Kapitel 17

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Max rannte auf der Laufbahn des Sportplatzes, seine Beine bewegten sich mechanisch im Rhythmus des Liedes "Stay" von Rihanna, das durch seine Kopfhörer dröhnte. Der Abendhimmel war in dunkles Blau getaucht, und die flackernden Flutlichter warfen lange Schatten auf den Boden. Max war außer Atem, aber er lief weiter, als ob er vor etwas davonlaufen wollte.

Während er rannte, gingen ihm die Ereignisse der letzten Wochen durch den Kopf. Seit Charles in sein Leben getreten war, hatte sich alles verändert. Max konnte nicht verstehen, warum ihn dieser Junge so durcheinanderbrachte. Charles war nichts weiter als ein Stiefbruder, den er nie gewollt hatte. Und doch...

Er erinnerte sich an die Nächte, in denen er betrunken und verzweifelt zu Charles gegangen war. An die Male, als Charles versucht hatte, ihm zu helfen, obwohl Max ihn immer wieder abgestoßen hatte. Diese Gefühle, die er tief in sich vergrub, kamen jedes Mal wieder hoch, wenn er an Charles dachte. Max hasste es, diese Schwäche zu spüren, dieses Bedürfnis nach jemandem, der ihm eigentlich egal sein sollte.

"All along it was a fever, a cold sweat hot-headed believer," sang Rihanna in seinen Ohren, und Max spürte, wie diese Worte sein Herz durchbohrten. Es war genau das, was er fühlte - eine fieberhafte Mischung aus Zorn und Verzweiflung, eine Hitze, die er nicht kontrollieren konnte.

Er dachte an die letzten Worte, die er mit Charles gewechselt hatte. An die Wut in seine' Augen, als Charles ihm nicht glauben wollte. "Warum liebst du ihn?" hatte ich ihn angeschrien, und Charles hatte keine Antwort gefunden. Wie hätte er es auch erklären können? Er wusste es selbst nicht.

Max blieb abrupt stehen, seine Hände auf den Knien, keuchend nach Luft ringend. Der Schweiß rann ihm übers Gesicht, und er nahm die Kopfhörer ab, ließ sie achtlos auf den Boden fallen. Die Stille war erdrückend im Vergleich zu der Musik, die eben noch seine Gedanken übertönt hatte.

In diesem Moment erkannte Max, dass er nicht mehr weglaufen konnte. Nicht vor Charles, nicht vor den Gefühlen, die ihn so sehr quälten. Er musste sich noch mal dem stellen, was immer da war, egal wie schwer es ihm fiel.

Mit einem letzten tiefen Atemzug blickte Max zum Himmel und flüsterte: "Stay." Es war nicht nur eine Bitte an Charles, sondern auch an sich selbst, nicht aufzugeben. Vielleicht, nur vielleicht, gab es einen Weg, wie sie beide irgendwie einen Frieden finden konnten.

Max stand immer noch keuchend auf der Laufbahn, als er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte. Er zuckte zusammen und drehte sich schnell um, nur um Phillip vor sich zu sehen. Phillip grinste breit, seine Augen blitzten vor Aufregung und Neugier.

"Hey, was machst du hier so spät?" fragte Phillip und klopfte Max auf den Rücken. "Du siehst aus, als hättest du den ganzen Tag trainiert."

Max wischte sich den Schweiß von der Stirn und versuchte, seine Atmung zu beruhigen. "Nur ein bisschen den Kopf freibekommen", murmelte er, den Blick auf den Boden gerichtet.

Phillip sah ihn scharf an, dann änderte sich sein Gesichtsausdruck zu einem ernsteren. "Hör zu, Max", begann er, seine Stimme drängend. "Ich weiß nicht, was in letzter Zeit mit dir los ist, aber ich will den alten Max zurück. Den Max, der sich nichts gefallen lässt, der keine Schwäche zeigt und der allen zeigt, wer hier das Sagen hat."

Max seufzte und schüttelte den Kopf. "Es ist nicht so einfach, Phillip. Es gibt Dinge, die du nicht verstehst."

Phillip packte ihn an den Schultern und zwang ihn, ihm in die Augen zu schauen. "Was soll ich nicht verstehen? Du warst immer der Starke, der, der uns geführt hat. Seit Charles in dein Leben getreten ist, bist du nicht mehr derselbe. Du lässt dich von ihm und seinen Freunden beeinflussen. Was ist nur los mit dir?"

Wir beide den Sternen so nahGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt