Monate und Wochen vergingen, die Tage verflogen in einem unaufhörlichen Strom aus Krankenhausbesuchen, Rehabilitation und Genesung. Charles hatte es geschafft: Er war stark genug, um das Krankenhaus zu verlassen. Die Narben, sowohl körperlich als auch emotional, würden noch lange bleiben, aber er war entschlossen, sich nicht von ihnen definieren zu lassen.
Charles wollte unbedingt wieder in die Welt des Rennsports eintauchen, auch wenn er selbst noch nicht bereit war, in ein Formel-1-Auto zu steigen. Er wusste, dass es Zeit und Geduld brauchte, um wieder auf die Strecke zu kommen. Doch bevor er sich wieder in das aufregende Leben der Rennen stürzte, stand ein wichtiges Gespräch an.
Charles saß am Küchentisch, seine Mutter Pascale und sein Stiefvater Eric ihm gegenüber. Sie sahen ihn aufmerksam an, spürten, dass etwas Wichtiges bevorstand.
„Mama, Eric", begann Charles langsam, seine Stimme fest, aber ruhig, „ich muss mit euch über Max sprechen."
Pascale und Jos wechselten einen besorgten Blick. Sie wussten, dass das Thema Max immer noch wie eine unsichtbare Wolke über der Familie hing.
„Was ist los, Charles?" fragte Pascale sanft.
Charles holte tief Luft. „Max und ich... wir haben vieles durchgemacht. Und ich habe erfahren, dass ihr ihn hier eingesperrt habt, als ich im Krankenhaus war. Ihr habt ihm verboten, mich zu besuchen, und das war falsch."
Eriscs' Augenbrauen zogen sich zusammen, und Pascale sah überrascht und verlegen aus. „Charles, wir dachten, es wäre das Beste für dich. Max hat..."
„Ich weiß, was Max getan hat", unterbrach Charles, seine Stimme schärfer als beabsichtigt. „Aber er ist mein Bruder. Er hat Fehler gemacht, ja, aber wer hat das nicht? Ihr habt ihn behandelt, als wäre er ein Verbrecher, als wäre er Schuld an meinem Unfall, und das ist nicht fair."
Pascale seufzte tief. „Wir hatten Angst um dich, Charles. Wir dachten, es wäre besser, wenn du Abstand hast."
„Aber ihr habt mich nicht gefragt, was ich wollte", erwiderte Charles. „Ich wollte Max sehen. Er hat sich Sorgen um mich gemacht. Und ihr habt ihn daran gehindert."
Eric runzelte die Stirn. „Wir wollten dich schützen."
„Schützen?", Charles schüttelte den Kopf. „Ich brauche keinen Schutz vor Max. Ich brauche meine Familie, und dazu gehört auch er. Ihr müsst verstehen, dass ihr ihm Unrecht getan habt."
Pascale sah ihren Sohn an, ihre Augen voller Reue. „Es tut uns leid, Charles. Wir dachten wirklich, dass wir das Richtige tun."
Charles nickte langsam. „Ich weiß, dass ihr es gut meintet, aber ihr habt uns beiden damit wehgetan. Max wohnt hier nicht mehr, weil er sich nicht willkommen fühlt. Das muss sich ändern."
Charles hatte gedacht, dass das Gespräch mit seiner Mutter Pascale und seinem Stiefvater Eric ein Schritt in Richtung Versöhnung und Heilung sein würde. Doch als er seine Bedenken und Wünsche offenlegte, zeigte sich eine unerwartet harte Reaktion von seinem Stiefvater Eric.
Eric, der bis dahin schweigend zugehört hatte, lehnte sich zurück und sah Charles mit kalten, durchdringenden Augen an. „Charles", begann er in einem tonlosen, eiskalten Ton, „ich verstehe deine Gefühle für Max, aber ich glaube, es ist besser für euch beide, wenn ihr euch nicht mehr seht."
Charles' Augen weiteten sich vor Schock und Unverständnis. „Was? Warum würdest du das sagen?"
Eric verschränkte die Arme vor der Brust und sah Charles unverwandt an. „Max hat dich in Gefahr gebracht. Der Motorsport ist eine gefährliche Welt, und seine Unachtsamkeit hätte dich fast das Leben gekostet. Ich werde nicht zulassen, dass er dich wieder in so eine Situation bringt."
DU LIEST GERADE
Wir beide den Sternen so nah
RomanceBuchbeschreibung: "Aus Hass wird Liebe" Charles ist neu in der Stadt und schon an seinem ersten Schultag gerät er in eine heikle Auseinandersetzung mit Max Verstappen, dem besten Schüler der ganzen Schule. Max, der niemanden neben sich duldet, der i...
