Kapitel 28 (Valerie)

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Es dauerte fast drei Tage, bis ich mein Zimmer wieder verließ . Ich hatte versucht mich vor der Welt zu verschließen. Oder vielleicht wollte ich auch die Welt an sich aussperren. Sich zu verstecken erschien einfacher, als sich mit der Realität auseinander zu setzten. Hier unterlag alles einer gewissen Ordnung. Dort draußen war das nicht der Fall.

"Wenn du noch Zeit brauchst, dann verstehe ich das", sagte Will neben mir und sah mich besorgt an.
"Nein, ich bin bereit. Ich habe mich lange genug versteckt. Es ist Zeit, dass ich stärker werde", antwortete ich und trat mit Will auf den Innenhof hinaus. Zum ersten Mal seit drei Tagen, konnte ich wieder frische Luft einatmen, spüren wie der Wind über meine Haut strich und roch den Geruch des frisch geschnittenen Grases. Die Angst und Beklommenheit verblasste mit jedem Atemzug, den ich tat. Sie würde nie ganz verschwinden, aber ich würde daran wachsen. Genauso, wie Ava es mir gesagt hatte. Jeden Tag aufs neue.

  "Du bist schon stark. Stärker als viele andere."

"Das hoffe ich. Ich werde es für das Interview gebrauchen können ", ich seufzte.

"Ich habe mit Vanessa gesprochen", fing ich an. Er sah mich neugierig an. "Ich soll heute an dem Unterricht teilnehmen."

"Wenn du dich soweit fühlst", entgegnete er mir.

"Ja. Ich denke, das tue ich."
"Dann los", sagte er und nahm meine Hand. Ich lächelte und folgte ihm in den Thronsaal.

Wie schon bei den anderen Interviews, hatte man Mikrofone aufgebaut und auf einem Podest für die königliche Familie befestigt. Die Selection hingegen war wie immer auf den passenden Stühlen untergebracht, welche sich neben dem Podest befanden. Mein Blick streifte die Menge der Mädchen, doch ich konnte keine Veränderung ausmachen. Anscheinend war niemand in den vergangenen Tagen gegangen.  Wir waren immer noch 25.
"Miss Valerie ", Skye kam auf Will und mich zu und umarmte mich. Im ersten Moment war ich verwundert und erschrocken, aber das Gefühl von Verwirrung ließ schon bald nach.

"Ich bin so froh, dass es Ihnen gut geht", schniefte sie und drückte meine Hand.

"Wir haben uns alle solche Sorgen gemacht."

"Danke, das ist sehr freundlich", antwortete ich ihr, doch sie ließ meine Hand nicht los.

"Wenn ich irgendetwas tun kann,dann  lassen Sie es mich wissen." Ich nickte und lächelte sie an.

"Ja, dann können wir bald anfangen . Haben sie die Linsen kontrolliert und fokussiert?", wandte sie sich dann an ihr Kamerateam und verließ uns.

"Das ist aber nicht nur mir seltsam vorgekommen, oder?", fragte ich Will, doch dieser lachte nur.

"Ich habe Skye noch nie so erlebt. Du veränderst uns alle." Ich senkte meinen Blick und spürte, wie ich leicht rot wurde.

"Wir brauchen noch einen Moment", ertönte da eine Stimme neben uns. König James schritt mit festen Schritten auf Will und mich zu.

"Miss Valerie, ich würde gerne noch einmal mit ihnen sprechen. Allein", fügte er hinzu, als er bei uns ankam. Unsicher sah ich William an, dessen Augen kalt wie Eis waren. Seine Haltung veränderte sich. Anscheinend hatte er sich mit seinem Vater noch nicht wirklich ausgesprochen. Fragend sah ich ihn an und er nickte leicht. Das reichte mir.

"Es wäre mir ein Vergnügen", antwortete ich der Etikette entsprechend und folgte dem König in einen Nebenraum. Dieser wurde anscheinend nicht oft genutzt, denn es gab nur einige wenige Möbel, die sich auf das Nötigste konzentrierten. Keine Verzierungen oder sonstige persönliche Dinge. Er war genauso kalt, wie die Ausstrahlung des Königs.Er schloss die Tür und ich blieb unsicher in der Mitte des Raumes stehen.

~Between Always and Forever~Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt