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   ___DRACO༄____I

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   ___DRACO༄____
I

ch hasse es, nichts anderes tun zu können, als zuzusehen, wie mein eigener Bruder Potter dermaßen misshandelt, und niemand war der Meinung, ihm dort herauszuhelfen.

Mein kleiner Sohn saß neben mir und wirkte sichtlich verwirrt und verunsichert, als er Harry kniend auf dem Boden sah.
„Onkel Drakan?“, erklang plötzlich unverhofft die Stimme meines Sohnes. Warnend drehte ich mich zu ihm um, doch er ließ sich davon nicht abbringen und beachtete meinen Blick kein Stück.

„Was ist los?“, fragte Drakan meinen Sohn, der nachdenklich in seinem Essen stocherte.
„Warum sitzt Harry nicht auf dem Stuhl?“
Anhand von Drakans Blicken sah ich, wie ihm die Frage meines Sohnes mehr als nur missfiel.

„Harry wollte abhauen. Und damit er nicht erneut auf die Idee kommt, sich von jemandem einreden zu lassen, abzuhauen, ist das nun seine Strafe“, erklärte er. Seine Blicke hafteten auf mir, doch ich wich ihnen nicht aus. Irgendetwas ahnte er, auch wenn er es nicht sagte.

„Aber Onkel, warum muss Harry denn das machen, was du willst? Er ist doch schon erwachsen!“
Plötzlich schlug Drakan wütend mit der Hand auf den Tisch. Mein Sohn zuckte erschrocken zusammen. Ohne noch etwas zu sagen, schob Drakan seinen Stuhl zurück, stand auf und blickte zu Harry hinunter, der stumm auf seinen Schoß starrte.

„Komm mit!“, verlangte er.
Harry stand ohne zu zögern auf und folgte ihm. Als sie beide aus dem Esszimmer verschwunden waren, trommelte mein Vater nachdenklich mit seinen Fingernägeln auf dem Tisch, ohne den Blick von mir abzuwenden.

„Aron, tust du mir einen Gefallen und gehst in dein Zimmer spielen?“, fragte ihn mein Vater.
„Aber ich bin doch noch am Essen“, widersprach er.
„Geh jetzt – und zwar sofort!“, knurrte mein Vater strenger. Aron schob erschrocken seinen Stuhl quietschend zurück und stürmte förmlich aus dem Esszimmer.

„Du brauchst deine Laune nicht an dem Kleinen auszulassen“, warf ich meinem Vater vor, was ihm offensichtlich nicht gefiel.

„Firion hat mir etwas berichtet – oder besser gesagt, er hat es Drakan berichtet, und dieser hat es wiederum von Firion gehört“, meinte er, ohne den Blick von mir abzuwenden.

„Egal, was der Hauself dir gesagt hat – er hat gelogen“, entgegnete ich und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Wie eine Lüge klang das Ganze jedoch nicht. Drakan musste einige Prozeduren an ihm ausüben, bevor er überhaupt seinen Mund aufgemacht hat.“
Während er das sagte, schlug mir das Herz bis zum Hals.

Mein Vater ließ seine Hand in den Umhang gleiten und reichte mir anschließend einen Zettel, den ich zögernd entgegennahm und schließlich las:

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Mietvertrag
Objekt: Wycliffe Lane 14, Salisbury, Wiltshire, SP1 ***
Vermieterin: Mrs. Edith Pembroke
Mieter: Draco L. Malfoy

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Völlig schockiert, was mein Vater hier überhaupt vorhatte, legte ich den Zettel auf den Tisch.
„Du willst mich rauswerfen?“, fragte ich, um nichts falsch zu verstehen.

„Rauswerfen nicht. Ich möchte dich nur vorerst von Potter fernhalten. Er scheint dir förmlich den Kopf zu verdrehen, und ich denke, du bist immer noch in tiefer Trauer. Du würdest dich garantiert in die Arme eines anderen flüchten – und das versuche ich zu verhindern. Besonders, weil du bald wieder heiraten sollst“, erklärte er mir.

Wütend biss ich mir auf die Lippe.
„Das kannst du vergessen! Und was ist mit Aron, hm?“, fragte ich und stützte mich am Tisch ab, um meinem Vater wütend in die Augen zu sehen.

„Er wird sich schon an die neue Adresse gewöhnen. Die Nachbarn dort sind nett – und allesamt Reinblüter. Ich möchte, dass du morgen Abend ausziehst. Es ist bereits alles renoviert. Sowohl deine als auch Arons Sachen werden dir spätestens übermorgen gebracht“, entschied mein Vater mit klarer Stimme.

Mein Blick fiel auf meine Mutter, die sich – wie immer – aus allem heraushielt und nichts sagte, was mein Vater verlangte.

„Wie du willst. Aber erwarte nicht, dass ich weiterhin etwas mit euch zu tun haben möchte“, sagte ich entschieden. Doch mein Vater hatte noch nicht genug.

„Wir bezahlen dir die Wohnung, Draco. Ohne uns landest du auf der Straße – und verlierst womöglich auch Aron. Mit deinem Bein würdest du ohnehin nicht weit kommen“, meinte er.

Wütend warf ich die Gabel auf den Teller, stand auf und wollte aus dem Esszimmer stürmen.

„Ich warne dich, Draco! Wenn du dich Potter weiterhin näherst oder ihr euch sonst irgendwie nahe wart, wird es sowohl ihm als auch dir leidtun!“, drohte er mir.
Doch ich ignorierte seine Worte – dafür war es längst zu spät. Wir waren uns näher, als sie glaubten.

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In meinem Zimmer – beziehungsweise in der Wohnung im Manor, die mir meine Eltern damals beiseitegestellt hatten – warf ich mich völlig überfordert in den Sessel und fuhr mir mit der Hand durchs Gesicht.

Wenn ich von hier verschwinde – was wird dann aus Harry?
Und was hat Firion ihnen erzählt?
Was haben sie dem Hauselfen angetan, dass er überhaupt seinen Mund aufgemacht hat?
Und was ist mit dem Baby, das Harry erwartet – war es wirklich von Drakan? Oder doch eher von mir?

Ich verfluchte mich selbst, weil ich nichts dagegen tun konnte.
Nächste Woche würde die Hochzeit mit Esmeralda stattfinden – selbst dagegen konnte ich nichts ausrichten. Wenn ich mich wehrte, würden sie mir garantiert Aron nehmen.
Wenn sie mich schon zu solchen Dingen zwangen, wäre es für sie ein Leichtes, einem alleinerziehenden Vater das Kind wegzunehmen – besonders einem, der nicht einmal zwei gesunde Beine hatte.

„Papa!“, rief Aron aus seinem Zimmer und rannte stolz mit einem kleinen Kunstwerk zu mir, um es mir entgegenzuhalten.

„Hast du Onkel Harry gemalt?“, fragte ich, während er sich neben mich setzte und seinen Kopf an mich lehnte.

„Ja! Warum ist eigentlich Onkel Harry mit Onkel Drakan verheiratet? Onkel Harry hat dich nämlich schon sehr oft angesehen – ich denke, er hat dich lieb“, meinte Aron mit einem breiten Lächeln.

„Weißt du, manchmal tun Erwachsene Dinge, die man nicht sofort versteht“, versuchte ich ihm zu erklären.

„Zudem ziehen wir morgen aus“, verriet ich ihm schließlich. Sein Kunstwerk faltete ich zusammen und steckte es in die Innentasche meines Anzugs.

„Umziehen? Echt?“, strahlte er und hüpfte freudig im Zimmer herum.
Vielleicht hatte das Ganze ja doch etwas Gutes –
denn für meinen Sohn war das Malfoy Manor schon längst kein guter Ort mehr ...


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