𝐊𝐢𝐚𝐧 𝐀𝐳𝐚𝐫
Versteckt hinter der Fassade eines disziplinierten Polizisten und Elite-Einsatzkraft liegt eine Vergangenheit, die ich gewissenhaft vor der Welt verborgen habe. Mit gerade einmal 17 Jahren wagte ich den Schritt, mein Elternhaus zu verlassen, um meinen Träumen und Zielen nachzujagen. Der Weg führte mich zur Bundespolizei, wo ich mit Eifer und Entschlossenheit an meiner Ausbildung arbeitete. Im Alter von 24 Jahren wurde ich für die GSG9 empfohlen, trotz meines jungen Alters war ich der jüngste in der Einheit.
Seitdem bin ich 27 und stehe noch immer hier, ein Mann mit einer Vergangenheit, die ich eifrig hinter verschlossenen Türen halte. Frauen waren stets ein Tabu für mich, eine bewusste Entscheidung, um meine inneren Wunden zu verschließen und meine Gedanken von den Ereignissen vor einigen Jahren fernzuhalten. Doch selbst die härteste Ausbildung konnte nicht verhindern, dass die Erinnerungen immer wieder hochkommen, hartnäckig und unerbittlich.
Mein Vater, ein Mann von alter Schule, hat mir beigebracht, niemals Schwäche zu zeigen oder meine Gefühle preiszugeben. Es ist ein Kodex, den ich tief in mir verankert habe, ein Schutzmechanismus, der mich bis hierhin begleitet hat. Doch seit dem Tag, an dem ich diese freche Göre gesehen habe, ist etwas in mir erwacht. Ein zweiter Blick offenbarte eine verblüffende Ähnlichkeit zu jemandem aus meiner Vergangenheit, jemandem, den ich zu vergessen versucht habe.
Warum muss sie ausgerechnet ihr so ähnlich sehen? Warum bringt sie mich dazu, mich in ihrer Nähe so wohlzufühlen? Fragen, auf die ich keine Antworten habe, aber die mich dennoch nicht loslassen. Die Anziehungskraft, die sie auf mich ausübt, ist unerklärlich und unerbittlich.
Doch ich kann mir nicht erlauben, diese Mauern, die ich so sorgfältig errichtet habe, zu durchbrechen. Denn das Risiko, meine innersten Geheimnisse preiszugeben, ist zu groß. Es gibt Momente, in denen ich Arin beobachte und mich frage, ob sie ahnt, welche Erinnerungen und Emotionen sie in mir auslöst.
Ihre freche Art und ihr trotziger Blick erinnern mich an jemand anderen, jemand, den ich vor langer Zeit bewusst aus meinem Leben entfernt habe. Diese Erinnerungen sind wie Geister, die ich nicht abschütteln kann, egal wie sehr ich es versuche. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich länger als nötig in ihrer Nähe bleibe, nur um dieses vertraute Gefühl zu spüren. Es ist eine Mischung aus Schmerz und Trost, eine seltsame Art von Nähe, die ich so lange vermieden habe. Doch je mehr ich versuche, mich von ihr fernzuhalten, desto stärker wird das Verlangen, in ihrer Nähe zu sein.
"Hey, ich meine es ernst. Ich glaube, deinem Freund würde es nicht gefallen, wenn er wüsste, dass seine Freundin auf der Arbeit Männer oberkörperfrei sieht," sagte ich und beobachtete, wie sie sich versteifte. Ich wusste, dass sie mich nicht als Bedrohung sah, aber sie war genervt von meiner ständigen Anwesenheit. Ich konnte nicht anders, als näher zu treten, meine Hände auf beiden Seiten ihrer Hüften platzierend, während ich mich nach vorne beugte und in ihr Ohr flüsterte. "Weiß dein Freund auch, was ich hier mache?" Ihre Reaktion war unverkennbar. Sie blieb stehen, bewegungslos, und ich konnte das leise Beben in ihrem Körper spüren.
Doch anstatt wegzuziehen, blieb sie genau dort, eine Mischung aus Trotz und Unsicherheit. Ich konnte sehen, wie sie versuchte, ihre Fassung zu bewahren, aber ich wusste, dass sie sich meiner Nähe bewusst war. "Hau ab, du Vollidiot," fauchte sie, ihre Stimme voller Zorn und Abneigung. "Deine Masche zieht nicht bei mir, wann verstehst du das endlich? Der Hass dir gegenüber wird dadurch nur noch stärker."
Ist es so schwer, diese Frage zu beantworten. Ich könnte schwören, dass ich ihren "Freund" irgendwoher kenne, aber gerade komme ich nicht darauf. Wenn ich nur wüsste, wie er heißt, dann könnte ich im System mehr über ihn herausfinden.
Denn eines ist klar: Er schien mir nicht vertrauenswürdig. Arin behauptet immer, dass sie keinen Kontakt zu Männern hat. Warum ist sie dann so oft mit diesem Kerl zusammen? Es wird mir wieder klar, dass man Frauen niemals vertrauen sollte. Das ist wieder ein Beweis dafür. Wie dumm und naiv bin ich eigentlich? Ich bin nicht mehr der 17-jährige Kian, der seine Gefühle zeigt. Ich bin nicht mehr der 20-jährige Kian, der wegen einer Frau jahrelang geweint hat.
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𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭
Romance𝐁𝐚𝐧𝐝 𝟏 Arin, eine kämpferische Studentin mit einem Kampfgeist, der größer ist als ihr Bankkonto, findet sich plötzlich als Putzkraft in der Kaserne wieder. Ein Job, der ihre finanzielle Misere lindern soll. Doch als sie auf einen furchtlosen Po...
