Kian schaut mich an, überrascht, aber nicht abgeschreckt. Verwirrung flackert in seinen Augen, doch er scheint nicht bereit aufzugeben. Er versucht erneut, mich zu sich zu ziehen, doch diesmal reagiert mein Körper schneller als mein Kopf. Meine Hand schießt vor und klatscht ihm auf die Wange, so laut, dass das Geräusch in der Dunkelheit widerhallt. "Warum machst du das? Wieso spielst du so mit meinen Gefühlen?" frage ich, meine Stimme bricht fast, als ich ihn anschaue, meine Augen voller Schmerz und Unverständnis.
Ohne eine Antwort abzuwarten, drehe ich mich um und gehe weg, meine Schritte fest und entschlossen. Hinter mir höre ich Kian leise lachen, als ob er das Ganze nicht ernst nimmt. "Autsch," murmelt er, fast amüsiert, als ob der Schlag ihn mehr überrascht als verletzt hätte. Ich kehre zurück ins Café, meine Gedanken ein Chaos, mein Herzschlag dröhnend in meinen Ohren. Meran, Leyla und Arzo sitzen noch am Tisch, doch die fröhliche Stimmung von vorher scheint gedämpft zu sein.
"Los, lass uns aufstehen und gehen," sage ich abrupt, bemüht, meine Fassung wiederzufinden.
Leyla, die gerade noch glücklich und entspannt wirkte, schaut mich irritiert an. "Warum denn? Wir sitzen doch so schön."
"Alles klar," antworte ich knapp, "wenn du weiterhin hier bleiben möchtest, mach das. Ich werde jetzt gehen."
Arzo wirft Leyla einen unsicheren Blick zu, bevor sie sich erhebt. "Bist du dir sicher? Ich werde mit Arin gehen," sagt sie, ihre Stimme sanft, aber bestimmt. Meran, der die Veränderung der Stimmung bemerkt hat, sieht uns alle fragend an. "Was ist denn jetzt los auf einmal?"
"Ach, alles gut," sage ich schnell und versuche, so normal wie möglich zu klingen. "Ich denke, es reicht hier."
Leyla zögert einen Moment, sieht dann aber, wie entschlossen wir beide sind, und seufzt leise, bevor sie ebenfalls aufsteht. "Na gut, wenn ihr das so wollt," murmelt sie, ihre Enttäuschung deutlich spürbar.
Gemeinsam verlassen wir das Café, die Leichtigkeit des Abends ist verschwunden, ersetzt durch eine Schwere, die keiner von uns ganz versteht. Aber es gibt kein Zurück mehr. Die Mädels und ich machen uns schweigend auf den Weg, und ich spüre, wie die Spannung der letzten Minuten langsam von mir abfällt, ersetzt durch eine leise, nagende Unruhe. Was immer zwischen Kian und mir passiert ist, es hat mehr verändert, als ich bereit bin zuzugeben. Nachdem wir die Wohnung betreten haben, sinkt die vorherige Anspannung allmählich.
Die vertraute Umgebung wirkt beruhigend, doch die Stille, die in der Luft hängt, ist von einer unterschwelligen Spannung durchzogen. Gerade als ich denke, dass es endlich ruhig wird, lässt Leyla sich dramatisch auf das Sofa fallen und seufzt laut auf. "Ich hatte nicht mal die Möglichkeit, mich von meinem Traumtypen zu verabschieden!", sagt sie, ihre Stimme klingt enttäuschend. Arzo, die bereits dabei ist, ihre Schuhe auszuziehen, verdreht genervt die Augen. "Boah, Leyla, reicht langsam. Du nervst mit ihm."
"Was denn? Du bist doch eh schon vergeben, gönn mir doch wenigstens etwas!", entgegnet Leyla trotzig, ihre Augen funkelnd vor Unmut. Ich sage nichts, beobachte die beiden nur, während ich mich langsam auf den Sessel setze. Die Worte prallen an mir ab, doch tief in meinem Inneren spüre ich eine Unruhe, die ich nicht abschütteln kann.
Leyla lässt nicht locker. "Habt ihr gesehen, wie er mich angeguckt hat? Ich glaube, er hat auch Interesse an mir." Ihr Tonfall schwankt zwischen Selbstsicherheit und Unsicherheit, als ob sie sich selbst davon überzeugen muss.
Arzo kann ihre Reaktion kaum verbergen, sie verdreht erneut die Augen und schüttelt den Kopf. "Ich glaube nicht. Hast du nicht gemerkt, dass er seine Augen nicht von Arin nehmen konnte?" Während sie das sagt, sieht sie mich direkt an, als wolle sie ihre Worte unterstreichen. Ich schaue Arzo schockiert an, dann breche ich in lautes Lachen aus, um die unangenehme Spannung zu durchbrechen. "Was denn? Ich kann doch nicht die Einzige sein, der es aufgefallen ist," fährt Arzo fort. "Wenn er könnte, würde er sich auf dich schmeißen."
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𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭
Romance𝐁𝐚𝐧𝐝 𝟏 Arin, eine kämpferische Studentin mit einem Kampfgeist, der größer ist als ihr Bankkonto, findet sich plötzlich als Putzkraft in der Kaserne wieder. Ein Job, der ihre finanzielle Misere lindern soll. Doch als sie auf einen furchtlosen Po...
