Kapitel 43

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𝗖𝗮𝗺𝗲𝗿𝗼𝗻

Ich kann hören, wie die Staubkörnchen in meinem Zimmer durch die Luft wirbeln - und sie tun es nicht gerade leise.
Ein hämmernder Schmerz pulsiert in meinem Schädel, während der Geschmack von Galle mir die Kehle hoch steigt. Wenn ich mich jetzt rühre, müsste ich mich mit ziemlicher Sicherheit sofort übergeben.

Der Schlaf hat noch seine Klauen in mich geschlagen. Es braucht mehrere Minuten bis ich richtig die Augen öffnen kann, und dann ist es das Licht, das durch das schmale Fenster gegenüber meinem Bett scheint und mir die Hornhaut verbrennt.

Ich vertrage absolut keinen Alkohol.

Mein verkaterter Arsch ist heilfroh, dass ich in meinem Bett liege und nicht irgendwo auf dem Boden. Oder noch besser; im Wohnzimmer, wo mich dann Mom gefunden hätte. Ich hätte keinen sehr stolzen Eindruck gemacht. Hat Sawyer mich hier reingeschleppt?

Ich fahre mir durchs plattgedrückte Haar und konzentriere mich für mehrere Minuten auf einen bestimmten Punkt über meinem Bücherregal, um nicht sofort meinen kompletten Mageninhalt in den Mülleimer zu kotzen.

Verdammt, wie viel habe ich getrunken?

Als ich mir sicher bin, dass die Übelkeit ein wenig abgeklungen ist, drehe ich mich zu meinem Nachttisch und suche nach meinem Handy. Es liegt neben einem Glas Wasser, das ich mir definitiv nicht selbst eingeschüttet habe. Ich greife nach meinem Handy, wobei ein kleiner Zettel, der wohl darunter gelegen haben muss, zu Boden segelt. Stöhnend beuge ich mich nach unten, ein dumpfes Pochen setzt sich hinter meinen Schläfen fest. Ich hebe das Papier auf und lese mit zusammengekniffenen Augen die darauf geschriebene Nachricht.

𝑊𝑜𝑙𝑙𝑡𝑒 𝑑𝑖𝑐ℎ 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡 𝑤𝑒𝑐𝑘𝑒𝑛, 𝑚𝑢𝑠𝑠𝑡𝑒 𝑤𝑒𝑔𝑒𝑛 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑠 𝑘𝑙𝑒𝑖𝑛𝑒𝑛 𝐹𝑎𝑚𝑖𝑙𝑖𝑒𝑛-𝑁𝑜𝑡𝑓𝑎𝑙𝑙𝑠 𝑙𝑜𝑠. 𝑊𝑢𝑠𝑠𝑡𝑒 𝑙𝑒𝑖𝑑𝑒𝑟 𝑛𝑖𝑐ℎ𝑡, 𝑤𝑜 𝑖ℎ𝑟 𝐴𝑠𝑝𝑖𝑟𝑖𝑛 𝑎𝑢𝑓𝑏𝑒𝑤𝑎𝑟𝑡, 𝑎𝑙𝑠𝑜 𝑚𝑢𝑠𝑠𝑡 𝑑𝑢 𝑑𝑖𝑐ℎ 𝑒𝑟𝑠𝑡𝑚𝑎𝑙 𝑛𝑢𝑟 𝑚𝑖𝑡 𝑊𝑎𝑠𝑠𝑒𝑟 𝑏𝑒𝑔𝑛𝑢̈𝑔𝑒𝑛. 𝑊𝑖𝑟 𝑠𝑒ℎ𝑒𝑛 𝑢𝑛𝑠 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑟 𝑆𝑐ℎ𝑢𝑙𝑒.

𝑀𝑜𝑟𝑔𝑎𝑛

Morgan. Ich starre eine lange Zeit auf ihre geschwungene Handschrifft und versuche meine Erinnerungen aufzufrischen. Morgan. Die Party. Mein Vater. Gallagher.

Mein Blick schießt zu meiner rechten Hand. Der Verband ist ein wenig verrutscht; die aufgeplatzten Knöchel und das verkrustete Blut, das an ihnen klebt, sind dadurch sichtbar.

»Fuck«, murmle ich und schließe die Augen. Der gestrige Abend schießt mir durch den Kopf, Bilder, wie ich mich besaufe, wie schroff ich zu Morgan bin, dann wie ich Gallagher schlage, weil er Scheiße über sie erzählt hat. Morgan hatte meine Hand danach so gut es geht desinfiziert ... und ich habe ihr gesagt, dass ich mich in sie verliebt habe.

»Fuck!«

Ich werde nie wieder einen Schluck Alkohol anrühren.

Hastig durchforste ich mein Gedächtnis nach dem, was danach passiert ist, was sie darauf erwidert haben könnte, aber mir fällt nichts ein. Da ist nur ein klaffendes Loch. Verdammt.

Morgans Nachricht fällt mir wieder ein. Augenblicklich schalte ich mein Handy ein. Das helle Display brennt mir in den Augen, weswegen ich schleunigst die Helligkeit runterfahre. Es ist bereits nach drei Uhr Nachmittags. Wie zur Hölle habe ich so lange geschlafen?

The PactWo Geschichten leben. Entdecke jetzt