Ich öffnete die Augen und schrie auf, sofort legte sich eine Hand auf meinen Mund und erstickten den Schrei. Ich blickte in zwei hellblaue Augen die nur wenigen Zentimeter von meinem Gesicht entfernt waren. "Du bist wach!", riefen die Augen und zogen sich zurück. Schwer atmend setzte ich mich auf. An meinem Fußende hockte Thor in einen großen weißen Nachthemd. Ich rieb mir die Augen und sah aus den Fenstern es war dunkel. "Thor. Was machst du hier?", gähnte ich. Thor lächelte geheimnisvoll. "Dir was zeigen. Da wir uns gestern so schlecht benommen haben, möchte ich Vater und Mutter eine Überraschung machen.", meinte er. Ich gähnte und streckte mich ausgiebig. "Wie spät ist es denn?", fragte ich ihn weiter. "Zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Los komm schon.", meinte er und sprang aus meinem Bett. Langsam kroch ich hinter hin her. Als meine warmen Füße den kalten Boden berührten zuckte ich kurz zusammen. Thor öffnete die Tür und sah sich zu mir um. Ich schlüpfte hinter ihn her durch die großen Flure des Palastes. Wenn Wachen kamen huschten wir in den Schatten der umstehen Säulen. "Wohin gehen wir eigentlich und was ist dein Plan? Wenn es was dummes ist, bin ich sofort wieder in meinem Bett.", raunte ich ihn zu. Thor wand sich grinsend zu mir um und flüsterte zurück: "Hab ich jemals was dummes gemacht?" Ich zog die Augenbrauen hoch und fing an mit meinen Fingern seine Dummheiten aufzulisten. "Ist ja schon gut. Ich hab's verstanden.", maulte er. Er wandte sich nach fünf Minuten nach rechts in einen Gang wo keine Säulen standen. Dafür aber war der Gang zur hälfte offen und mit Thorbögen bestückt. Ein kleiner seiten Gang ermöglichte uns in einen wunderschönen Garten einzutreten. Ich sah mich um. Hier war ich auch noch nicht. Dabei lebte ich schon so lange hier im Palast. "Sieht toll aus nicht war? Das sind Mutters Garten.", flüsterte Thor und streunet durch die Büsche. Er pflückte ein paar Blumen und hielt sie mir hin. "Wir pflücken für Mutter einen großen Blumenstrauß und für Vater gehen wir in die Küchen und bestellen etwas leckeres.", meinte er entschlossen. "Wir könnten doch auch für Vater was machen.", meinte ich langsam und nahm Thor die Blumen ab. Er pflückte und ich hielt. "Und was?" "Wollen wir Loki fragen? Ich meine er gehört doch auch zur Familie. Wenn wir schon was für Mutter und Vater machen, dann aber alle zusammen." Thor verzog das Gesicht. "Ich frage ihn. Pflücke du mal die Blumen weiter.", meinte ich und legte die Blumen auf den Taufeuchten Rasen. Dann lief ich in den Palast hinein. Vor Lokis Tür blieb ich stehen. Ich sah mich vorsichtig um und ging dann leise hinein. "Loki.", flüsterte ich. Ein grunz Geräusch wurde gemacht und dann ein Gestöhne: "Fünf Minuten." "Loki. Wach schon auf.", flüsterte ich wieder und ging zu seinem Bett. "Nein. Ich will schlafen.", maulte er und drehte sich um. Ich rüttelte ihn an der Schulter: "Loki. Jetzt wach endlich auf. Es ist wichtig." Loki drehte sich zu mir um und sah mich fragend an. Seine schwarzen Haar standen in alle Richtungen ab und seine dunkelgrünen Augen waren halbgeöffnet. "Worum geht es?" "Thor und ich wollen Vater und Mutter eine Überraschung machen. Hilfst du uns?" Loki sah mich böse an: "Nein. Ich will schlafen." "Komm schon Brüderchen. Bitte, Bitte.", versuchte ich es weiter. "Ha. Brüderchen? Wer ist hier der ältere? Du oder ich? Och, bei den neun Welten, ich hasse es, wenn du es schaffst mich zu überreden. Was muss ich tun?" "Kannst du Mutter und Vater irgendwie davon abhalten an die Tafel zu kommen?" "Für wie lange?" "Bis ich dir sage, dass alles Fertig ist." "Wird nicht schwer. Kann ich nun wieder schlafen?" Ich verdrehte die Augen. "Nein. Ich darf doch auch nicht mehr schlafen. Jetzt sei kein Mädchen, das einen Schönheitsschlaf braucht sondern hilf uns." "Hast du mich gerade ein Mädchen genannt?" "Nein.", meinte ich schnell und rannte aus dem Zimmer. Loki sprang aus dem Bett und verfolgte mich. Bei der Tür blieb er stehen und sah mir nach. Ich rannte in die Küchen hinunter. Dort war schon ein reges Treiben. Viele der älteren Küchenhilfen arbeiteten nicht mehr hier nur noch zwei oder drei, die mich aber nicht mochten. Vater hatte sogar einen neuen Küchenchef eingestellt. Ortello, er war ein junger Mann mit blonden Haar und einen merkwürdigen Akzent. Ich ging zu ihn: "Guten Morgen Küchenchef Ortello." Ortello sah zu mir hinab. "Bonjour, MyLady. Was kon isch 'eute für sie 'un?", meinte er mit seinen Akzent. "Ähm ich würde gerne ihren Herd benutzen wollen.", meinte ich und streichelte über den Herd. Ortello schien nicht begeistert zu sein: No, no, no, no. Dasch kann isch nischt zu'assen." "Warum denn nicht? Ich habe doch schon früher hier am Herd gebraten.", meinte ich und holte eine große Pfanne aus dem Schrank. Durch ein paar hohe Fenster, sah ich dass die Sonne aufging. Hoffentlich klappt alles und Loki kann unsere Eltern aufhalten. "Isch lassch dasch nischt mit mir machen.", meinte er weiter aufgebracht und umso mehr er wütend wurde um so schlimmer wurde seine Aussprache. Ich wuchtete die Pfanne auf den Herd und tat Butter hinein. Dann nahm mich mir ein paar Eier und schlug sie in Pfanne. Zischende Geräusche entstanden. Mit Salz, Pfeffer, Schnittlauch und Petersilie briet ich die Eier an, am Ende zog ich die Spiegeleier aus einander, so das sie verfallen. Schnell verbreitete sich ein betörender Duft in der Küche aus. Ortello stand immer hinter mir und beobachtete meine Handgriffe. Ihn schien es gegen den Strich zu gehen, das ich koche. Als die Eier durch waren, brachte mir ein Magd unaufgefordert eine Schale. Dort tat ich die Eier hinein. "Wir werde sie mit auf den Tisch stellen.", meinte sie mir lächelnd. Es waren viele Eier, die ich gebraten hatte. Zwei Schalen voll. "Danke schön. Dazu passt am besten Brot mit Butter. Wenn sie so freundlich wären das mit hinzustellen? Dafür könnten wir auf die Wurst und Käse Brote verzichten.", fragte ich die Küchenhilfe. Sie nickte und stellte beide Schalen auf die Ablagefläche. Ich wand mich zu Otello: "Danke, das ich ihren Herd benutzen durfte." "So 'ange es nischt wied'r v'r'ommt ischt allesch in 'rdnung.", meinte er ernst und musterte mich. Ich sah an mir hinunter. Ich trug immer noch das viel zu große Hemd. Die Ärmel sind dreckig und Ölig. Ich verabschiedete mich aus der Küche und rannte in mein Zimmer. Dort kroch ich unter meine Bettdecke und schloss kurz die Augen. Die Jungs hatten heute sicher nicht so viel gemacht wie ich. "Svenja. Jetzt steh schon auf.", ertönte eine Stimme und ich schreckte hoch. Hanna saß auf meiner Bettkante und lächelt leicht. "Wir sollten sie fertig machen. Wenn sie pünktlich zum Frühstück kommen wollen.", meinte sie geheimnisvoll. "Ihre Brüder werden ebenfalls gerade noch mal geweckt." "Sind meine Eltern schon wach?" "Ja. Sie lassen ihre Schuhe gerade im ganzen Palast suchen, da diese sich einfach über Nacht aufgelöst haben.", meinte sie und zwinkerte mir zu. Ich grinste frech und sprang aus dem Bett. Huschte ins Bad wusch mich nur in der Waschschale und rubbelte mich schnell ab. "Können wir heute mal ein gelbes Kleid an ziehen? Die ganze zeit in Rosa und Rot ist doch blöd. Das Gelbe da ist doch schön." ,meinte ich und zeigte auf ein Sonnenblumen gelbes Kleid. Hanna nahm es heraus und half es mir an zu ziehen. Schnell schlüpfte ich in meine Ballerinas und wollte schon los, als mir ein fiel: "Die Haare." Ich griff nach der Bürste und kämmte sie mir schnell durch. Ließ sie offen und rannte förmlich aus dem Zimmer. Auf den Fluren war die Hölle los. Wachen, Diener und viele mehr liefen herum und suchten irgendwas. Ich ging langsam zu Loki und zu Thor, die sich an eine Wand gelehnt haben und sich das ansahen. "Wo hast du die Schuhe versteckt?", flüsterte ich zu Loki zu. Dieser sah kurz zu Decke. Ich folgte seinem Blick. Hoch oben an einer Säule angebunden, hing ein brauner Jutesack. Ich kicherte. "Darauf kommt keiner. Wie hast du ihn da hoch bekommen." "Hoch geklettert.", raunte er mir zu. Thor musste grinsen. "Die Blumen sind auf dem Tisch in einer Vase." "Ich habe ein Frühstücksei gemacht, für uns alle und mich mit den Küchenchef rum geärgert.", meinte ich und Loki zeigte auf sein Werk. Wir schlugen uns gegenseitig ab. Irgendwann kam dann Vater um die Ecke. Die rum laufenden Diener schien er nicht zu beachten. Vor uns blieb er stehen: "Wo sind unsere Schuhe?" Ich sah zu Loki. Loki zu Thor und Thor zu mir. Dann hob ich meinen Arm und zeigte auf den Beutel unter der Decke. "Wart ihr das?", fragte Vater uns. Wir schüttelten alle den Kopf. "Wenn ich erfahre, dass ihr es doch ward, wird das ein Nachspiel haben, welches sich gewaschen hat.", knurrte er. Wir nickten alle. Vater befahl den Dienern den Beutel hinunter zu holen. Mit diesem verschwand er dann in seinem und Mutters Gemach. "Schnell zur Tafel.", flüsterte Thor und wir rannten los.
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Prinzessin Svenja von Asgard
Fiksyen PeminatSvenja wächst im Asgardischen Palast auf. Sie hilft in der Küche wo und wie sie kann. Als sie eines morgens mit dem Allvater in ein Gespräch gewickelt wurde. Verändert sich ihr Leben fast schon schlagartig. Einen Tag verbrachte sie als Prinzessin mi...
