Lukas sah Fred dankbar an. Er war blass und wirkte dünner. Anscheinend war, was immer er auch hinter sich hatte, sehr anstrengend gewesen. Wir nahmen ihn mit in den Gemeinschaftscontainer und setzten ihn an den Tisch. Fred brachte Kaffee, wofür ich ihn herzlich mochte.
„Wie geht es dir, Lukas? Du wirkst Müde!"
Er lächelte. Es wirkte bei den Schatten unter seinen Augen nicht sehr fröhlich.
„Ich bin Müde! Ich habe in den letzten zwei Tagen kaum geschlafen. Aber erzählt lieber ihr, was habt ihr gefunden?"
Das brauchte er Fred nicht zweimal zu sagen. In allen Einzelheiten schilderte er ihm die Entdeckung der Tür, die Sporen und wie wir den Raum heute Morgen betreten hatten. Das Mauerwerk, das Gewölbe und unsere Bemerkungen dazu. Lukas hörte aufmerksam zu. Doch ich fand es strengte ihn sehr an. Am liebsten hätte ich Fred weggeschickt und Lukas ins Bett gesteckt, aber das ging natürlich nicht. Also beobachtete ich ihn heimlich. Doch an den Seitenblicken, die er mir ab und zu zuwarf, erkannte ich, dass er es bemerkte. Als Fred endlich fertig war, nickte Lukas anerkennend.
„Sehr gut gemacht, Fred. Ich wusste auf dich kann ich mich als Leiter verlassen. Aber es ist wirklich seltsam, was ihr da entdeckt habt. Wir müssen Proben nehmen und die Mauer genauer untersuchen. Das mit der Schallortung hört sich vernünftig an, wir dürfen nichts überstürzten. Wo ist eigentlich Paul?"
Wir sahen uns betreten an, wieder mit amüsiertem Blick. Schon stieg wieder das Lachen in uns auf. Nur der Gedanke an seinen Anblick von vorhin reichte schon aus. Lukas sah uns neugierig an.
„Was denn? Ihr lacht ja schon wieder?"
„Naja, Paul hatte einen kleinen Unfall. Er ist in den Matsch gefallen, sehr unglücklich. Wirklich!"
Lukas schüttelte lächelnd den Kopf.
„Für so kindisch hab ich euch gar nicht gehalten, der Arme, muss euren Spott ertragen. Wie ist es denn passiert?"
„Ich hab es nicht gesehen, da musst du Margie fragen."
Lukas wandte sich mir zu, mit fragendem Blick.
„Nun?"
Ich schluckte, vor Fred wollte ich das eigentlich nicht unbedingt erörtern.
„Naja, ich hab da ein Geräusch gehört, hinter dem Zelt. Dem sind wir nach, zu zweit und da ist er auf dem feuchten Boden ausgerutscht."
Lukas sah mich ernst an. Er schien zu begreifen, was ich mit Geräusch andeuten wollte.
„Habt ihr etwas gesehen?"
„Nein, nichts. Nur eine umgestürzte Lampe."
Fred sah mich erstaunt an.
„Eine der Lampen? Wo?"
„In der Nähe des Zeltes, auf Höhe der Autos. Du weißt schon, wo die anderen immer Rauchen hingehen, weil dieser Unterstand in der Nähe ist."
Fred nickte wissentlich.
„Ja, ja, ist wahrscheinlich wegen des vielen Regens umgekippt, wir müssen diese Dinger besser befestigen. Kümmere mich gleich darum."
„Danke Fred, das wäre gut. Das Licht darf uns nicht ausgehen, schon gar nicht nachts. Der Regen ist halt unangenehm, wir müssen unsere Sachen besser verstauen."
„Ja, ich werde mal alles durchsehen, nehme mir ein paar der Studenten mit."
„Gut!"
Fred ging. Ich sah in meinen Kaffee und sagte nichts.

DU LIEST GERADE
Zeitbarrieren
AdventureWas ist Zeit? Kann man einen Krieg um Sie führen? Was, wenn einige dank einer natürlichen Fähigkeit durch die Zeit reisen könnten? Was, wenn andere dies ausnützen wollten? Die Archäologin Margie wird zu einer Ausgrabung hinzugezogen. Zwar scheint es...