Als Anabelle wieder zu sich kam , wusste sie nicht mehr wo sie war. Erst langsam kehrte die Erinnerung zurück. Mit einer Hand tastete sie über ihre pochende Schläfe und kniff die Augen zusammen um den Schmerz loszuwerden. Als das nichts brachte entschloss sie sich Es einfach so hinzunehmen und begann vorsichtig ihre Umgebung abzutasten. Alles was sie fühlte , die feuchte Steinwand , der kalte Boden und vorallem die Dunkelheit erinnerte sie an ihre alte Zelle. Angst. Das war das einzige Wort das ihre Gefühle jetzt noch beschreiben konnte. Sie wollte ihre Beine zu sich ziehen , aber es gelang ihr nicht. Taubheit. Anabelle fühlte sich hilflos. Hilflos wie ein Küken im Meer. Und Als sie das Eisen an ihren Fesseln spürte schluchzte sie laut auf. Ungeschickt ruschte sie näher zu ihren Füßen und betastete den großen Eisenbolzen an dem sie befestigt war. Man wollte um jeden Preis verhindern das sie weglief. Über ihre aussichtslose Lage bewusst versuchte Anabell trotzdem stark zu bleiben. Sie wischte sich ihre Tränen von Hals und Gesicht. Eine ganze weile saß sie so da. Zusammengesunken und innerlich stark. Ein Gefühl begann sie zu überrollen , ein Gefühl unbändiger Wut. Anabelle begann zu schreien und schlug auf den Boden ein. Immer härter , bis ihre Hände schmerzten. Doch sie dachte gar nicht erst daran aufzuhören. Das Gefühl war übermächtig , allumfassend. Die seelisch zerstörte Frau schlug immer weiter zu. Ihre Hände bluteten bereits. Hätte man ein Licht gehabt hätte man bestimmt den Fleckigen Boden gesehen. Anabelle wollte ihr früheres Leben wieder...ihre Tochter , ihre Freiheit. Dann hörte sie einfach auf. So schnell wie die Wut gekommen war , so schnell war sie dem Selbstmittleid gewichen. Stille umgab die kleine Zelle wieder. Dann ein Geräusch , sich nährende Schritte. Anabelle setzte sich auf , sie lauschte. Das Geräusch der Schritte gab ihr neue Hoffnung. Und dann wurde ihre Tür geöffnet. Das Licht blendete , aber Anabelle zuckte noch nicht einmal mit den Liedern sondern starrte einfach nur auf die Person in der Tür. Gespannt wartete sie auf eine bekannte Stimme. Als sie sich gerade erheben wollte sprach der Mann , aber es war nicht Ambrosius. "Iss schnell! Der Baron will doch sehen." Dann ein Klappern und schon fiel die Tür wieder leise ins Schloss. Jetzt konnte Anabelle ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Ambrosius wieder zu sehen war ihr einziger Halt gewesen. Durch ihre Trauer und schmerzenden Glieder geschwächt , robbt sie Richtung essen. Sie roch nichts und war auch nicht sicher ob sie sich das klirren nur eingebildet hatte. Dann stieß sie mit der Hand an ein kühles Metall. Mit einem Finger berührte sie vorsichtig den Inhalt des metallischen Tellers. Der matschige Brei war kalt wie der Raum und sie musste sich überwinden ihren Finger abzulecken. Ihr Magen grummelte fordernd. Dann hatte sie sich überwunden und setzte sich , so weit es die Kette erlaubte , vor den Teller. Langsam aß sie erst eine Hand voll , dann zwei. Bis sie schließlich anfing zu schlingen. Es tat so gut sich wieder den Magen füllen zu können. Ihr schmatzen hallte von den steinernen Wänden wieder und sie fühlte sich nicht mehr so allein. Zu Anabelles Glück schmeckte der Brei nach Nichts. Sie hatte schlimmeres erwartet. Als sie fertig war zog sie sich wieder in ihre Ecke zurück. Mit dem Handrücken wischte sie sich ihren Mund ab und gähnte herzhaft. Dann öffnete sich die Tür noch einmal. Ein groß gebauter Mann kam in ihre Zelle gelaufen. Als er näher kam rückte sie noch dichter an die Wand. Dann erkannte sie ih na seiner Glatze. Er ging direkt vor ihr in die Hocke und nahm ihr Kinn in die Hand ,damit sie ihn ansah. Wimmernd Wand sich Anabelle aus seinem Griff, doch er ließ es nicht zu. Sie spürte seinen Atem auf der Haut und konnte das Blitzen in seinen Augen sehen. Angewidert sah sie seinem Blick entgegen , der auf ihr haftete wie Kaugummi. Sie wollte ihn anspucken , aber er war schneller und gab ihr eine harte Backpfeife , die ebenfalls von dem Wänden wiederhallte. Mit einer Hand hielt sie sich die Schmerzende Wange , während er sprach. "Tzz...das hätte ich aber nicht versucht kleines!" Sie erwartete noch einen Schlag. Aber der trat nicht ein. Stattdessen lächelte er nur dreckig. "Ich würde ja gerne noch mehr Zeit mit dir verbringen süße...aber der Baron hat mich geschickt dich zu holen." Anabelle atmete erleichtert auf. "Schau mich gefälligst an wenn ich mit dir rede!" Fuhr er sie von der Seite an. Sie sah ihn an und er machte sich lachend an ihren Fesseln zu schaffen. Als ihre Füße endlich wieder frei waren zog sie sie an sich und strich über die rauen Stellen , die das Eisen hinterlassen hatte. Dann hob er sie hoch und sie zuckte. Vorsichtig verließ er den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er trug sie anders als letztes mal ,einfach in seinen Armen. Anabelle war angewidert und sah ihn auf dem ganzen Weg nicht an. Auch er schwieg. Dann betraten sie einen langen Flur an dessen Ende eine hölzerne Tür prangte. Er ließ sie Runter und ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf den weichen roten Teppich , der ihre Füße kitzelte. Der glatzköpfige schob sie von hinten an und sie lief demonstrativ etwas entfernt vor ihm her bis sie die Tür erreichten. Er öffnete sie und Anabelle trat alleine ein.
Also.....es tut mir echt leid das dieses Kapitel so lange gebraucht hat....dafür ist es auch etwas länger;))
Ich war an den freien Tagen weg und hatte nicht viel Zeit:(
Aber ich hoffe es gefällt euch trotzdem ♡♡♡
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Drachenmädchen
FantasyNur sie weiß es nur sie kann es prophezeien.....die Drachen leben! Näher als jeder glaubte Nur sie erkennt das Gutmütige in den riesenhaften Kreaturen die , die Wächter um jeden Preis von der Stadt fernhalten wollen. Kann sie die Massenabschlachtun...
