The love

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Kaum war ich wieder in meiner Wohnung, vibrierte mein Handy. Es war Riku, der sich erneut bei mir entschuldigte.
Es schien ihm ähnlich zu gehen wie mir. Unser schlechtes Gewissen zernagte uns.
Ich schrieb nichts zurück, denn ich wollte keine Zeit verlieren, um mit Luukas zu sprechen, bevor ich es mir noch anders überlegte.

Ich setzte mich also zu Luukas, der auf dem Sofa lag und sich einen Film anschaute.
“Können wir uns bitte unterhalten?”, fragte ich.
Sofort nickte Luukas und stellte den Fernseher aus, um mir die volle Aufmerksamkeit zu geben.
“Ich wollte eh mit dir über gestern Abend sprechen.”, kündete Luukas an.
“Du hast mich so lächerlich dastehen lassen. Warum hast du dich nicht für mich eingesetzt, als Jukka so eine Frechheit von sich gab?”, fing er das Gespräch an.

Luukas schien etwas enttäuscht zu sein, was ich zwar verstand, jedoch aber mein Versuch die Beziehung zu retten wieder ein Stück schwieriger machte.
“Weil ich in dem Moment überfordert war. Ich habe gestern lange über uns nachgedacht. Ich möchte mit dir zusammen sein, aber ich möchte das sich was verändert.”, sagte ich.
“Was soll sich denn ändern?”, fragte Luukas.

Er schien nicht zu sehen, wie wir uns am Verlieren sind.
“Ich möchte die Band behalten und du solltest das akzeptieren.”, sagte ich vorsichtig.
Luukas schien etwas unsicher zu sein, denn er zögerte mit dem Antworten.
“Möchtest du mich behalten?”, fragte er und schaute mich gespannt an.
Seufzend nickte ich.

Er verstand wohl nicht was ich hier versuchte.
“Das fühlte sich gestern nicht so an.”, gestand er.
Vorsichtig legte ich meine Hand auf seine Oberschenkel.
“Es tut mir leid.”, hauchte ich nur leise, aber dennoch ehrlich.

Ich fühlte mich schlecht, dass ich Luukas so behandelte und wenn ich könnte, würde ich es Rückgängig machen.
Nicht nur weil Luukas sich für das eine mal um mich bemühte, sondern auch weil ich ihm ansah, wie verletzt er war.

Es zerbrach mich innerlich ihn so zu sehen.
Vorsichtig zog Luukas mein Kopf zu sich und küsste mich sanft.
Ein Kuss voller Liebe und Leidenschaft, der mir zeigte, dass Luukas meine Entschuldigung annahm.
Als ich mich lösen wollte, zog mich Luukas wieder zu sich und küsste mich weiter.
Diesmal war der Kuss jedoch mit Lust erfüllt.

Auf das was folgte war ich alles andere als stolz, denn mir wurde wieder einmal mehr bewusst, wie leicht ich mich beeinflussen liess.

Luukas zog mich an der Hand in unser Zimmer, drückte mich aufs Bett und begann mich auszuziehen.
Ich machte mit, versuchte ihn immer wieder zu küssen, um etwas Liebe ins Spiel zu bringen, doch Luukas löste sich schnell wieder von den Liebkosungen.

Es fühlte sich immer mehr so an, als würde er mich zurechtlegen, um kurz darauf seinen Spass zu haben.

Meine Finger vergrub ich ins Laken und mein Kopf drückte ich in ein Kissen, denn ich wusste, dass ich gleich laut werde und Luukas schien dies nicht zu mögen.

Es war eigentlich ein Akt der Liebe, den wir vollzogen, doch je länger ich darüber nachdachte, desto bewusster wurde mir, dass da keine Liebe war.

Mein Körper fing langsam an zu zittern. Nicht vor Lust, wie Luke es sich wünschte, sondern eher vor Erschöpfung und vor Angst.

Ich war müde und zudem konnte ich mein Kater noch nicht beseitigen, doch ich wollte Luukas nicht unterbrechen.
Ich wollte es genau so wie er, denn ich vermisste die Nähe zu meinem Freund. Wenn diese Tätigkeit der Weg dazu ist, seine Anwesenheit zu spüren, dann wollte ich nichts sehnlicher als dies zu tun. 

The fight against the silence - 'til the last breathWo Geschichten leben. Entdecke jetzt