Das hat noch gefehlt. Ich liebe meine Freunde, aber jetzt ist echt kein guter Zeitpunkt. Ich schreibe zurück: "Wann wollt ihr denn kommen?" Leyla antwortet prompt: "Am Wochenende natürlich, ich habe schon unsere Tickets gebucht." Oh nein, ich kann jetzt nicht mal mehr sagen, dass ich für Klausuren lerne. "Ach wie schön, dann sehen wir uns am Freitag," schreibe ich zurück. Einerseits will ich natürlich wieder Zeit mit den beiden verbringen, aber wenn ich daran denke, wie Leyla drauf ist, vor allem wegen Kian. Aber warum sollten die beiden sich begegnen? Stimmt, ich plane einfach alles so, dass es nicht zu einer Begegnung zwischen den beiden kommt.
Ich seufze und stecke mein Handy weg. Meine Gedanken wandern zurück zu Kian und der seltsamen Begegnung im Raum. Seine Nähe, die Art, wie er meine Strähnen hinter die Ohren gesteckt hat... Alles fühlt sich so verwirrend an. Zurück in meiner Wohnung werfe ich mich aufs Bett und starre an die Decke. Mein Leben scheint in einem einzigen Durcheinander zu stecken. Meran und Kian, meine Gefühle, meine Freunde, die plötzlich auftauchen, alles ist einfach zu viel. Am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg zur Uni und treffe dort auf Mia. Sie strahlt mich an, und wir fallen uns in die Arme. "Arin! Lange nicht gesehen! Wie geht's dir?"
"Mir geht's gut, Mia! Ich habe so viel zu erzählen." Wir setzen uns auf eine Bank im Innenhof, und ich erzähle ihr von meinem neuen Stipendium.
"Wow, das ist ja großartig!" Mia lächelt, dann runzelt sie die Stirn. "Woher kommt das Stipendium eigentlich?"
"Ähm, ehrlich gesagt, weiß ich das nicht so genau," gebe ich zu. "Es kam einfach wie aus dem Nichts."
"Du könntest doch bei deiner Bank nachfragen, wer dir das Geld überweist," schlägt Mia vor.
"Das ist eine gute Idee. Ich werde das bei nächster Gelegenheit tun," sage ich und mache mir eine mentale Notiz.
Nach der Uni fahre ich wieder zur Kaserne. Ich habe für Meran Kekse gebacken, weil er beim letzten Treffen erwähnt hat, dass er selbstgemachte Kekse über alles liebt. Außerdem möchte ich mich bedanken, dafür dass er mir immer Essen ausgibt. Ich beginne mit meiner Arbeit, suche zwischendurch nach Meran, weil ich ihm die Kekse gerne jetzt geben möchte. Ich schaue unten im Fitnessraum, im Pausenraum und in den Gängen, aber von ihm keine Spur.
Auch Kian ist nirgends zu sehen. Vor Merans Zimmer bleibe ich stehen. Es hört sich so an, als wären Leute in seinem Zimmer. Ich versuche zu lauschen und höre meinen Namen. Jetzt klebt mein Ohr an der Tür, weil ich natürlich erfahren will, worüber sie reden. Ich höre Merans Stimme, jetzt auch noch die von Kian. "Ich finde sie richtig süß," höre ich Meran sagen. Von Kian kommt keine Antwort. "Weißt du Bruder, ich freu mich echt, dass sie hier arbeitet. Ich weiß nicht, aber wenn ich sie sehe, habe ich direkt gute Laune," sagt Meran. "Du hast so oder so immer gute Laune," kommentiert Kian, und ich verdrehe die Augen. Was will der jetzt mit seinem Kommentar?
"Sei doch ehrlich, als ob du sie nicht attraktiv findest," fragt Meran plötzlich.
Ich bin tatsächlich gespannt auf Kians Antwort. Was wird er wohl sagen? Wieso sagt er nichts?
"Gute Figur und wäre sicherlich gut im Bett," sagt Kian schließlich.
WAS? Habe ich mich gerade verhört oder meinte er wirklich, ich wäre sicherlich gut im Bett? Ich halte mir meine Hand vor den Mund, weil ich sonst explodiere, und zwar vor Wut. Wie kann er nur so etwas sagen? Schämt er sich nicht mal ein bisschen? Mein Gesichtsausdruck ist schockiert. War er nur in meiner Nähe, weil er mit mir schlafen wollte? Ich kann das einfach nicht glauben, ich will es nicht wahrhaben. Aber wenn das so ist, gehe ich ihm aus dem Weg. Ich zähle sowieso die Tage, bis ich hier raus bin, dann sehe ich ihn hoffentlich nie wieder im Leben. Die Wut in mir kocht. Ich klopfe an der Tür.
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𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭
Romance𝐁𝐚𝐧𝐝 𝟏 Arin, eine kämpferische Studentin mit einem Kampfgeist, der größer ist als ihr Bankkonto, findet sich plötzlich als Putzkraft in der Kaserne wieder. Ein Job, der ihre finanzielle Misere lindern soll. Doch als sie auf einen furchtlosen Po...
