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Die Decke noch immer fest unklammert schiebe ich meine Beine aus dem Bett, bis meine Füße den kalten Boden berühren

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Die Decke noch immer fest unklammert schiebe ich meine Beine aus dem Bett, bis meine Füße den kalten Boden berühren. Loki betrachtet jede Bewegung mit Argwohn, als meine Beine zu zittern beginnen, ich aber trotzdem nicht umfalle und mich aufrichte. Der Umstand, dass ich nichts weiter trage, als eines seiner Hemden und ein Höschen, schlinge ich die Decke wie ein Schutzschild um mich. Ich brauche Kleidung - meine Kleidung - und dann muss ich dringend aufs Klo!

Lokis Kopf dreht sich mit, und sieht fasziniert amüsiert aus, als ich in mein Zimmer wanke und die Tür hinter mir schließe. Mir ist noch immer schwindelig und ich fühle mich kraftlos, gönne mit aber keine Pause. Die Decke fällt zu Boden und ich greife nach einer Stoffhose aus der Kommode und ziehe die über.

Mit weiterer frischer Kleidung unter dem einen Arm und mit der Decke unter dem anderen, laufe ich zurück in Lokis Zimmer. Ich versuche mir nicht anmerken zu lassen, wie sehr mich das alles erschöpft hat, als Loki, der noch an der gleichen Stelle steht,  mich mustert. Achtlos werfe ich die Decke vor das Bett und sage: "Die Laken werde ich gleich wechseln."

"Und wohin gedenkst du jetzt zu gehen?" Ich weiß nicht genau, aber seine Stimme hat einen belustigten Unterton.

"Aufs Klo." Ich versuche, mit erhobenen Kopf durch das Zimmer zu laufen, muss mich aber trotzdem am Bett festhalten. Schneller, als mir lieb ist, ist Loki an meiner Seite. Er streckt einen Finger aus und stubst mich damit an der Schulter an. Ich wanke und kann mich kaum auf den Füßen halten.

"Noa, dass ist albern. Nutz mein Bad. Ich habe keine Lust, dass du dir alle Knochen brichst, nur weil du die Treppe zu den Waschräumen der Diener heruntergefallen bist."

"Nein, danke, aber schon gut, ich schaffe das."

Ich keuche, aber ich schaffe das!

"Keine falsche Scham, Mädchen, ich habe mehr von dir gesehen, als irgendjemand sehen sollte."

Oh, ich schaffe das definitiv!

Loki greift nach meinem Arm und die Berührung, die vor Tagen schmerzhaft war, prickelt recht angenehm auf meiner Haut, sodass sich mein Herzschlag verdoppelt und ich leise aufkeuche. Seltsamerweise sind seine Finger nicht mehr kühl, sondern haben scheinbar die gleiche Temperatur, wie ich selbst.

Durch seinen bestimmenden Griff muss ich unweigerlich daran denken, dass er hinter mit lag und sein Arm mich an ihn gezogen hat. Ich wanke und mein Kopf schiebt es auf das Fieber, aber mein Herz schiebt es eindeutig auf die langen sehnigen Finger, die meine Haut berühren und noch so viel mehr mit mir anstellen könnten.

Verdammt seist du, Herz!

"Noa.", sagt Loki eindringlich und sein Tonfall lässt keine Kompromisse zu.

"Okay." Ich schaue ihn nicht an - ich kann es nicht, jetzt, wo wir uns so nah waren. Natürlich könnte ich mich in seine Arme fallen lassen, mich an seine noch immer nackte Brust schmiegen und das kranke und verletzte Fräulein spielen und später alles auf das Fieber schieben, aber so viel Mut habe ich dann doch nicht.

Loki | NoaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt