𝐊𝐢𝐚𝐧
Habe ich gerade gegrinst? Ich hoffe, sie hat es nicht bemerkt. "Verstehst du dich gut mit Meran?" frage ich sie. Mit ihren großen Augen blickt sie hoch. "Er ist ein netter Kerl. Ich kenne ihn jetzt nicht so besonders gut, aber sympathisch ist er," sagt sie. "Aha. Wie kommt's eigentlich, dass ich euch so oft beieinander sehe?" Sie zuckt mit den Schultern. "Dich sehe ich ja auch oft hier. Abgesehen davon ist es nicht möglich, euch allen hier aus dem Weg zu gehen," sagt sie. "Also findest du Meran nett?" frage ich sie. Sie nickt. "Und was ist mit mir?" "Hm, ja, also zurzeit scheinst du recht freundlich zu sein, aber sonst machst du mir eigentlich Angst," sagt sie. Warte, wieso mache ich ihr Angst? Oder hat sie Angst wegen der ganzen Kratzer in meinem Gesicht? "Wieso mache ich dir Angst?" frage ich.
Sie kreuzt ihre Arme vor der Brust, mein Blick rutscht aus Versehen dorthin. Sie hat echt gute Rundungen, das muss man ihr lassen. Scheiße, woran denke ich eigentlich? "Soll ich jetzt alles aufzählen, was du gemacht hast?" antwortet sie. Ich lenke vom Thema ab. "Hast du die Unterlagen fürs Stipendium schon fertig?" "Ja," grinst sie, "ich habe auch noch ein Motivationsschreiben zusätzlich geschrieben. Ich hoffe so sehr, dass ich angenommen werde," sagt sie. "Das wird schon. Bring mir die Unterlagen am besten gleich ins Zimmer," sage ich. Sie nickt. "Alles klar, wird gemacht." Während sie an mir vorbeigeht, beobachte ich sie von hinten.
Schöne Beine hat sie auch noch, doch durch ihre lockere Hose sind sie nicht richtig zu erkennen. Aber als sie einmal dieses kurze Kleid anhatte, war es schon ein Hingucker. Seit wann trägt sie überhaupt einen Zopf? Sonst war doch immer eine Haarspange dran. Ich gehe in der Zeit wieder ins Zimmer. Ich setze mich auf das Bett und ziehe mein T-Shirt aus. Diesmal habe ich ordentlich was abbekommen. Woher sollte ich wissen, dass dieser Bastard mit vier anderen Männern kommt? Währenddessen schmiere ich mir eine Wundsalbe direkt über meine rechte Rippe.
In dem Moment kommt Arin ins Zimmer. "So, ich habe hier meine Zeugnisse, dann noch die ganzen Noten, die ich bis jetzt bekommen habe..." Jetzt schaut sie rüber zu mir. Ihr Blick haftet auf meinem Oberkörper. "Warum bist du jetzt wieder halbnackt?" fragt sie. Ich zeige ihr die Wundsalbe, die ich noch in der Hand habe. "Oh stimmt. Soll ich dir helfen?" fragt sie mich. Ohne weiter zu überlegen sage ich, dass es gut wäre. Sie setzt sich zu mir, nimmt die Wundsalbe und drückt etwas auf ihre Hand. Ich spüre ihre sanften Finger auf meinem Körper.
Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es mir nicht gefällt, wenn sie mich so aufmerksam verarztet. "Du hast also bis jetzt noch nie einen anderen Mann angefasst?" frage ich sie. "Wie oft soll ich es dir noch sagen? Nein, habe ich nicht," sagt sie und verdreht ihre Augen. "Wie kommt's?" sage ich. "Hat sich nie ergeben." "Ach so, wenn sich da was ergeben hätte, würdest du es machen?" frage ich weiter. "Was sind das bitte für Fragen? Wieso stellst du plötzlich so viele Fragen?" sagt sie. "Wenn ich zwei Fragen zu viel stelle, sagst du sofort, ich soll ruhig sein," fügt sie noch hinzu. Ich lehne mich an das Bett und stütze mich mit beiden Ellenbogen ab. "Was soll das jetzt?" fragt sie. "Diese Position gefällt mir besser," sage ich mit einer ruhigen Stimme.
"Wo soll ich noch die Wundsalbe auftragen?" fragt sie mich. Ärgern wir sie mal ein bisschen. Ich zeige ihr mit meinen Augen auf meine bestimmte Zone und grinse dabei. Sie schaut mich mit einem ernsten Blick an und schlägt leicht mit ihrer Handinnenfläche auf meinen Bauch. "Autsch," sage ich leise.
"Unglaublich, wirklich. Die Unterlagen liegen auf dem Tisch. Tschüss," sagt sie und verlässt das Zimmer. Ich werde noch dafür sorgen, dass du mehr als das willst. Du wirst diejenige sein, die zu mir kommen wird um mehr zu verlangen.
Schauen wir uns mal ihre Unterlagen an. Sie hat sogar ein Bild von sich selbst hinzugefügt. Ich lese mir ihr Motivationsschreiben durch. Ah, du bist also fleißig, zielstrebig und menschenorientiert. Bevor ich ihre Unterlagen zurücklege, reiße ich das Bild heraus. Auf dem Bild sieht sie sehr unschuldig aus. Ich muss gestehen, die Kleine ist ein hübsches Mädel. Ich mache mich bereit für das Training. Unten angekommen sehe ich schon Meran. "Mein Bruder, endlich. Ich dachte, du schläfst," sagt er und lacht dabei. "Hatte noch kurz was zu tun. Was steht heute auf dem Trainingsplan?" frage ich ihn. "Heute ist Kraft- und Ausdauertraining angesagt. Ah, und wir müssen später noch zum Schießstand," sagt er. "Schon wieder? Wurde es wieder auf dreimal erhöht?" frage ich ihn. "Was weiß ich, ich bin doch erst seit ein paar Wochen wieder hier," sagt Meran. Während wir weiter trainieren, kann ich nicht anders, als ihn etwas Bestimmtes zu fragen. "Magst du die Putzfee eigentlich?"
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𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭
Romance𝐁𝐚𝐧𝐝 𝟏 Arin, eine kämpferische Studentin mit einem Kampfgeist, der größer ist als ihr Bankkonto, findet sich plötzlich als Putzkraft in der Kaserne wieder. Ein Job, der ihre finanzielle Misere lindern soll. Doch als sie auf einen furchtlosen Po...
