The end

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Ich fing an die Warnsignale zu begreifen und sah, dass diese Beziehung nicht in ein paar Stunden oder in ein paar Tagen endete, sondern dass sie nun ihr Ende finden musste, bevor noch schlimmeres passieren würde.
Ich ging also Luukas hinterher, versuchte auf dem weg die passenden Worte zu finden, doch es war schwierig, denn ich wusste dass meine Familie zusehen wird. Sie werden Urteilen darüber und vielleicht würde ich nun als derjenige gelten, der Geburtstagspartys versaut, doch es wird der erste Schritt sein, endlich wieder als Mensch mit eigener Meinung angesehen zu werden.

"Ich glaube es ist Zeit für dich zu gehen.", sagte ich Luukas, als ich endlich vor ihm stand und den Mut fand, mich gegen ihn zu stellen. Luukas schaute mich irritiert an. Genauso wie Mom , Santtu und Sanna es taten. "Möchtest du schon nachhause?", fragte er mich und wagte unsicher einen Blick auf seine Uhr.
"Nein. Ich möchte das du gehst. Nicht für heute, sondern für immer. Weg von hier und weg von meinem Leben.", erklärte ich ihm so ruhig und emotionslos, wie es ging. Mein Herz klopfte, doch ich konnte es gut ignorieren.
"Wie meinst du das?", schaute er mich verdutz an.
"Ich möchte nichts mehr mit dir zu tun haben Luukas. Es ist vorbei.", fuhr ich fort.

Luukas schien nun zu verstehen, worauf ich hinaus wollte, denn er starrte mich etwas überfordert an und schluckte schwer.
Es fühlte sich fast so an, als wäre die Welt für einen Moment stehenblieben.
Still stand ich da, starrte auf Luukas, der nach den richtigen Worten rang und hoffte, dass ich bald wie möglich aus dieser Situation kam.
Es war mir unangenehm, denn alle Augen waren auf mich gerichtet.
Es waren verdutze, verletzte oder auch überraschte Blicke.
Meine Mutter wusste noch nicht welche Schäden Luukas mich zufügte, doch das war eine Sache, die Sanna nicht auch noch an ihrem Geburtstag ertragen musste.
Die Stimmung war angespannt und mit jeder Sekunde, die wir hier verbrachten und warteten, bis jemand dieser Stille ein Ende setzte, wurde es unangenehmer.

“Entschuldigt mich.”, hauchte ich, bevor ich meine Jacke schnappte und das Haus verliess.
Wohin ich wollte wusste ich nicht. Ich wusste nicht mal, warum ich derjenige war, der das Haus verlässt.
Warum ist Luukas nicht gegangen, als ich ihn bat zu gehen?

Fast schon verloren stand ich also draussen in der Kälte und als wäre das nicht genug, tropfte der Regen nur so auf mich runter und liess meinen ganzen Körper durchnässen.
Ich fühlte mich fast schon wie in einem Film, doch ich wusste das kein happy end auf mich warten würde.
Ich lief ein stück die Strasse runter und hoffte, dass bald Luukas Auto vorbei fahren würde, damit ich wieder reingehen konnte und mich von meiner Familie trösten lassen konnte.
Ausserdem fühlte ich mich schlecht, dass ich die Bombe ausgerechnet an Sannas Geburtstag platzen musste.
Nicht mal gemütlich essen konnten wir.
Innerlich verfluchte ich mich dafür, doch ich wusste, dass ich es keine Sekunde länger ausgehalten hätte.

Ich wusste nicht wohin oder was machen, doch ich konnte nicht länger in dieser Kälte stehen. Schnell holte ich also das Handy hervor und ging durch meine Kontaktliste.
Janne? Auf keinen Fall!
Jukka? Jukka könnte die Lösung sein. Schnell wählte ich seine Nummer, doch nach dem gefühlt zwanzigsten Piepton gab ich die Hoffnung auf.
Ich verlor keine Zeit und suchte den nächsten Kontakt.
Es war Raul, den ich noch anrufen konnte, doch auch dieser schien nicht da zu sein.
Es war schon fast schwierig die richtigen Tasten auf dem nassen, verregneten Display zu drücken. Der nächste Kontakt, den ich anrufen konnte war Riku.

Ich zögerte ein Moment, denn ich wollte nicht das er mich so sieht, doch ich wollte auch nicht in der Dunkelheit und Stille stehen und auf ein Ende warten.
Ich brauchte seine Hilfe.
Riku schien meine Rettung zu sein, denn es schien als ob er auf mein Anruf wartete.
Gefühlt nach einer Sekunde nahm er den Anruf entgegen.

The fight against the silence - 'til the last breathWo Geschichten leben. Entdecke jetzt