Ein erzwungenes Schicksal. Eine verbotene Liebe. Ein gefährliches Geheimnis.
Harry Potter wollte nie mehr, als sein eigenes Leben zu leben - frei von den Zwängen, die ihm schon als Kind auferlegt wurden. Sein Traum: Aus Liebe zu heiraten. Doch die P...
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HARRY 𓆸
Das Auto stand wie ein schwarzer Schatten am Straßenrand – glatt, glänzend, viel zu auffällig für eine Flucht. Typisch Draco. Selbst jetzt, wo jeder Atemzug zu laut klang, glitzerten die verchromten Felgen im fahlen Licht der Straßenlaterne, als wollten sie mich verraten.
Mit rasendem Herzen sah ich mich um, vergewisserte mich, dass niemand in der Nähe war, und rannte los. Ich duckte mich hinter das Auto – genau wie Draco es mir erklärt hatte. Es dauerte keine fünf Minuten, bis er aus der Seitentür trat, Aron an der Hand. Der Kleine wirkte erschöpft, die Augen halb geschlossen, das Stofftier fest im Arm. Mitleid durchzog mich wie ein Stich –
Draco ging um den Wagen herum und nickte mir knapp zu. Ich öffnete Aron die Tür, während er selbst noch einmal prüfte, ob uns niemand beobachtete. Erst dann stieg er ein, startete den Motor und ließ das Fenster halb herunter. In seiner Hand funkelte ein Ring – er wollte ihn gerade hinauswerfen, als ich sanft meine Hand auf seine legte.
„Vielleicht brauchen wir ihn noch“, flüsterte ich.
Draco seufzte leise, schloss das Fenster und gab mir mit einem schmalen Lächeln recht. Als das Auto anfuhr, drehte ich mich zu Aron um.
Er hatte sich zusammengerollt, das Stofftier fest an sich gedrückt, und sah mich plötzlich mit leuchtenden Augen an. „Harry!“, rief er aufgeregt. „Besuchst du uns?“
Draco lachte leise, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. „Harry wohnt jetzt bei uns, Aron. Außerdem ziehen wir um. Du mochtest das alte Haus doch sowieso nicht – und du hast doch diese Mrs. Hummington gehasst, wenn sie dich in die Wange gekniffen hat.“
Aron verzog das Gesicht, ganz wie sein Vater. „Genau! Sie ist nervig!“, zog er das Wort in die Länge, und wir mussten beide lachen.
Ein paar Minuten später öffnete ich das Fenster, atmete tief durch und warf mein Handy hinaus. Draco sah kurz zu mir. „Was hast du jetzt eigentlich vor?“ fragte ich „Wir brauchen einen sicheren Ort zum Schlafen.“ antwortete er
„Blaise Zabini hat in einer kleinen Stadt ein Häuschen. Er versteckt sich dort – und wir suchen weiterhin nach Weasley. Zabini ist überzeugt, dass Drakan ihn loswerden will.“
Ich biss mir nachdenklich auf die Lippen. Wo könnte Drakan Weasley nur verstecken? Ging es ihm gut? Oder durchlitt er gerade die schlimmsten Qualen, die man einem Menschen antun konnte?
„Und meine Geschwister? Hast du etwas herausgefunden?“ „Ich habe gehört, sie seien nicht mehr in London. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber ich bleibe dran – ich suche nach Weasley und nach deinen Geschwistern.“
Die Angst schlich sich in mir hoch, eiskalt und schwer. „Draco!“, rief ich plötzlich. „Wir müssen sie finden, bevor Drakan erfährt, wo ich bin! Er wird ihnen sonst etwas antun – und Ophelia ist doch noch so klein, sie kann sich gar nicht wehren!“
Draco warf mir einen kurzen, ernsten Blick zu. „Ich weiß. Aber zuerst brauchen wir Schlaf“, sagte er leise.
Wie lange wir fuhren, wusste ich nicht. Doch als wir endlich hielten, hing der Mond hell und groß am Himmel, und die Sterne glitzerten bereits prächtig. Hinten im Auto schlief Aron tief und fest, das Stofftier fest umklammert.
Draco schaltete den Motor aus, drehte sich zu mir und legte behutsam seine Hand auf meine Wange. „Ich verspreche dir, dass ich von jetzt an auf dich aufpasse“, flüsterte er und küsste mich sanft. Mein Herz stolperte, und als ich mich mit geröteten Wangen löste, brachte ich kaum Worte heraus.
„Versprich mir, dass du dich nicht von deinen Eltern umbringen lässt“, hauchte ich. „Die Drohung deines Vaters klang so echt. Ich hab Angst, Draco.“
Er streichelte kurz über meine Hand. „Keine Sorge. Niemand wird uns etwas tun – weder mir, noch dir.“
Er stieg aus, hob den schlafenden Aron auf seine Arme, und gemeinsam gingen wir zu Blaises Häuschen, das tief im Wald lag. Vielleicht konnten wir hier erst einmal bleiben. Aron brauchte Ruhe – und wir auch.
Draco klopfte viermal an die Tür. Sie öffnete sich, und Blaise stand verschlafen, barfuß und halb angezogen, im Türrahmen. Als er Draco sah, weiteten sich seine Augen. „Du hast es wirklich getan?“, fragte er ungläubig. Draco schob sich an ihm vorbei. „Ich habe dir gesagt, dass ich es irgendwann tun werde.“
„Ihr habt keine Ahnung, welches Feuer ihr damit entfacht habt“, murmelte Blaise und schloss die Tür hinter uns.
Im Wohnzimmer saß eine junge Frau. Ihre Silhouette war mir sofort vertraut. „Granger?“, fragte ich überrascht. Sie nickte. „Draco hat mich von Pansy befreit. Sie war nicht so schlimm, wie ich dachte, aber als ich hörte, dass Weasley verschwunden ist, wollte ich nicht länger bleiben. Pansy meinte, es sei zu gefährlich – also schickte sie mich mit Zabini hierher.“
„Geht es dir gut?“, fragte ich. Sie lächelte matt und schüttelte den Kopf. „Mir geht’s besser als dir. Die Frage ist: Wie geht es dir, Harry? Ich habe gehört, was Drakan dir angetan hat. Er hat dich wirklich … also, wirklich…?“
Ich nickte. Er hatte mir das Schlimmste angetan, was man einem Menschen antun konnte.
Granger trat näher, legte ihre Arme um mich – fest, warm, echt. Zum ersten Mal seit Langem ließ ich die Tränen einfach fließen. Denn das, was geschehen war, würde nie verschwinden. Der Schmerz würde bleiben – wie ein Flüstern in meinen Gliedern, ein Schatten, der sich nie ganz löst.