- XIII -

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Aus dem Augenwinkel konnte Arya sehen, dass es dem Mann in der Ecke sichtlich unwohl war, Durza zuzusehen, wie er sie folterte.

Er sah aus, als wollte er wegsehen, aber den Blick nicht abwenden konnte. Es war bei ihm also noch ein Rest Menschlichkeit zurückgeblieben, im Gegensatz zu Durza. Der hatte nämlich gerade das Messer geschüttelt, um das Blut in roten Tropfen zu allen Seiten zu verspritzen und es anschließend wieder in seinen Gürtel gesteckt.

Ein paar Blutstropfen waren auch auf Arya gelandet, die jetzt heiß und klebrig auf ihrem zerschundenen Rücken in die Wunden flossen.

,,Ich frage dich nochmal: Wo ist das Ei?" Arya brachte kein Wort zustande, aber Durza hatte wohl auch nichts erwartet.

Er winkte den beiden Männern, sie stellten sich zu beiden Seiten des Steinblocks auf und machten sich an den Eisenringen zu schaffen.

Einer nach dem anderen öffnete sich und Arya konnte sich wieder ein wenig bewegen. Die Kraft, sich aufzustemmen und wegzulaufen, hatte sie jedoch nicht. Also lag sie einfach still da und wartete, was passieren würde.

Sobald die Männer alle Fesseln gelöst hatten, nahm einer sie an den Füßen, der andere ihre Schultern und gemeinsam drehten sie Arya um. Als sie nicht ganz sanft auf dem Rücken abgelegt wurde, schrie sie heiser auf. Der Stein fühlte sich auf ihrem Rücken wie ein Nagelbrett an.

Darauf nahmen die Männer jedoch keine Rücksicht, als sie die Eisenringe festschnallten. Sie begannen wieder bei den Beinen und endeten bei ihrem Kopf. Der Ring um Aryas Brustkorb wurde so fest gemacht, dass die Wunden nocheinmal viel fester auf den Stein gedrückt wurden.

Arya schloss die Augen und atmete zitternd ein und aus.

Ein.

Und aus.

Ein.

Und aus.

Sie spürte, wie das Blut aus ihrem Rücken herauslief, sich zuerst auf dem Steinblock und dann auf dem Boden sammelte.

Dann murmelte Durza ein Wort in der alten Sprache, das aber in Aryas Erinnerungen sofort wieder verblasste. Sie versuchte, es festzuhalten, aber es war, als versuchte sie, Rauch mit bloßen Händen zu fangen.

Sinnlos.

Doch sie hatte auf einmal das Gefühl, es würde weniger Blut aus ihrem Körper fließen. Wollte Durza sie etwa heilen?

Die Erklärung kam umgehend, als hätte der Schatten ihre Gedanken gelesen - was vielleicht nicht einmal so abwegig war. ,,Du würdest sonst verbluten. Und dann wäre der Spaß so schnell vorbei... Nein, verbluten ist keine Option. Aber bluten ist gut. Macht die Gedanken weich."

Durza stand so, dass Arya ihn gerade noch sehen konnte. Seine leuchtend roten Haare, die gelben Augen und das Grinsen.

Er fuhr fort: ,,Ich komme gleich wieder, ich muss nur etwas holen. Nicht weglaufen!"Durza lachte kurz über seinen eigenen Witz und winkte dann denn Männern, ihm zu folgen. Gemeinsam verließen sie den Raum.

Eragon - Aryas GefangenschaftGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt