Mein eigener Stalker lief einfach an mir vorbei und in mein Haus. Fassungslos starrte ich ihm hinterher. Er ging geradeaus durch und befand sich dann in unserem großen Wohnzimmer. Nicht mal Schuhe ausziehen konnte er. Da würde Mum sich wieder aufregen, dachte ich und folgte ihm mürrisch ins Wohnzimmer. "Was soll das denn jetzt?", fragte ich sauer. "Du sagtest, dass ich mich umgucken soll. Das tue ich jetzt auch", antwortete er lässig. Ich war kurz davor ihn anzuschreien, aber entschied mich dann dagegen. "Soll ich dir noch etwas zu trinken anbieten?", fragte ich zuckersüß. "Gerne", meinte Jason und grinste mich an. Der Typ hatte sie nicht mehr alle. Aber ich lächelte lieb und lief in die Küche. Dann goss ich etwas bisschen Wasser in ein Glas und lief wieder zu ihm. "Danke, sehr aufmerksam", meinte Jason und streckte die Hand aus. Bevor er sich das Glas aus meiner Hand nehmen konnte, kippte ich das Wasser über seinen Kopf aus. Grinsend sah ich zu wie sich das Wasser in seine Haaren und sein T-Shirt lief und sich dort einsog. "Das hast du jetzt nicht ernsthaft gemacht, oder?", fragte er wütend. "Doch! Du bist ja auch ernsthaft in mein Haus gekommen", sagte ich möglichst ruhig und grinste ihn provozierend an. Plötzlich griff seine Hand um meinen Oberarm und drückte kräftig zu. Ich quickte kurz auf. "Hör mal zu, Schlampe. Vielleicht bist du beleidigt, weil du mich nicht haben kannst, so wie sonst jeden anderen, aber das hättest du nicht tun dürfen!", knurrte er sauer. Ich schauderte kurz. "Und du denkst, dass ich jetzt Angst vor dir habe?", fragte ich leise. "Ich sehe es dir an, Schätzchen. Du zitterst", hauchte er leise in mein Ohr. "Pah! Träum weiter! Lass mich endlich los", sagte ich und riss mich von seinem Griff los. Doch er hatte nicht genug. Er packte mich und schubste mich. Ich spürte wie mein Rücken gegen die Tischkante unseres Esstisches knallte und dann sank ich zu Boden. Sekunden später schossen mir Tränen in die Augen. Mein Rücken pochte. Es fühlte sich an, als würde sich ein Feuer entlang meiner Wirbelsäule züngeln. Ich sah Jason nicht an, sondern hatte die Augen geschlossen. Plötzlich hörte ich wie eine Tür aufgerissen wurde. Ich dachte, dass Jason gegangen war, also öffnete ich die Augen. Aber Jason stand noch vor mir und guckte zu der Tür. Auch ich bewegte meinen Kopf vorsichtig nach Links und in der Tür stand Ashton. "Was ist hier los?", fragte er laut und ließ seine Tasche fallen. "Er... Er hat mich geschubst", murmelte ich und zeigte unnötigerweise auf Jason. Mit großen Schritten durchquerte mein Bruder das Zimmer und stand ganz dicht vor Jason. Dieser wirkte ganz gelassen."Was fällt dir ein meine Schwester zu schlagen?", schrie Ashton."Sie hat mich provoziert", murmelte Jason. "Das ist noch lange kein Grund, Dreckskerl!", rief Ashton und schon landete seine Faust aufJasons Kiefer. Ich sah ungläubig zu und wollte den Streit verhindern, aber schaffte es nicht aufzustehen. Jason ging automatisch ein paar Schritte zurück und bewegte seinen Kiefer. Er wollte testen ob er noch funktionierte. Als dies anscheinend der Fall war, grinste dieser Psychopath. "Hör mal zu! Sie hat mich quasi zu euch eingeladen, aber nur um mich dann mit Wasser zu überschütten", sagte er und ging drohend auf Ashton zu. "Hat deinen fettigen Haaren bestimmt gutgetan. Jetzt verpiss dich endlich aus unserem Haus, du Milchbubi!", rief Ashton und schubste ihn Richtung Haustür. Wortlos verließ Jason unser Haus.
Kaum war Jason weg, bückte Ashton sich zu mir runter und sah mir ins Gesicht."Kannst du aufstehen?", fragte er leise. Ich schüttelte den Kopf und kurz darauf war ich auf seinen Armen. Er trug mich in mein Zimmer. "Danke", murmelte ich leise. "Dafür nicht, Maus", sagte Ashton und machte mir eine Wärmflasche. Als er mit der warmen Flasche und einem Glas Wasser wiederkam, stopfte ich mir die Wärmflasche in den Rücken. Ashton setzte sich zu mir aufs Bett. "Ich hätte ihm auch gerne selbst eine geklatscht, aber mein Rücken tat so weh, dass ich nicht aufstehen konnte", erklärte ich mich. "Du musst dich nicht verteidigen! Er ist das Arschloch", sagte er und lächelte. "Ich fühle mich schwach", sagte ich. "Bist du nicht!"
"Warum kriege ich sowas dann nicht alleine hin?", fragte ich."Weil du starke Schmerzen hast! Wenn du in dem Moment nicht aufstehen kannst, dann ist das so. Ich bin nur froh, dass ich doch nach der fünften Stunde Schluss hatte. Ansonsten wäre sonst was passiert, was ich mir gar nicht ausmalen möchte", sagte mein Bruder und schloss kurz qualvoll die Augen. "Mir geht's gut! Ich danke dir, dass du mich immer wieder aus solchen Situationen rausholst! Ich danke dir, dass du so ein wundervoller Bruder bist", sagte ich leise. "Für dich mache ich sowas immer wieder gerne", sagte er und drückte mir kurz einen Kuss auf die Stirn. Dann stand er auf und verließ das Zimmer. Immer noch prickelte meine Haut unter der Berührung seiner Lippen.
DU LIEST GERADE
Geschwisterliebe
RomanceIn dieser Geschichte geht es um ein Madison, die eine egoistische Familie, aber dafür einen umso liebenswürdigeren Bruder hat. Als ein neuer Junge in ihre Klasse kommt, bringt er viele Komplikationen mit sich. Er scheint Maddy zu hassen, was sie si...
