➅⓿

68 5 0
                                        

   ___DRACO༄____

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.

   ___DRACO༄____

Eine ganze verdammte Woche war vergangen, seit ich Harry das letzte Mal gesehen hatte – eine ganze verdammte Woche, in der mich die Sorge um ihn innerlich zerfressen hat. Und jetzt stehe ich hier, im stickigen Umkleideraum, allein mit meinen Gedanken.

Das Jackett sitzt perfekt – natürlich tut es das. Mutter hatte darauf bestanden, dass es von Hand geschneidert wird. Schwarzer Stoff, glatt wie Glas, der sich dennoch anfühlt, als würde er mich erdrücken. Im Spiegel sehe ich nur einen Mann, der perfekt aussehen soll. Perfekt kontrolliert. Perfekt gefasst. Nur eine winzige Falte am Ärmel verrät, dass meine Hände gezittert haben, als ich ihn zugeknöpft habe.
Die Rose am Revers – blass, fast farblos – wirkt wie ein Hohn.

Für viele ist es der schönste Tag ihres Lebens. Für mich ist es der grausamste – und zugleich der aufregendste. Komischerweise ist es nicht die Hochzeit selbst, die mir den Atem raubt, sondern das Wiedersehen mit Potter. Was trägt er? Wie hat er diese Woche ohne mich überstanden?

Die scharfe, präsente Stimme meiner Mutter draußen an der Tür reißt mich aus meinen Gedanken. „Draco, Schatz, bist du soweit? Sie sind alle schon da!“
Früher hätte ich ihre Stimme gerne gehört. Heute ist sie nur noch Abschaum für mich. Feige, so feige, dass sie sich nicht einmal gegen ihren eigenen Mann wehren kann.

„Ja“, antworte ich kühl und öffne die Tür. Freudig umarmt sie mich, strahlt mich an: „Du siehst hervorragend aus, genau wie an dem Tag, als du Astoria geheiratet hast.“ Ich drücke mich aus ihrer Umarmung. Sie weiß genau, dass ich das hier nicht will, dass ich nichts davon will.
„Lass das, Mutter. Du willst doch nicht meinen Anzug zerknittern, oder?“ Eine Ausrede, um ihrer Nähe zu entkommen.

„Natürlich nicht“, lächelt sie und lässt mich endlich los. Ich trete in den Saal.

Prunkvoll. Zu prunkvoll. Kristallkronen hängen von der Decke, werfen tanzende Lichtpunkte auf den glänzenden Marmor. Weiße Seidenhussen überziehen die Stühle, jeder Tisch ist mit Rosen und Kerzen geschmückt – zu perfekt, zu fröhlich. Ein leises Klirren von Gläsern, gedämpftes Lachen, der Duft von Blumen und zu viel Parfum – schwer in der Luft.

Als die Gäste mich erblicken, verstummt das Lachen. Blicke folgen mir – Blicke, die mich unwohl machen, die mich unter Druck setzen.

Ich stehe am Rand der Halle, in dieser glitzernden Kulisse, die jemand mit eindeutig zu viel Zeit und Magie erschaffen hat. Überall fliegen Kerzen, Blumen wackeln, als hätten sie ein Eigenleben. Musik spielt, ohne dass jemand einen Finger rührt. Ich könnte kotzen.

Und da ist sie – meine zukünftige Frau. Perfekt, hübsch, genau so, wie man es von jemandem erwartet, den man nicht kennt, aber heiraten muss. Sie lächelt dieses unerträgliche Lächeln, und ich sehe mich schon später gezwungen, mit ihr das Wohnzimmer zu teilen, so zu tun, als sei alles großartig. Ein Phönix schwebt vorbei, bringt die Ringe, die im Licht glitzern, als seien sie das Heiligtum der Zauberwelt selbst.

Sie erblickt mich. Das Lächeln wird noch unerträglicher. Mit eleganten Schritten geht sie auf mich zu, und sofort fällt mir ihr Kleid auf. Schimmernder, elfenbeinfarbener Stoff, der bei jeder Bewegung zu glühen scheint. Lange, fließende Ärmel, perfekt betonte Taille, der Rock schwebt wie eine kleine Wolke aus Magie. Winzige Kristalle funkeln im Kerzenlicht, als wollten sie jeden Makel verbergen – Makel, die ich natürlich sofort sehe.

Elegant legt sie ihren Arm um meinen Nacken und flüstert mir etwas ins Ohr: „Diesmal kannst du es nicht verleugnen, dass ich dir gefalle.“
Ich will ihre Arme von mir stoßen. Ich will das hier nicht. Aber ich muss so tun, als würde mich diese Hochzeit mit aller Freude erfüllen. Gleichzeitig bleibt mir der Atem weg, mein Herz steht still.

Harrys Jackett sitzt locker, fast zu leger, und trotzdem wirkt er wie… er selbst. Das Grün des Stoffes lässt seine Augen leuchten – dieses unverfälschte Grün, das ich niemals vergessen kann. Am Bauch zeichnet sich eine leichte Wölbung ab; die Schwangerschaft wird sichtbar. verzweifelt sucht er den Saal ab. Dann bleibt sein Blick auf mir hängen, während ich mich noch mit einem unbekannten Gast unterhalte.

Mein Herz schlägt bis zum Hals. Die Freude hält nicht lange. Sein Blick verfinstert sich, als er erkennt, in welche arme ich mich befinde. Reflexartig löse ich mich von Esme, will auf Harry zulaufen. Doch ehe ich mich rühren kann, ergreift Esme meine Hand.

„Du solltest mich nach vorne führen, Draco, so erwartet es deine Familie“, sagt sie. Ich sehe sie an, halte den Atem an. Als ich meinen Blick wieder zu Harry wandern lasse, ist er verschwunden.

„Jetzt sei doch nicht so schüchtern, Draco“, lacht sie und hakt sich bei mir unter. Sie zieht mich nach vorne, bevor ich mich wehren kann. Vorne am Pult liegen die Ringe glänzend und wunderschön auf dicken seidigen Kissen. In der Mitte jedes Rings ein echter grüner Kristall – teuer, wie es von meiner Familie erwartet wird.

Vor uns steht der Pastor im weißen Talar, hält die Bibel, schenkt uns ein Lächeln. Für ihn mag es so wirken, als wollten wir freiwillig heiraten. In mir jedoch wühlt Angst, Sorge und alles, was mit Harrys Sicherheit und dem Leben von Weasley zu tun hat – das ich mit meinem besten Freund immer noch  gefunden habe.

__

Die Zeremonie endete nach einigen Minuten, und als ich Esme küssen sollte, hielt ich ihr nur die Wange hin. Ich konnte sie nicht küssen – ich liebte sie nicht. Wie sollte man jemanden küssen, den man nicht liebte? Die Blicke meines Vaters verrieten deutlich, wie sehr ihm mein Verhalten missfiel. Kaum hatte der Pastor die Bibel geschlossen, drängte ich mich an Esme vorbei. Sie hielt mich jedoch noch einmal auf.

„Ich dachte, wir könnten den Hochzeitstanz vorführen?“, schlug sie vorsichtig vor. Ich drehte mich zu ihr um, während sie mich abwartend ansah.
„So gerne ich auch mit dir tanzen würde, aber ich muss dringend auf die Toilette“, murmelte ich und ließ sie stehen. Ohne noch einmal zurückzuschauen, suchte ich den Saal nach Harry ab. In dem überfüllten Raum war er nicht zu finden. Also verließ ich den Saal und lief zur Toilette.

Tatsächlich saß er dort auf dem Waschbecken, den Blick auf den Boden gerichtet, die Hand auf seinem Bauch.

Mit leisen, zögernden Schritten legte ich meine Hand auf seinen Oberschenkel. Sofort richtete er den Blick auf mich. Doch statt mir freudig in die Arme zu springen, schob er meine Hand weg und sprang vom Waschbecken.

„Hast du es genossen, wie sie dir nahe war?“, warf er mir vor. „Dir müsste es doch gefallen, so eine wunderschöne Frau umarmen zu dürfen, hm?“ Seine Stimme zitterte vor Eifersucht, und mir fiel auf, wie seine Augen glänzten. Tränen sammelten sich darin.
„Red doch nicht so einen Stuss!“, entgegnete ich. „Du hast keine Ahnung, wie sehr ich auf diesen Tag hingefiebert habe!“

„Du hingefiebert? Das glaube ich nicht!“, schrie er beinahe. „Immerhin hast du mich in diesem Horrorhaus zurückgelassen! Weißt du, wie es mir die ganze Zeit ergangen ist? Sicher nicht! Es war die Hölle, und ich weiß immer noch nicht, wo meine Geschwister sind. Und Drakan – ich muss ihm jedes Mal meinen verdammten Körper geben! Ich kann das nicht mehr! Hörst du? Ich hasse alles hier!“

Damit uns niemand hörte, legte ich meine Hände an seine Taille und drückte ihn sanft gegen das Waschbecken. Wir sahen uns tief in die Augen, während Harry leise schluchzte.

Sanft wischte ich ihm die Tränen von den Wangen. Harry legte seinen Arm um meinen Nacken und lehnte sich langsam, zögernd, zu mir vor. Ich konnte nicht länger warten. Meine Lippen trafen seine, und mein Herz klopfte bis zum Hals.

Die Sehnsucht in dir Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt