Kapitel 23

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„Alles okay bei dir?", fragten Matthew und Lucinda gleichzeitig.

Lizzie schaute verdutzt von Lucinda zu ihrem Bruder und nickte dann. „Ja, klar, aber über was redet ihr da? Was machst du denn da, Matt?"

Lucinda und Matthew wechselten einen Blick, dann antwortete Lizzies Bruder auf deren zweite Frage. „Ich wollte mit Lucinda reden."

„Und ich habe gerade gesagt, dass ihr eventuell in Gefahr sein könntet...", fügte Lucinda kleinlaut hinzu. „Mal vom Mörder abgesehen."

„Wegen diesen Menschen, die dich angegriffen haben", ergänzte Lizzie traurig, sie schaute zu Boden. „Nachdem du mich bereits kanntest."

„Kleine, was redest du da!" Lucinda hob sanft ihr Kinn an, sodass sie in Lizzies braune Rehaugen blicken konnte. „Wenn irgendwer an etwas Schuld ist, dann bin ich Schuld, dass ihr in Gefahr seid. Schliesslich wurde ich angegriffen, nicht du." Kurz schaute Lucinda sich um, ob niemand anderes zuhörte, aber die Strassen waren nun beinahe leer.

„Du bist aber auch nicht schuldig, Lu", widersprach Lizzie eifrig. „Wir können alle nichts dafür." Für einen Moment schien sie in Gedanken versunken, dann grinste sie. „Hast du es ihnen gezeigt, Luce? Mit diesem coolen Engellook?"

Lucinda lachte. „So in etwa, ja." Und mit der Hilfe von Carmen...

„Lizzie, hör mal...", begann Lucinda dann zögernd und beugte sich zu ihr runter. „Matthew hilft mir bei der Mission mit dem Erlösen, hat er gesagt." Dabei ignorierte sie, dass Matthew ebenfalls zuhörte und gleich daneben stand.

„Ach, seit wann seid ihr Freunde?", fragte Lizzie erstaunt und strahlte zweideutig.

„Wir sind keine Freunde", widersprach Matthew sofort und Lucinda spürte kurz einen Stich im Herzen.

„Wir sind Geschäftspartner", ergänzte sie dann zwinkernd. „Aber die Sache ist die, dass... Naja, er ist eben ein Mörder und dann gibt's noch die anderen Menschen, die aus auf mich – und vielleicht auch auf euch – abgesehen haben..." Lucinda holte tief Luft. Lizzie war tough und intelligent, in ihren Augen sah sie bereits, dass die Kleine ihr genau folgen konnte oder gar in Gedanken schon voraus war. Wie sollte sie ihr beibringen, dass sie nicht helfen konnte und durfte?

Lizzie schüttelte heftig den Kopf, noch bevor Lucinda weitersprechen konnte. „Du willst sagen, dass es zu gefährlich ist?", rief sie aus und machte einen Schritt zurück. Lucinda erschrak, als sie sah, dass sie ehrlich verletzt wirkte.

„Lizzie, ich mach mir einfach Sorgen...", setzte Lucinda verunsichert an und Matt neben ihr schnaubte bei den Worten.

„Es ist für uns alle gefährlich!", rief Lizzie und biss sich auf die Lippe. „Bitte, Luce, schliess mich da nicht aus!"

Lucinda schüttelte den Kopf, um sich selbst zu überzeugen. „Kleine, du bist ein tolles Mädchen, aber wenn dir etwas passieren würde, könnte ich mir das nie verzeihen!"

„Aber ich will helfen! Ich bin doch sowieso in Gefahr, egal, was ich mache!"

„Nein, Lizzie, je mehr du damit zu tun hast, desto sichtbarer wirst du für ihn!"

„Lizzie, es ist wirklich eine riskante Sache", mischte sich da Matthew ein und Lizzies Blick fuhr zu ihm, mittlerweile war sie wütend.

„Mir egal! Ich werde helfen, egal wie", insistierte sie und Lucinda erwartete beinahe, dass sie noch mit dem Fuss aufstampfte. Mist, junge Mädchen konnten echt stur sein.

„Und weisst du was, Luce?", fragte Lizzie auf einmal triumphierend.

Lucinda hob beunruhigt die Augenbrauen. Was kam wohl jetzt?

Engelsschwingen - AusgestossenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt