Kapitel 31

5.4K 170 82
                                        

"Was heißt denn hier, wenn du solche Typen anziehst? Denkst du, ich mache das absichtlich?" frage ich wütend. "Du verstehst schon, was ich meine," sagt Kian. "Nein, verstehe ich nicht. Merkst du nicht, dass ich wegen dir meinen Job, den ich zum Überleben brauche, gerade verloren habe, weil du deine Aggressionen nicht unter Kontrolle hast?" Mein Ton wird schärfer. "Ich wollte dir nur helfen," sagt er, sein Blick wird aggressiver, sein Ton lauter.

"Dann hör auf, mir zu helfen, wenn ich es nicht brauche. Du kannst nicht immer den Helden spielen. Weißt du, wie schwer es ist, einen guten Job hier zu finden? Du hast alles, eine gute Arbeit, eine abgeschlossene Ausbildung. Was ist mit mir? Ich bin noch am Anfang und versuche, etwas für meine Zukunft zu tun," sage ich mit zitternder Stimme. "Solange du das als richtig siehst, Menschen ohne Grund verprügeln zu müssen, können wir nie richtig miteinander sprechen," sage ich und schüttle den Kopf. "Ach, ist das so?" sagt er.

Ich drehe mich um und gehe weg, lasse ihn einfach stehen. Mein Herz rast und ich spüre die Tränen in meinen Augen. Alles ist einfach so kompliziert, nichts läuft so, wie ich es mir vorgestellt habe.

So eine Scheiße, ich wurde angelogen, als Geisel genommen, entführt und sogar abgestochen. Keiner würde mir glauben. Es ist, als würde ein Fluch auf mir lasten. Verdammt, ich wollte doch nur studieren und meine Zukunft so gestalten, wie es mir gefällt. Zu Hause angekommen, lasse ich mich aufs Bett fallen und schließe die Augen.

Was ist nur los mit mir? Warum regt mich das so auf? Warum kann ich nicht einfach dankbar sein? Die nächsten Tage versuche ich, wieder in meinen Alltag zurückzufinden. Meine Wunde heilt gut und ich fühle mich körperlich besser. In der Uni habe ich einige Vorlesungen nachzuholen, aber es geht voran. Mia und ich sitzen in der Mensa und reden über alles Mögliche.

"Arin, du hättest echt mit deinem Ex-Date ausgehen müssen," sagt Mia. "Wieso denn das?" frage ich gelangweilt, bevor ich mit ihm ausgehe, denke ich mir. "Ich habe dir doch erzählt, dass dein Ex-Date mit einem anderen Mädchen am Wochenende ausgehen wird. Aaron hat mir erzählt, dass sein Kollege im noblen Restaurant Facil sein wird," sagt Mia mit großen Augen. Ich zucke mit den Schultern und beiße in mein Sandwich. Mit vollem Mund sage ich: "Schön für ihn."

"Ich frag mich echt, wie er sich das leisten kann. Er ist doch ein normaler Polizist," sagt Mia.

"Keine Ahnung, er interessiert mich doch gar nicht. Ich will echt nicht über ihn reden," sage ich.

"Und was ist mit dem anderen? Ich hab ihn beobachtet, er konnte seine Augen nicht von dir nehmen. Wenn du willst, frage ich Aaron über ihn aus," sagt sie.

Meint sie Meran? "Mia, ich will wirklich niemanden kennenlernen. Ich bin so wirklich glücklich," sage ich. "Ja, ja, das sagen sie alle. Irgendwann mit Mitte 30 wirst du dann einsam mit Katzen leben," sagt sie. "Wie schade, dass ich Angst vor Katzen habe," sage ich und grinse dabei. Nach der Uni beeile ich mich, weil meine Schicht in der Kaserne beginnt. Heute muss ich wieder einmal die Räume der Elite-Polizisten wischen. Kians Raum lasse ich aus, auf eine Begegnung mit ihm habe ich echt keine Lust. Sein Gelaber bereitet mir Kopfschmerzen.

Beim nächsten Zimmer drücke ich die Türklinke runter. In diesem Zimmer war ich tatsächlich noch nicht. Im Vergleich zu Kians Zimmer ist das Interieur sehr anders. Direkt am Eingang ist ein Regal mit vielen teuren Sportschuhen. Wow, er hat sogar die Jordans von Travis Scott. Er muss wohl ein Sammler sein, murmele ich vor mich hin. Neben dem Bett hängen viele Bilder.

Neugierig schaue ich mir die Bilder an. Wie süß, er hat dann wohl eine Katze. Die Katze schaut wirklich sehr niedlich aus, denke ich, während ich mir die weiteren Bilder genauer anschaue. Plötzlich höre ich, wie die Türklinke runtergedrückt wird. Ich drehe mich um und kreische laut. "Ahhhhh!" schreie ich auf. "Hey, alles in Ordnung. Ich bin's, Meran. Kein Grund, dich zu erschrecken."

𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt