Mein Herz rast, meine Gedanken überschlagen sich. Warum passiert das ausgerechnet jetzt? Ich kauere mich hinter einer Säule und versuche, meine Atmung zu kontrollieren. Ich muss ruhig bleiben, ich muss klar denken. Die Männer bewegen sich schnell und sprechen in einer Sprache, die ich nicht verstehe.
Ihre Gesichter sind verhüllt, ihre Augen eiskalt. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und tippe hastig eine Nachricht an meine Eltern: "Verspäte mich etwas, hab euch lieb, bis später." Meine Hände zittern so sehr, dass ich kaum die Tasten treffen kann. Ich drücke auf Senden und hoffe, dass die Nachricht durchgeht. Die Geräusche von Schritten und Schreien hallen durch den Bahnhof. Ich spähe vorsichtig hinter der Säule hervor und sehe, wie die Männer Passagiere bedrohen und in eine Ecke drängen. Panik steigt in mir auf, aber ich zwinge mich, ruhig zu bleiben. Ich darf keinen Lärm machen.
Ich muss einen Ausweg finden. In der Ferne sehe ich eine Notausgangstür. Wenn ich es dorthin schaffen könnte... Aber die bewaffneten Männer sind überall. Mein Puls hämmert in meinen Ohren, meine Hände sind schweißnass. Verdammt, ich muss hier raus. Plötzlich vibriert mein Handy. Ich ignoriere die Nachricht. Jetzt zählt nur noch das Überleben. Langsam bewege ich mich von der Säule weg, krieche geduckt in Richtung der Notausgangstür. Jeder Schritt fühlt sich an wie eine Ewigkeit, meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt.
In der Nähe höre ich eine Mutter, die ihr Kind beruhigt, ein älterer Mann, der leise betet. Ich bin fast da. Noch ein paar Meter. Plötzlich fällt ein Schatten über mich. Ich drehe mich um und sehe direkt in die Augen eines der bewaffneten Männer. Sein Blick ist hart und gnadenlos. Ich halte den Atem an, mein Herz setzt einen Schlag aus.
"Hey, du! Was machst du da?" Seine Stimme ist laut und bedrohlich. Mein Körper erstarrt. Ich habe keinen Plan, keine Waffe, nichts. Nur Angst und den verzweifelten Willen zu überleben. "Meinen Sie etwa mich?" frage ich nervös. "Ja, dich. Was machst du da?" Der Mann mustert mich misstrauisch, seine Augen funkeln gefährlich hinter der Maske. "Ich wollte nur raus aus dem Bahnhof, ich habe nichts gesehen und nichts gehört, so dann geh ich jetzt mal," sage ich zitternd. Plötzlich richtet er die Waffe auf mich.
"Entweder bleibst du genau jetzt da stehen oder ich puste dir dein Gehirn weg." Ist die Waffe gerade wirklich auf mich gerichtet? Mein Gehirn wegpusten? Lieber nicht. "Okay, okay, maskierter Herr, ich bewege mich nicht vom Fleck," sage ich hastig. "Das ist die letzte Warnung. Wenn du wieder vorhast, irgendwas Dummes anzustellen, war's das mit dir." "Alles klar, ich bewege mich nicht vom Fleck," antworte ich. Mein Körper fühlt sich an, als wäre er aus Stein. Das kann doch nicht wahr sein. Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Das geht hier locker schon seit mehreren Minuten.
Wo bleibt die Polizei, wenn man sie braucht? In meinem Kopf rasen die Gedanken. Ich denke an meine Eltern, meine Freunde, sogar an Kian, und all die ungeklärten Dinge, die zwischen uns stehen. Warum musste alles so kompliziert sein? Warum musste ausgerechnet ich in diese Situation geraten? Ich setze mich auf den kalten Boden, meine Arme liegen schwer auf meinen Knien. Es sind nun mehr als 45 Minuten vergangen, seitdem wir im Bahnhof festgehalten werden. Die normale Polizei kommt nicht durch, weil diese Männer bereit sind, unschuldige Menschen zu erschießen. Mittendrin bin ich, komme ich hier überhaupt lebend raus? Ich weiß es nicht. "Was glotzt du so?" faucht der Mann vor mir, und seine Hand zuckt unruhig an der Waffe. "Ich... ich dachte nur... ich will wirklich keinen Ärger," stammele ich.
Plötzlich knistert es über die Lautsprecher: "An die Täter: Wir bitten Sie, keine Zivilisten zu verletzen. Wenn Sie sich in den nächsten 20 Minuten nicht freiwillig ergeben, wird die Spezialeinheit eingreifen." Was? Habe ich richtig gehört? Eine Spezialeinheit wird eintreffen. Bitte, lieber Gott, die sollen so schnell wie möglich kommen. Langsam bekomme ich wirklich Angst. Der Mann starrt mich seit 10 Minuten, ohne zu blinzeln an, seine Augen schreien danach, mich mit der Waffe kaltzumachen. Wie verhält man sich in so einer Situation? Ich weiß es nicht. Ich wünschte, ich hätte die Dokus über Geiselnahmen damals genauer angeschaut.
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𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭
Romance𝐁𝐚𝐧𝐝 𝟏 Arin, eine kämpferische Studentin mit einem Kampfgeist, der größer ist als ihr Bankkonto, findet sich plötzlich als Putzkraft in der Kaserne wieder. Ein Job, der ihre finanzielle Misere lindern soll. Doch als sie auf einen furchtlosen Po...
