück. Ich sprang auf und sammelte schnell die kleinen glänzenden Taler auf, die zu meinen Füßen auf dem steinernen Boden um die Wette glänzten. Es waren zusammen drei Dukaten. Ob die wohl für ein kleines Abendessen reichen würden? Während ich mich in der Gasse ausgeruht hatte , waren ein paar Leute vorbeigekommen. Einige hatten mir sogar Geld zugeworfen. Ich entschloss mich zurück zum Markt zu gehen. Einen Versuch war es wert. Mir war kalt geworden und ich benutzte den Stoffetzen , den ich mit mir trug , als Schal. Viel half er in diesem Zustand nicht mehr gegen die Kälte , aber ich war abgebrüht. Viel zu oft hatte ich kalte Winternächte im Wald verbracht. Bei der Erinnerung bildete sich eine Träne in meinem Augenwinkel. Ich wischte sie hastig fort. Keine Gefühle zeigen. Nicht auffallen! sagte mir meine innere Stimme. Fremde in einer Stadt , noch dazu nach Sonnenuntergang , waren nicht gerne angesehen. Wobei sich in der Nacht die Anzahl der Wächter oft verdoppelte. Oh nein! Das Tor! Nach Sonnenuntergang würde es wie jedes andere Dorf oder Stadttor schließen. Was es in meinem Fall ja schon war , aber trotzdem würden Nachts Wächter ihren Posten einnehmen. Ich sputete mich , doch der Marktplatz war schon fast leer als ich dort ankam. Hier würde ich wohl nichts mehr bekommen. Hastig prüfte mein Blick die Umgebung und ich wurde fündig. Genau auf der anderen Seite des beachtlichen Platzes sah ich die Lichter einer Bäckerstube. Erleichtert eilte ich auf das Warme Licht zu und tauchte auch schon einige Sekunden später in wohlig riechende warme Luft ein. Der Geruch von frischem Brot verschlug mir den Atem und mir wurde klar was ich für einen Hunger hatte. Naja , das war nichts außergewöhnliches , wenn man seit vierundzwanzig Stunden nichts richtiges mehr im Magen hatte. Ich sog die Wärme und den Duft in mich auf. Eine dickliche Frau Mitte vierzig erschien hinter dem Tresen. Der Schweiß ließ ihre Stirn glänzen und ihre Wangen glühten ungesund. Sie musterte mich kritisch und öffnete dann ihre vollen Lippen :" Was wollen Sie? " Ich war etwas irritiert dass sie mich sietzte und antwortete verdutzt :"Nur einen Brotleib Ma'm."
"Zeig mal her!" Sie deutete auf das Kleingeld in meine Rechten. "Das Reicht aber nicht....ein Brot kostete vier!" Mein Blick schien etwas in ihr zu regen. Dachte ich jedenfalls. Dann setzte sie erneut an. "Gib mal her !" Ich lächelte dankbar , doch sie gab mir nur ein mikrige , steinharte Schrippe über den Tresen. "Was besseres kriegst de nich Göre !" Sie deutete in Richtung Tür und ich verschwand eilig. Die Wärme wich einer mich ummantelnden Kälte. Schnellen Schrittes und das Brötchen umklammernd machte ich mich auf den Weg zum Tor. Dort angekommen warf ich mein Habe hinüber und kletterte geschickt hinterher. Keine Sekunde später hörte ich auch schon die Stimmen der sich nährenden Wächter. Ich verschwand in der Dunkelheit.
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Drachenmädchen
FantasyNur sie weiß es nur sie kann es prophezeien.....die Drachen leben! Näher als jeder glaubte Nur sie erkennt das Gutmütige in den riesenhaften Kreaturen die , die Wächter um jeden Preis von der Stadt fernhalten wollen. Kann sie die Massenabschlachtun...
