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Im ewig gleichen Takt meines Alltags hieve ich das Tablett gegen meine Hüfte, um die schwere Tür zu seinen Gemächern zu öffnen. Was mir anfangs noch schwer fiel, geht inzwischen von leichterer Hand und es macht mir Angst, dass ich mich fast all...
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Die Frauen schlagen sich die Hände vor den Mund, Verzweiflung steht in ihren Gesichtern geschrieben, die man lesen kann, wie in einem offenem Buch. Ich stehe wie erstarrt da und betrachte den Rauch der brennen Stadt, der wie zum Abschied im Wind weht. Es war nett hier; ich habe mich wohlgefühlt in Asgard, aber jetzt werde ich zum wiederholten Male gewaltsam weggerissen und muss in eine ungewisse Zukunft schauen.
Aber nicht mit mir. Nicht heute!
Wut sammelt sich in meiner Mitte, verdrängt die Trauer, kriecht über meine Haut und schließt mein rationales Denken in eine Kiste. Meine Faust umschließt das glatte Holz der Schleuder. Ich habe gar nichts mehr zu verlieren.
Und während die Asinnen weinen, drehe ich nicht herum, so ruckartig, dass die Nähte an meinem Bauch gefährlich gespannt werden, und dann sprinte ich los. Das Überraschungamoment liegt auf meiner Seite, als ich den Dunkelelfen, der mir am nächsten steht, mit meiner Schulter treffe, ihn mit der Schleuder im Gesicht treffe. Er taumelt etwas zurück. Zugegeben, ich wollte ihn umwerfen und das hat nicht so geklappt, aber ich habe, was ich wollte.
Mit einem Zischen ziehe ich sein Langschwert aus der Scheide, aber verdammt! Es ist furchtbar schwer, sodass ich beide Hände an den Griff legen muss. Die Spitze scharrt über den Boden, als ich es schwingen will und meine Arme brennen, aber ich kann einen Hieb schlagen. Langsam und ohne Treffer. Der andere Dunkelelf zieht ebenfalls sein Schwert, aber mein Gegner, den ich soeben entwaffnet habe, hebt seine Hand, um seinen Kameraden zurück zu halten.
"Das will ich mir ansehen." Amüsiert stellt er sich vor mir auf und wartet scheinbar auf meinen nächsten Versuch, einen Treffer zu landen. Ich hole erneut aus und die Bauchnaht reißt. Heißer Schmerz brennt in mir und ich strauchel, als ich das Schwert auf Brusthöhe halte und auf den Dunkelelf zulaufe. Er dreht sich gekonnt weg, bevor ich nur in seiner Nähe bin. Dann steht er neben mir, versetzt mir mit seinem Ellenbogen einen Kinnhaken, der es in sich hat. Das Schwert liegt in seiner Hand, bevor ich auf den Boden aufschlage.
Der metallische Geschmack von Blut sammelt sich in meinem Mund und Sterne tanzen vor meinen Augen.
Der Schatten über mir sollte mich verängstigen, sollte mich dazu zwingen, wegzulaufen - wegzukriechen - , aber meine Kräfte sind an ihrem Ende angekommen. Ich bin müde, mein Körper schmerzt überall und das leuchtend rote Blut, welches eigentlich in mir sein sollte und nicht auf dem Boden unter mir, nimmt die letzte Energie mit sich.
Das ist also das Ende.
"Nicht.", zischt die Stimme in meinem Ohren und ich schaue zu der Klinge hinauf, die über mir ragt, bereit, meinen Körper in zwei Hälften zu schneiden. Die Morien streckt ihre beiden Hände aus und hält den Dunkelelf auf, bevor er tut, was unvermeidlich zu sein scheint.
"Sie gehört zu ihm. Sie könnte uns von Nutzen sein."
"Sie stirbt sowieso.", antwortet der Dunkelelf und mein Blickfeld trüb sich. Die drohende Ohnmacht macht zumindest den Schmerz etwas erträglicher.