Elena Pov.
(Zeitgleich zu Joshuas Vorbereitungen)
Schon seit gestern Abend liegt der Brief von Jo ungeöffnet auf meinem Schreibtisch. Soll ich ihn öffnen ? Soll ich ihn wegschmeißen ? Nach mehreren Minuten entschließe ich mich den Brief zu öffnen. Ich kann ihn nicht einfach wegschmeißen ohne zu wissen was in ihm steht. Neugierig, aber nervös nehme ich den Brief und öffne ihn.
Wow ! Das sind einfach wunderschöne Worte und er weiß wirklich noch was ich bei unserem ersten Date anhatte. Doch bevor ich weiter über seine Worte nachdenke, kommt mir der letzte Absatz wieder in den Kopf.
Wenn du für uns beide noch eine Chance siehst komm bitte Morgen um 18:00 Uhr zu unserem Platz.
Scheiße !! Wie viel Uhr haben wir ? Als ich auf die Uhr schaue reiße ich meine Augen geschockt auf. Schon 18:20 Uhr. Oh Gott ich muss los. Ich muss die Erklärung von Joshua hören. Ich kann das was zwischen uns sein könnte nicht einfach so wegschmeißen. Schnell stehe ich auf und schaue in den Spiegel. Ungeschminkt, meine Haare zu einem Zopf gebunden, Jogginghose und T-Shirt. Ich habe keine Wahl, ich muss so gehen. Vielleicht ist er ja eh nicht mehr da wegen meiner Dummheit. Warum habe ich auch einen Tag lang gewartet den Brief aufzumachen ? Ich stecke meine Schlüssel in meine Tasche, ziehe mir meine Joggingschuhe über und sprinte die Treppe runter. Noch einmal schaue ich auf meine Uhr - 18:30 Uhr - Kacke ich muss mich wirklich beeilen. Wenn ich wirklich schnell laufe bin ich in 15- 20 Minuten da. Hoffentlich ist er noch nicht weg. Gefühlt bin ich noch nie so schnell gelaufen, aber heute bin ich mit meinen Gedanken wo ganz anderes. Ich muss einfach diese verdammte Erklärung hören, es macht mich verrückt, dass ich sein Verhalten an diesem Tag nicht verstehe. Nach seinem Brief und wie er darin über mich geschrieben hat, habe ich das Gefühl er hat eine gute Erklärung für sein Verhalten. Am Park angekommen ist es schon 18:40, aber bis zu dem Platz brauche ich bestimmt noch fünf Minuten. Fünf Minuten später habe ich den Platz tatsächlich gefunden und der Anblick der sich mir bietet verschlägt mir echt die Sprache. Eine Picknickdecke, mehrere Fackeln, ein tolles Buffet und Joshua. Joshua steht mit dem Rücken zu mir und schaut auf den kleinen Bach. Langsam gehe ich auf ihn zu. ,,Jo ?!" ruckartig dreht er sich um. Erstaunt sieht er mich an. ,,Du, du bist gekommen." ,,Ja ähm tut mir leid wegen der Verspätung. Ich kann das erklären." Er lächelt mich an ,,Nein ! Ich denke ich bin derjenige der hier etwas erklären sollte. Setz dich bitte !" mit der Hand deutet er auf die Decke. Ich setze mich hin und sehe gespannt zu Joshua. Eigentlich sollte ich immer noch böse auf ihn sein, aber nach dem Brief und dieser Aktion hier ist das echt schwer. Nervös kratzt er sich am Nacken, bis er einmal tief durchatmet und beginnt zu erzählen. ,,Ich weiß nicht ob die Erklärung mein Verhalten irgendwie entschuldigen kann, aber ich werden dir jetzt alles sagen und du kannst danach entscheiden wie es mit uns weitergeht. Okay ?" ich nicke. Ein Wort bekomme ich gerade bei dieser Anspannung einfach nicht heraus. ,,Also... Du weißt ja sicherlich, dass wir uns an diesem Tag eigentlich treffen wollten und ich meinte es sei wichtig. Nun ja ich wollte dir an diesem Tag meine Gefühle gestehen." er schluckt einmal und fährt fort. ,,Kurzfristig habe ich mich dann entschieden zu dir zu fahren, bevor du nach Ruhpolding fährst und dir meine Gefühle zu beichten. Warum davor ? Na ja ich bin einfach ein echter Schisser wenn es um solche Sachen geht, deshalb habe ich mir gedacht ich mache es direkt bevor ich es mir anders überlege. Als ich dann allerdings bei dir war habe ich dich gesehen wie du auf dem Rücken von einem anderen Mann hingst. Als er dich dann auch noch Prinzessin nannte und du ihn auf die Backe geküsst hast war für mich klar, dass du meine Gefühle nicht erwiderst und mir nur unnötig Hoffnung gemacht hast. Mehr als wütend und enttäuscht bin ich nach hause gefahren und dort habe ich mich, aus Frust, betrunken. Dann habe ich die Nummer von dieser Barbie in meinem Handy gefunden und ja mein betrunkenes Hirn hielt es für eine gute Idee sie anzurufen. Das eine kam zum anderen und Abends bist du halt gekommen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass der Mann zuvor dein Bruder war, hatte ich auch keine Schuldgefühle und habe mich kalt dir gegenüber verhalten. Jetzt nachdem ich alles weiß fühle ich mich einfach komplett scheiße. Ich habe dich so verletzt anstatt einfach mit dir zu reden. Diese Erklärung ist keine Entschuldigung für mein Verhalten, das ist mir bewusst, aber ich wollte dass du weißt wie es dazu gekommen ist.
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Schuss ins Herz
FanfictionDie jungen Nachwuchs Sportlerinnen Elena und Katharina haben ein großes Ziel, einen Platz in der Weltcup Mannschaft. Als die beiden die Einladung für den Saisonvorbereitungs Lehrgang erhalten schwören sie sich eines: voller Fokus auf das Ziel Weltcu...
