Kapitel 35

5.5K 206 121
                                        

Was geht jetzt schon wieder ab? Ich atme nervös, als ich seine andere Hand nun an meiner Taille spüre. Wenn das so weitergeht, wird er mich noch küssen. Schnell drücke ich ihn mit beiden Händen von mir weg und lache kurz auf. "Oh Man, ich habe plötzlich so Hunger bekommen", sage ich und reibe mir den Bauch. Er zieht kurz an seinem Oberteil und sagt locker: "Alles klar, dann sorgen wir erstmal dafür, dass dein Hunger gestillt wird."

In was für unangenehme Situationen bringt dieser Kerl mich eigentlich? Ich dachte wirklich, gleich geht es richtig ab. "Worauf hast du Lust?", fragt er mich. "Keine Ahnung, sag du", antworte ich und zucke mit den Schultern. Er schaut rüber zu mir. "Du bist diejenige, die Hunger hat, nicht ich." Oh stimmt, sag einfach irgendwas, denke ich mir. "Dann vielleicht Burger mit Pommes", sage ich. "Okay, alles klar", gibt er von sich, sein Blick ganz anders als vorhin.

Ist er sauer, weil ich ihn unterbrochen habe? Er hat doch nicht einmal einen Grund dafür, denke ich mir. Heute ist er wieder mit seinem CLE Coupé unterwegs. Das andere Auto, mit dem er mich mal nach Lüneburg gefahren hat, benutzt er irgendwie selten, aber ich denke mir nichts dabei. Dieses Auto könnte ich mir nur leisten, wenn ich wirklich gut verdiene und es irgendwie finanziere. Wie macht er das nur? Wo ist dieser Burgerladen? Wir fahren schon seit mehr als 40 Minuten. Mein Blick verändert sich.

"Was ist los?", fragt er. "Nichts, was soll denn sein?", antworte ich. "Bekommst du etwa schlechte Laune, wenn du hungrig bist?", fragt er mich und grinst leicht dabei. Ich schüttle den Kopf. "Was? Nein, ich habe mich nur gewundert, wo du mich hinbringst", sage ich. "Ah, okay, wir sind jetzt auch schon da", sagt er. Ich schaue mir die Umgebung an. Kennt dieser Junge auch andere Orte außer Schickimicki Restaurants? Ich gucke ihn von der Seite an. "Ich wollte nur was Normales essen, keine Trüffelpasta oder so", sage ich. "Du wolltest doch Burger und Pommes essen". "Ja, was auch immer", sage ich leicht gereizt.

Ich glaube, ich bekomme meine Periode. Ich fühle schon, wie sich meine Stimmung leicht verändert. Im Restaurant realisiere ich, dass ich mit Kian alleine essen werde. Ich überlege, ob ich mir wirklich einen Burger bestellen soll. In meinem Kopf stelle ich mir vor, wie ich so richtig zubeiße, aber ganz ehrlich, es ist mir egal. Es ist nur Kian, der zusehen wird, von daher. Solange es nicht mein zukünftiger Ehemann ist, ist es mir egal, wer mir zusieht, während ich meinen Burger mit liebe verputze.

Der Kellner kommt und ich gebe meine Bestellung auf. Ich schaue rüber zu Kian. "Für mich erstmal nichts, danke." Wie bitte? Ich sitze hier und esse, während er mir dabei zuschaut? Das kann doch nicht wahr sein. "Was soll das?", frage ich ihn. "Was soll was?", fragt er zurück. "Soll ich jetzt hier alleine essen?" "Ich kann um diese Uhrzeit nichts Großes mehr essen, verstehst schon, wegen den ganzen Kalorien", sagt er und verschränkt dabei seine Arme. Meine Augen bleiben direkt vor seinen Armen stehen.

Warum müssen seine Arme so durchtrainiert sein? Scheiße, er hat es gemerkt. "Starrst du gerade meine Arme an?", sagt er. "Was, wer ich? Ich lache kurz auf. "Warum sollte ich? Ich habe nur geguckt, wo der Kellner geblieben ist." Nachdem mein Essen auch nun schon angekommen ist, warte ich einen kurzen Moment, bevor ich anfange. Eigentlich mag ich es gar nicht, wenn ich mit jemandem bin und alleine esse. Aber was soll's, ich habe jetzt wirklich Hunger und fange an, in meinen Burger reinzubeißen. Soll er doch dabei zusehen, interessiert mich nicht.

Nachdem ich meine Pommes in die Trüffelmayo dippe, schaue ich zu ihm rüber. "Bist du dir sicher, dass du nichts willst?", frage ich ihn und biete ihm Pommes an. Doch er schüttelt den Kopf. "Iss ruhig", sagt er. Nach dem Essen reibe ich erneut meinen Bauch. "War lecker". Als der Kellner wiederkommt, mache ich mich bereit, das Essen zu bezahlen. "Kommt nicht in Frage", sagt Kian, sein Ton wie immer ernst. "Ich hab doch gegessen, außerdem kann ich alleine bezahlen."

"Und ich habe nein gesagt. Steck deine Karte wieder ein", sagt er. Ich tue, was er sagt, weil ich weiß, dass er sonst laut wird. Außerdem habe ich gerade überhaupt nicht die Kraft, mit ihm zu diskutieren. Dann soll er eben bezahlen, ich gebe das Geld für was anderes aus, denke ich mir.

𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt