Ich stehe auf, geplagt von den schlimmsten Bauchkrämpfen, die ich je erlebt habe. Die Schmerzen schießen wie heiße Wellen durch meinen Körper, und ich krümme mich zusammen. Habe ich etwas Falsches gegessen? frage ich mich, während ich mich mühsam auf die Bettkante setze und nach meinem Handy greife. Es ist kurz vor drei Uhr nachts.
Der Schmerz nimmt mir den Atem, und ich beiße mir auf die Lippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Vielleicht ist es eine Lebensmittelvergiftung. Sollte ich einen Krankenwagen rufen? Aber es fühlt sich nicht lebensbedrohlich an, also rede ich mir ein, dass es nicht so schlimm ist. Ich versuche, tief durchzuatmen und hoffe, dass es bald nachlässt.
Eine halbe Stunde vergeht, und die Schmerzen werden nur schlimmer. Tränen steigen mir in die Augen, und ich beginne zu weinen. Wen kann ich um diese Uhrzeit kontaktieren? Mein Finger schwebt über Kians Nummer, aber ich weiß, dass er nicht da ist. Ich habe niemanden, der mir jetzt helfen könnte. Plötzlich denke ich an Meran.
"Oh Gott, bitte lass ihn rangehen," bete ich leise, während ich seine Nummer wähle. Es klingelt, und zu meiner Erleichterung nimmt er ab. "Arin, ist alles gut bei dir? Warum rufst du so spät in der Nacht an?" Seine Stimme klingt besorgt.
"Meran, ich brauche deine Hilfe," sage ich mit tränenerstickter Stimme und erkläre ihm, dass es mir überhaupt nicht gut geht. "Hab keine Angst, ich bin gleich bei dir. Alles wird gut," versichert er mir.
Wenige Minuten später steht Meran in meiner Wohnung. Ich bin so schwach, dass ich kaum stehen kann. "So geht das nicht," sagt er und hebt mich vorsichtig hoch. Ich lege meinen Kopf an seine Brust und weine leise.
Im Untersuchungsraum des Krankenhauses fragt der Arzt mich: "Wann hatten Sie zuletzt Ihre Periode?" Ich überlege kurz. "Vor zwei Wochen," antworte ich.
"Hm, seltsam," murmelt der Arzt. "Und Geschlechtsverkehr?"
Ich denke nach und schüttle dann den Kopf. "Überlegen Sie mal weiter," sagt der Arzt. Aber dann erinnere ich mich an die Nacht mit Kian vor drei Monaten in der Schweiz. "Das erste und letzte Mal vor drei Monaten," sage ich schließlich.
"Und danach haben Sie regelmäßig Ihre Periode bekommen?" fragt er weiter. Ich nicke. "Ja."
"Hm, das kann durchaus passieren," sagt der Arzt nachdenklich. "Sie sind auf jeden Fall schwanger."
Meine Gedanken rasen, und ich drehe meinen Kopf langsam zu ihm. "Wiederholen Sie das bitte noch einmal."
"Sie sind schwanger, ungefähr in der zehnten Schwangerschaftswoche," erklärt er ruhig. "Ich würde Ihnen als Arzt raten, das Kind zu behalten, vor allem aus gesundheitlichen Gründen. Sie sind noch jung und haben sicher noch viel vor, aber überlegen Sie sich gut, was Sie tun möchten."
Ich höre kaum zu. "Können Sie mich bitte kurz alleine lassen und meine Begleitung reinrufen?" frage ich leise.
Als Meran das Zimmer betritt, sieht er mich besorgt an. "Und was sagt der Arzt? Du siehst überhaupt nicht gut aus."
Ich halte sein Handgelenk fest und ziehe ihn näher zu mir. "Meran, ich... ich bin schwanger," flüstere ich und beginne wieder zu weinen.
Er schaut mich nur an, sichtlich schockiert. "Ich verstehe. Ist es von...?"
"Nein, sag es nicht!" unterbreche ich ihn. "Was soll ich machen? Wenn meine Familie das herausfindet, war's das mit mir. Hilf mir, Meran, bitte."
Er nimmt einen tiefen Atemzug und sagt entschlossen: "Wir heiraten."
Ich schaue ihn entgeistert an. "Was?"
"Wir täuschen eine Ehe vor," erklärt er. "Wenn du es schaffst, deine Eltern davon zu überzeugen, wird es niemandem auffallen. Ich bin Perser, er ist Perser, ich bin Polizist, er ist Polizist. Solange sie mich nicht sehen, ist alles im grünen Bereich. Ich unterstütze dich bis zu meinem letzten Atemzug, Arin. Das schwöre ich dir hier und jetzt. Wenn es sein muss, ziehe ich das Kind mit dir groß. Ich stehe immer an deiner Seite. Du musst mir nur sagen, ob du es auch willst."
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𝐏𝐟𝐥𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐞𝐡𝐧𝐬𝐮𝐜𝐡𝐭
Romance𝐁𝐚𝐧𝐝 𝟏 Arin, eine kämpferische Studentin mit einem Kampfgeist, der größer ist als ihr Bankkonto, findet sich plötzlich als Putzkraft in der Kaserne wieder. Ein Job, der ihre finanzielle Misere lindern soll. Doch als sie auf einen furchtlosen Po...
