Kapitel 5 (Valerie)

2.5K 89 1
                                        



Als wir aus dem Flugzeug stiegen, schlug mir die warme Luft entgegen. Es war warm in Angeles. Keine drückende Hitze, sondern eher angenehm warm. Vor dem Rollfeld erwartete uns schon eine Karawane an Autos, darunter auch Polizeiwagen. Anscheinend lebte man auch als Auserwählte gefährlich. Zum Glück war das bald vergessen, denn man drängte uns bereits in den bereitstehenden Reisebus. Wobei es eigentlich kein Reisebus war, sondern eine Limousine . Ich war so fasziniert von dieser Situation, dass ich noch nicht einmal die Reporter und Kameras wahrnahm , die sich am Rollfeld aufgestellt hatten. Sie filmten jeder unserer Bewegungen, bis wir in den Bus einstiegen. Ava und ich suchten uns einen Platz im hinteren Bereich, weit weg von Tanja und Sabrina. Auf der Fahrt zum Palast fuhren wir an vielen kleinen Feldern und Höfen vorbei. Es war schön zu sehen, dass nicht alles in Angeles von dem Palast und der Monarchie dominiert wurde. Es gab viele kleine Wiesen mit Pferden, die genüsslich grasend an den Zäunen standen und dieser seltsamen Prozession zu sahen. Allerdings rief das bei mir ein starkes Heimwehgefühl auf. Ich war noch nie lange und vor allem weit von zu Hause fort gewesen. Mein ganzes Leben hatte sich auf der Farm meiner Eltern abgespielt und auf einmal war ich fort.

„Es ist schön oder?", fragte Ava mich. Ich sah gerade aus dem Fenster und nickte nur.

„Genau so habe ich es mir immer vorgestellt. Also den Palast meine ich. Umgeben von Feldern und Wiesen. Dieses Gefühl von Freiheit" , sie seufzte.

" Wie sieht deine Farm aus?", fragte sie mich.

Ich lächelte: " So ähnlich. Das Wetter ist anders, deswegen sehen die Felder anders aus, aber sie ist schön." Das half nicht gerade mit meinem Heimweh. Zum Glück wurde unsere Aufmerksamkeit aber von etwas anderem in Beschlag genommen. In der Ferne hinter den Baumwipfeln erhob sich der Palast von Angeles in seiner strahlenden Schönheit. Als wir das Tor passierten, standen schon viele Menschen an den Seiten und bejubelten uns. Ava und ich öffneten die Fenster und winkten der Menschen zu. Es war schön zu sehen, dass wir nicht alleine waren, dennoch war es überwältigend.

Als wir vier aus dem Bus aussteigen, jubelten die Menschen noch mehr. Einige hielten sogar Schilder mit unseren Namen hoch. Wie konnten Sie uns jetzt schon als Favoriten ansehen, obwohl sie uns noch gar nicht kannten? Aber das schien ihnen egal zu sein, denn sie jubeln noch mehr. Die Seiten waren mit Zäunen abgesperrt und hinter jedem stand ein Polizist um unsere Sicherheit zu gewährleisten. Ava , Tanja und Sabrina gingen vor mir und schritten den Gang mit solcher Perfektion ab, dass jeder von ihnen eine perfekte Prinzessin hätte sein können. Ich hingegen brauchte etwas Zeit um mich in die Situation einzufinden. Ich wusste nicht was man von mir erwartete. Sollte ich zu den Menschen gehen oder einfach den Gang weitergehen, wie es alle anderen taten?

Dieses Problem wurde mir zum Glück abgenommen. Etwas weiter vor mir sah ich ein kleines Mädchen, vielleicht vier Jahre alt, die einen Teddybären im Arm hielt. Aufgrund des Gedränges fiel er über die Absperrung und landete vor mir. Das Mädchen weinte, da sie nicht an ihn herankam und ihre Mutter versuchte verzweifelt nach dem Teddy zu greifen, doch auch sie kam an ihn nicht heran. Ich stoppte, hob ihn auf und reichte ihm die Mädchen über die Absperrung. Lächelnd sah mich das Mädchen an.

" Danke , vielen Dank", wandte sich die Mutter an mich. Die Kleine strahlte und drückte ihn fest an sich.

"Gern geschehen." , antwortete ich und lächelte das Mädchen an.

"Pass gut auf ihn auf Ja ?", sagte ich zu dem Mädchen ,welches nickte und sich die Tränen wegwischte. Lächelnd wandte ich mich ab und schritt den weiteren Gang entlang. Ava und die anderen waren schon im Schloss verschwunden und ich war die letzte. Ich ließ mir aber trotzdem Zeit und winkte , während ich die Stufen hinauf ging. Dieser Gang kam mir viel zu kurz vor. Zu schnell war ich im Palast und die Türen schlossen sich hinter mir. Im Inneren wurde ich schon von einer Gruppe Menschen empfangen. Sie stellten sich mir als" mein Styling Team" vor und zogen mich zu einer der vielen Türen. Das Innere ähnelte einem Friseursalon und es herrschte ein reges Treiben. Viele der Mädchen saßen vor Spiegeln, an denen Ihnen die Haare geschnitten und sie geschminkt wurden.

~Between Always and Forever~Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt