Ein erzwungenes Schicksal. Eine verbotene Liebe. Ein gefährliches Geheimnis.
Harry Potter wollte nie mehr, als sein eigenes Leben zu leben - frei von den Zwängen, die ihm schon als Kind auferlegt wurden. Sein Traum: Aus Liebe zu heiraten. Doch die P...
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_____ ___DRACO༄________
Schwer atmend lehnte ich meinen Kopf an Harrys Brust, dessen Herz schneller schlug, als es normalerweise sollte. Entweder war er genauso erschöpft wie ich, oder ihn belastete in diesem Moment etwas. Doch egal, was es war – ich wollte diesen Moment zwischen uns nicht zerstören. Trotzdem schien der Jüngere langsam wieder zu Atem zu kommen.
„Ich denke, wir sollten reden, Draco“, begann er mit ernstem Gesichtsausdruck. „Meinst du nicht, das kann warten?“, fragte ich und löste mich langsam von ihm, um nach seinen Händen zu greifen. „Nein, mich macht das wirklich fertig. Und wenn ich es dir jetzt nicht sage, werde ich wahrscheinlich nicht so schnell den Mut dazu finden“, meinte er und sah mir dabei in die Augen. Verdammt, seine Augen sprachen so viel – und doch wirkten sie dabei so verletzlich.
Er hatte es nicht verdient, dass man ihm solche Dinge antat. Ich fühlte mich schlecht – schlecht, weil ich ihn nicht richtig beschützen konnte, und schlecht, weil mir dieses Gespräch große Sorgen bereitete. Worauf wollte der Jüngere hinaus?
„Ich verstehe nicht, was das zwischen uns ist. Normalerweise hätte ich mich auf diese Weise niemals von jemandem berühren lassen – nicht, wenn ich verheiratet bin“, begann er, genau das auszusprechen, was schon längst hätte gesagt werden müssen. Dass gerade er den Mut aufbrachte, es zu tun, überraschte mich. Ich hatte ihn schon so oft dasselbe fragen wollen – und dass es nun aus seinem Mund kam, erleichterte mich. Es fühlte sich an, als wäre eine Last weniger auf meinen Schultern. Sogar die Schmerzen in meinem Bein wirkten in diesem Moment nicht mehr so schlimm.
„Ich weiß nicht, was das hier zwischen uns ist. Doch ich genieße es, bei dir zu sein. Und ich liebe es, Dinge mit dir zu tun – nicht nur das hier“, erklärte ich ihm und brachte ihn damit dazu, sich leicht auf die Lippe zu beißen. Liebevoll legte ich meine Hand an seine Wange. „Fühlt sich so Liebe an?“, fragte er leise und schmiegte sich etwas näher an meine Hand. Stumm nickte ich. Etwas anderes konnte man das hier nicht nennen. Es war Liebe – nicht nur Verlangen oder Sehnsucht. Es war so viel mehr. Und wir genossen das hier mehr, als wir eigentlich sollten.
„Ja, so fühlt sich Liebe an“, stimmte ich zu. Noch nie in meinem Leben hatte ich so tief für jemanden empfunden. Nicht einmal meine Liebe zu Astoria war so intensiv gewesen wie diese hier – auch wenn mich ihr Tod immer noch sehr mitnahm. Immerhin hatte ich eine wundervolle Freundin verloren.
Lächelnd legte er seine Arme um meinen Nacken und küsste mich. Wieder einmal verlor ich mich in diesem Kuss, wie fast jedes Mal. Ich musste unbedingt mit meinen Eltern sprechen, um die Hochzeit mit Esme abzusagen. Auch wenn Harry mir nie ganz gehören konnte, so war ich mir sicher, dass ich solche Momente nur mit ihm teilen wollte – nicht mit ihr.
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Auch am nächsten Morgen, am Frühstückstisch, war alles zwischen uns noch genauso wie am Abend zuvor. Zudem schien der Jüngere an Mut gewonnen zu haben, denn unter dem Tisch stupste er immer wieder meinen Fuß an – woraufhin ich dasselbe bei ihm tat. Uns war es sogar egal, dass meine Familie und auch Drakan mit am Tisch saßen und frühstückten.
„Ich habe etwas Wichtiges mitzuteilen“, durchbrach mein Vater die Nähe zwischen Harry und mir. Harry zog daraufhin seinen Fuß zurück – ich tat es ihm gleich – und richtete meine Aufmerksamkeit auf meinen Vater.
„Es ist etwas geschehen, etwas Wundervolles“, strahlte er. „Mein ältester Sohn wird Vater“, platzte es aus ihm heraus, woraufhin mein Blick blitzschnell zu Harry wanderte. Der verschluckte sich überrascht an seinem Croissant und begann heftig zu husten. „Ich bin so stolz auf euch – stolz darauf, dass ihr die Blutslinie weiterführt“, gratulierte mein Vater, ohne zu wissen, dass auch ich als Vater in Frage kam. Dass Drakan diese Anerkennung bekam, verursachte mir Übelkeit. Wie konnte mein Vater glauben, dass Drakan ein liebevoller Vater sein würde? Wie konnte man überhaupt zusehen, wie er ein Kind großzog, wenn er nicht einmal die Person richtig behandeln konnte, mit der er verheiratet war? Er glaubte, alles gehöre ihm, und er könne sich nehmen, was er so sehr begehrte – ohne Rücksicht auf das Wohlergehen anderer.
Der Gedanke, was Harry wegen ihm alles durchmachen musste, überwältigte mich plötzlich. Viel zu laut legte ich mein Messer auf den Teller, was die ganze Aufmerksamkeit auf mich zog – auch die meines Sohnes, der mich mit seinen niedlichen Augen förmlich durchbohrte. Er tat mir leid, weil er das alles nicht verstand. Er war noch viel zu klein.
„Gibt es ein Problem, Draco?“, fragte meine Mutter. „Hat Firion etwas falsch beim Frühstück gemacht?“ Sie klang besorgt. Wie gerne hätte ich sie angeschrien, wie gerne hätte ich ihnen gesagt, was ich für meinen Schwager empfand – und doch konnte ich es nicht. Es würde höchstwahrscheinlich sein Leben gefährden. Also schluckte ich hart und versuchte, die Wut in mir zu unterdrücken.
„Da dies nun geklärt ist, wende ich mich an dich, Draco“, begann mein Vater, griff nach der Kaffeetasse und nahm einen Schluck. „Esmes Familie und wir wollen nicht länger warten. Die Hochzeit soll schon übernächste Woche stattfinden. Sieh zu, dass du dir rechtzeitig vernünftige Kleidung anfertigen lässt“, meinte er kühl, während sein Blick zwischen Harry und mir hin und her wanderte. Ahnte er etwas?
„Vater, ich bitte dich – ich habe erst Astoria verloren. Ich bin noch nicht bereit–“, wollte ich einwenden, doch er unterbrach mich sofort. „Du wirst sie heiraten. Sie passt sehr gut in unsere Familie, und ich dulde keine Widerworte!“, knurrte er, ohne Harry und mich aus den Augen zu lassen. Der Jüngere wich seinem Blick bereits aus, doch ich erkannte, wie sehr ihn die Worte meines Vaters trafen.
Ich hatte das verdammte Gefühl, mein Vater tat das hier mit Absicht. Er ahnte garantiert etwas – und tat alles, um uns voneinander fernzuhalten.