Kapitel 18

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Lucinda und Lizzie hielten nur kurz bei Lucindas Wohnung an, flogen dann aber direkt weiter zu Lizzie nach Hause. Lucinda wollte keine Zeit verlieren, denn das tat der Killer vielleicht auch nicht.

Jetzt, da sie wusste, wo Lizzie wohnte und dass sie in Gefahr war, flog sie trotz dem Gewicht auf ihrem Rücken schnell und sie spürte, dass sich das Mädchen festkrallte. Zwar hatten sie den Nachmittag am See unbeschwert verbracht, aber jetzt kehrte der ganze Schock wieder zurück und den ganzen Flug hindurch sagte keiner ein Wort. In Gedanken ging Lucinda die Akte wieder durch und sie verfluchte sich dafür, dass sie nicht mehr alles wusste – es war zu lange her. Doch wenn sie Glück hatte, fand sie die Unterlagen noch, schliesslich hatte sie sie damals eingepackt. Lucinda hatte erwartet, dass bereits jemand anderes den Mann erlöst hat, nachdem es ihr misslungen war. Aber entweder war der Serienmörder nun vorsichtiger geworden oder die Akademie machte schlampige Arbeit, aber Lizzie hatte bekräftigt, dass er sich kein bisschen verändert hatte in letzter Zeit. Und das machte Lucinda Angst.

Sie setzte Lizzie ab, sobald sie vor der Wohnung landete und das Mädchen öffnete die Haustüre, dann hasteten sie zu Lizzies Wohnung hinauf. Lucinda wollte so schnell wie möglich mit Matthew reden, schliesslich war er der ältere der beiden und gemeinsam konnten sie eine Lösung suchen.

Sobald Lizzie die Wohnungstüre aufgeschlossen hatte, stürmte Lucinda hinein und sah sich kurz um. Die Wohnung war ähnlich aufgebaut wie die vom Serienkiller, stellte sie fest und sie öffnete mit Schwung eine Türe, hinter der sie ein Schlafzimmer vermutete.

Nur, dass es das Badezimmer war und jemand gerade aus der Dusche stieg. Lucinda starrte die Person an und sie blieb stocksteif stehen. „Huch!", stiess sie aus, überrascht, was sie da sah. „Sorry!"

Es war Matthew, splitterfasernackt. Jetzt schaute er erschrocken auf und erwartete wohl Lizzie. Doch dann sah er Lucinda und als er ihrem Blick begegnete, zuckte er erschrocken aufkeuchend zusammen. „Du liebe Güte! Was machst du denn hier?!", rief er entgeistert und er schnappte sich ein Tuch.

Lucinda brauchte einen Moment, bis sie reagierte, doch dann schlug sie die Türe hektisch wieder zu und drehte sich schnell weg.

„Ach du meine Güte", lachte sie auf einmal. „Tut mir leid, Matthew! Ich hab fast nichts gesehen." Tatsächlich hatte sie kurz seinen Oberkörper betrachtet, dann jedoch hastig weggeschaut. So viel Anstand besass sie schon. Aber auch wenn es peinlich war, kriegte sie auf einmal einen Lachanfall und sie bemerkte Lizzie, die hinter ihr stand und sich kugelte vor Lachen. Mit dem hatte sie echt nicht gerechnet!

„Das hast ... du davon", presste Lizzie lachend hervor und redete laut, sodass Matthew es hören konnte. „Wenn du immer ... abends duschst!"

Lucinda lehnte sich gegen die Tür und atmete mühsam ein, um das Lachen zu unterdrücken. „Ich hab gedacht, hier sei das Schlafzimmer", entschuldigte sie sich laut und kicherte. „Ein Stock weiter oben ist hier das Schlafzimmer."

„Was?", kam auf einmal Matts Stimme von innen, er klang alarmiert. „Welche Wohnung meinst du?" Lucinda hörte Geräusche von innen, er zog sich wahrscheinlich an.

„Darüber will ich mit dir reden", erwiderte Lucinda und grinste dann wieder. „Komm mal raus, ich hab dich ja sowieso schon nackt gesehen!" Sie unterdrückte ein Lachen und wartete auf Matts Antwort.

„Freu dich nicht zu früh", gab er zurück und öffnete die Tür. Er trug Jeans und ein T-Shirt, seine Haare waren noch feucht. Überrumpelt sah er von Lucinda zu Lizzie und als er sah, dass seine Schwester immer noch lachte, errötete er ein wenig.

„Lach nur, Lizzie", spottete er und deutete auf das Wohnzimmer. „Sitzen wir hin?" Nun galt sein Blick Lucinda, aber er wich ihrem Blick aus. Anscheinend war es ihm immer noch peinlich, dass sie ihn kurz nackt gesehen hatte.

Engelsschwingen - AusgestossenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt