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Die nächsten drei Tage verbrachte ich weder mit lesen, was im übrigen schon ziemlich gut klappt, noch mit schreiben lernen, was immer noch hapert aber es wird. Nein die nächsten drei Tage standen Loki, Thor und ich in unseren Zimmern und übten diesen Königstanz. Denn wie es sich heraus stellte, konnten sie ihn zwar ein bisschen aber nicht gänzlich. So übten wir meistens mit Mutter in meinem Zimmer, da einfach am meisten Platz war. Mutter nörgelte an jedem etwas rum. Die Hand muss drei Millimeter weiter nach oben der rechte Fuß muss nach hinten und die linke nach vorne. Da war es eine Abwechslung am Nachmittag für eine Stunde, wenn sie sich hinlegte, zu Marta zu gehen und mit ihr zu arbeiten. Ich konnte sie jetzt schon Trensen und probierte mit ihr langsam eine Decke auf zu legen. Das mochte sie aber nicht. Diese eine Stunde nutzten wir manchmal auch, um unseren Aktivitäten nach zu gehen. Thor kämpfte meistens mit seinen Freunden und Loki saß in der Bibliothek und las sich die Bücher durch.

Heute war der Tag vor dem Ball. Überall liefen Menschen umher und bereiteten alles vor. Es wurden mehr Wachen eingeteilt und aufgestellt und alle waren überall und nirgends. Das began schon beim Frühstück, welches sehr knapp aus viel, zu minderst für Thor. Denn es gab für jeden nur eine Scheibe Brot, anstatt ein halbes Schwein. "Ich habe hunger.", quengelte er und sah Mutter an. Sie ging mit uns noch einmal den ganzen Tanz durch. Ich verdrehte genervt die Augen. Loki vielen die Augen zu, obwohl es kurz vorm Mittag war. Sicher hat er wieder die ganze Nacht gelesen. Als Mutter uns den Tanz noch drei mal durch tanzen ließ und meinte, er sei nun gut genug für morgen, hatten wir Freizeit. Ich zog mir meine Reitsachen an. Huschte durch den regen Betrieb in den Gängen hinüber in die Stallungen zu Marta. "Hallo Marta. Wollen wir heute mal einen richtigen Sattel nehmen?", rief ich schon von weitem Die Stute sah mich an und schien zu überlegen. Ich legte ihr, ihr Halfter um und führte sie nach draußen. Dort Band ich sie fest und fing an sie zu striegeln. Sie schnaubte zufrieden aus den Nüstern und fing an zu dösen. "Gut, dann üben wir mal das Huf geben.", meinte ich und nahm ihren Fuß. Einen Kratzer hatte ich auch schon. "Ist gut. Ich mach ihn nur sauber.", meinte ich und kratzte in einem 'V' den Huf aus. Ich war gerade bei dem rechten Vorderhuf, als sie mir in den Hintern stupste. Ich drehte mich um. "Hey.", meinte ich und nahm den Huf wieder auf. Ich sah genauer hin. In der weiches Stelle, des Hufes hat sich ein kleiner Kiesel festgetreten. Ich stellte den Huf vorsichtig ab und ging zu Erich. Das konnte ich nicht machen. Ich fand Erich beim Ausmisten. "Duuu. Kannst dir mal den rechten Vorderhuf ansehen? Da ist was in dem weichen Teil und ich trau mich nicht daran zu gehen.", meinte ich und sah zu Erich auf. Dieser unterbrach seine Arbeit und kam mit mir nach draußen. Marta schien Erich nicht an sich heran lassen zu wollen. Ich streichelte sie vorsichtig: "Er will dir nichts antun. Er wird sich nur deinen Huf an sehen und wenn was nicht stimmt, hilft er uns sicher noch mehr." Erich hob den Huf an und sah sich die Stelle. "Ein Kiesel. Ganz schön tief drinnen. Tut sicher weh. Gib mir den Kratzer." Ich reichte ihn den Kratzer. "Kann kurz weh tun. Wird aber angenehmer sein, als das jetzt.", warnte er vor. Mit einen Ruck kratzte er über die weiche Stelle und der Kiesel löste sich. Marta zuckte zusammen und riss den Huf aus Erichs Hand. "So das wars.", meinte er und klopfte ihr an dem Hals. Dann ging er wieder zum Stallausmisten. "Alles ist gut. So komm ich führ dich erst mal ein wenig herum. Dann merkst du vielleicht den Unterschied.", meinte ich und band sie los. Dann führte ich sie die Stallgasse auf und ab. Dann band ich sie wieder fest, holte Trense und Sattel und fing an. Bei der Trense ging es noch. Dann kam der Sattel. Ich legte ihn auf den Rücken und gurtete ihn locker um. Sie schüttelte sich. Doch der Sattel blieb oben. "Tut mir leid. Aber du musst auch mit Sattel klar kommen.", meinte ich entschuldigend und reichte ihr einen Apfel. Diesen wies sie ab. "Ernsthaft? Du bist sauer, weil ich dir einen Sattel auf den Rücken gelegt habe?", meinte ich und Marta hob und senkte den Kopf. Es sah aus wie nicken. "Gut, dann reiten wir eben nicht." Ich biss in den Apfel hinein. Marta drehte den Kopf zu mir und nahm den Apfel nun doch. Ich sattelte nach und führte sie zur Koppel. Dort waren keine Pferde. Die meisten waren zu dieser Zeit entweder im Stall oder auf Patrollie. Ich stieg in den Sattel und ließ Marta in den Schritt gehen. "Fangen wir langsam an. Ich meine, du kennst mich nicht auf den Rücken und ich dich nicht unter meinen Hintern.", fing ich an. Marta war ganz vorsichtig mit mir und gehorchte auf allen Hilfen die ich ihr gab. "Wollen wir es mal wagen in den Trab zu gehen?", fragte ich vorsichtig. Ein Schnauben. Meistens war sie damit einverstanden. Ich drückte vorsichtig meine Waden in ihre Flanken und trieb sie an. Sie machte einen schnelleren Schritt, dann trabte sie . Gleichmäßig. Ich wurde auf dem Rücken aber mehr als durch geschüttelt. Dann fing ich an ihren Rhythmus  heraus zu finden und glich mich ihr an. Ich lachte befreit auf. "DAS IST SOWAS VON TOLL!", rief ich und blieb sitzen. Ich trieb sie noch mal an. Marta ging in den Galopp über. Alles passte wir waren ein Team. Ich jubelte vor Freude. Als wir durch parierten sah ich am Gatter Erich stehen. Ich trieb Marta zu ihn. Dann ließ ich sie grasen. "Hätte mir jemand vor zwei Wochen gesagt, dass es jemanden gibt, der dieses Pferd zähmt und reitet. Denn hätte ich für verrückt berufen. Doch nun stehe ich am Gatter und sehe einer sechs Jährigen Prinzessin zu, wie sie dieses Pferd reitet, als ob es niemals wild wäre. Ihr zwei seid ein Herz und eine Seele.", meinte Erich und klopfte Marta an dem Hals. Der schien das nicht weiter zu stören. "Man muss schon selber etwas verrückt sein, um auf so eine verrückte Idee zu kommen.", erwiderte ich und setzte ab. Löste Sattel und Trense und legte sie über die Holzplanken des Zaunes. Kletterte selber auf diese und blieb sitzen. "Eure Mutter möchte euch sehen. Schon vor Stunden, um ehrlich zu sein. Ich habe gesagt, wenn ich sie sehe, schicke ich dich zu ihr. Aber du wirktest so frei dort auf den Rücken von Marta, da konnte ich dich einfach nicht unterbrechen." "Ich gehe wohl besser zu Mutter. Aber ich muss noch die Sachen weg..." "Lass mal Svenja. Ich mach das. Marta bring ich auch dann heute Abend in den Stall. Nicht wahr Marta? Bekommst dann noch Frisches Heu und ein paar leckere Mohrrüben." Marta schnaubte zufrieden und musterte Erich. Dann knabberte sie an meiner Hose. Ich streichelte ihr zwischen den Ohren. Ich wollte nicht zu Mutter, nicht jetzt. Doch wenn ich nicht bald los gehen würde, würde Mutter hier her kommen. Ich verabschiedete mich von Erich und auch von Marta und schlürfte in den Palast. Dort war immer noch ein Gewusel, wie in einen Bienenschwarm und das war noch milde ausgedrückt.

Prinzessin Svenja von AsgardGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt