Kapitel 22

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Der Wächter lief die überfüllte Straße entlang. Alle anderen Wächter um ihn herum gaben sich Mühe sich in Reihen hintereinander aufzustellen. Das Getrubel war groß und so fiel er  nicht sonderlich auf. Das war auch gut so. Endlich begann die Prozession und alle reihten sich ein um im Gleichtakt Richtung Burgmauern zu laufen. Die riesige Burg amponierte auf dem Berggipfel des Donnerhorns und glänzte in der Mittagssonne. Sie war der Herrschaftssitz des Barons von Schwelenstein , der über Burningborough und über die drei Stadt Gemeinde herrschte. Die drei Stadt Gemeinde war der Zusammenschluss aus Henkelsburg, Samsara und Burningborough, alles große Städte vom Bedeutung.  Der Wächter verfolgte den Ablauf genau, er wusste noch wie alles ablief und war sich im klaren das jemand die Menge überwachen würde. Er zog das schwarze Tuch in seinem Helm tiefer , sodass keiner sein tückisches Lächeln erahnen konnte.
Dann tauchte er in einer Gruppe junger Wächter unter. Sie waren neu , dass sah er sofort , schon ihr Verhalten sprach Bände. Einer von ihnen kam die ganze Zeit aus seiner Reihe hinaus , nur um sich weiter unterhalten zu können. So etwas war unhöflich und galt als Verachtung gegen den Baron. Der Mann der sich als Wächter ausgab blieb immernoch unentdeckt. Das schien ihn zu freuen , denn er lächelte unentwegt. Wie lang war es her gewesen als er das letzte mal vor diesen mächtigen Mauern stand? Bestimmt zwanzig Jahre , wenn nicht noch mehr. Das eiserne Tor rückte immer näher. Er hielt sich gut. Sein Pokerface ließ keinerlei innerer Unruhe erahnen. Falls es die überhaupt gab.Das einzige sichere Gefühl in ihm war brodelnder Hass. Doch noch musste er seine Wut im Zaun halten...noch.
Bald würde er seine Informationen haben und dann hatte die Schauspielerei ein Ende. Er war so in Gedanken versunken , dass er gar nicht merkte wie jemand versuchte sich an ihm vorbei zu schieben. Als er sich ruckartig umdrehte sah er die Fuchsbraunen Augen einer älteren Frau. Sie war wunderschön und ihre Haare fielen ihr in roten Locken über die Schultern. Mit einem grünen Tuch hatte sie flüchtig versucht ihr Gesicht zu verstecken. Ihre Blicke trafen sich und für einen Moment schien er erstaunen in ihren Augen erkannt zu haben. Schon war der Moment auch wieder vorbei und sie verschwand eilig zwischen den Wächtern. Von weiter vorne konnte er nur aufgebrachte Schreie eines Wächters hören. Irgendetwas war ihm an ihr aufgefallen was seine Interesse geweckt hatte. Aber er wusste nicht was.  War es das Erstaunen was sich in ihren Augen wieder gespiegelt hatte oder war es doch eher ein erschrecken gewesen. Ja das musste es gewesen sein , er hatte zwei verschiedene Augenfarben, was man aber nur aus niedriger Perspektive erkennen konnte. Nein es konnte nicht sein das sie ihn von irgendwo wieder erkannt hatte , dazu war er viel zu gut in seine Rolle geschlüpft. Langsam schüttelte er den Kopf. Er wusste genau das er noch etwas an ihr gesehnt hatte , was sein Unterbewusstsein aufwühlte , aber was?! Gedämpft atmete er aus und seine Aufmerksamkeit galt wieder ganz dem Tor , das sich nun langsam zu öffnen schien. Als er näher trat erkannte er ein Drachen wappen auf den Flügeln des Tores. Der Drache war braun , ein Erddrache das erkannte er sofort an Größe und Verlauf der Schuppen. Tief in seinem Herzen regten sich Erinnerungen die er schon vor langer Zeit vergraben hatte. Erst spät war ihm aufgefallen , dass damals alles der Magie galt. Zu spät. Der Schuldige : Unbekannt.
Mit zusammengebissenen Zähnen Schritt er durch das Tor und betrat das Innere der Burg , was sich sehen lassen konnte. Die Fassaden der Häuser wirkten neu gestrichen.
Die Bäume glänzten grün und sie säuselten im Wind. Besser gesagt sie sprachen , dank Beeinflussung durch Magie. Ihre Rinde und ihr Herz wurden durch Tränentränke zum Leben erweckt.  Für Menschliche Augen und Ohren nicht wahrzunehmen , aber Elfen und Drachen hörten ihre Stimmen alle mal. Was nicht ganz ungefährlich ist, da die Stimmen der Bäume deine Gedanken regelrecht gefangen nehmen können. Schon viele Wächter haben sich verirrt als sie in den Elfenwald gingen um Samsara die Stadt der Elfen und Gnome anzugreifen. Die Elfen nutzten die Magie der Bäume um jegliche Gefahren von Samsara fern zu halten. Dafür standen die Gnome natürlich in Ihrem  Dienst , denn diese konnten nicht mit Magie umgehen und waren von den Elfen abhängig. Aber auch diese waren von den Gnomen abhängig , denn sie schürften die Materialien für die Herstellung der Zauberstäbe. Samsara war uneinnehmbar. Das Tor schloss sich wieder und die Drachen Wächter wurden über den Platz auf dem sich die Bäume tummelten , in einen großen Saal geführt. Auf einem Podest in dessen Mitte Stand in anmutigen rot gekleidet der Baron. Dann begann er zu sprechen :" Liebe Drachen Wächter , liebe Ehrenmänner. Sie alle halten unsere schöne Heimatstadt in stand." Jubelschreie "Ich Bitte sie nun mein Anliegen anzuhören , wegen dem ich sie alle heute hergeben habe." Der Mann , einer von Hunderten , faltete die Hände, er wusste genau um welches Anliegen es sich handelte.

DrachenmädchenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt