XXXVI. Der Sturm

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Ich musste ernsthaft die App deinstallieren und wieder installieren, damit es wieder funktioniert. 🙄 Sorry dass so lange nichts kam, aber was will man machen?
Na ja, hier ist das (schreckliche 😶) neue Kapitel. Viel Spaß.

Von nun an tat Arya nichts mehr. Weder aufstehen, noch schlafen, noch irgendwelche Pläne schmieden. Sie lag auf dem Boden, nahm kaum war, wie es Tag und Nacht wurde und ignorierte den Sonnenaufgang ihres fünften Tages in diesem Raum. Ihren Durst und ihren Hunger bemerkte sie nicht, beziehungsweise ignorierte auch dies. Irgendwann wurde wieder Wasser in ihre Zelle gestellt, doch Arya war zu schwach um Notiz davon zu nehmen.
Das erste Mal, dass sie sich bewegte, war, als ihr Mund so ausgetrocknet war, dass sich ihre Zunge wie ein pelziger, unförmiger Klumpen in ihrem Mund anfühlte.
Langsam setzte sie sich auf, doch trotzdem wurde ihr schwindelig. Alles drehte sich, wurde schneller, verschwommener, bis ihr Schwarz vor Augen wurde. Sobald Arya auf dem Boden aufschlug, kam sie jedoch wieder zu sich.
Diesmal noch langsamer rappelte sie sich auf und konnte diesmal ihr Gleichgewicht halten. Auf den Knien rutschte sie zum Krug ... und konnte ihn nicht erreichen. Die Kette um ihren Knöchel war zu kurz. Vorsichtig legte Arya sich flach auf den Boden, streckte die Hand aus und war doch noch einige Zentimeter vom Henkel entfernt.
Sie stieß einen erstickten Schrei aus, verkrampfte sich, riss sich gefühlt fast den Fuß aus und streckte sich weiter, als sie es unter normalen Umständen jemals getan hätte, was jetzt aber ihr Überlebensinstinkt möglich machte.
Sie bekam den Henkel zu fassen und zog ihn ruckartig zu sich her, wobei sie ein paar kleine Schlücke des Wassers verschüttete. Sobald der Krug nicht mehr unerreichbar war, sackte Arya in sich zusammen.
Von irgendeiner ihrer zahlreichen Wunden lief ein dünnes Rinnsal warmen Blutes ihren Bauch hinunter.
Durza machte sich wohl einen Spaß daraus, das spärliche Wasser, das sie bekam, schwer erreichbar zu machen. Arya nahm einen großen Schluck in den Mund und spülte sich den ekelhaften Geschmack aus, den der Durst hinterließ.
Diesen Schluck spuckte sie gegen die Wand aus und bereute es sofort. Jeder Tropfen Flüssigkeit war wertvoll und nicht zu verschwenden. Wehmütig blickte sie auf Pfütze am Boden, wo sich das Wasser gesammelt hatte.
Jedoch fühlte sich Aryas Zunge nun besser an und sie konnte wieder klarer denken. Langsam trank sie weiter, spürte wie das Leben in ihren Körper zurückkehrte. Doch was brachte das?
Zu leben?
Sie würde nie aus diesen Verliesen entkommen, wahrscheinlich nicht mal wenn sie starb. Warum also noch weiter leiden? Der letzte Tropfen rann ihre Kehle hinunter und vor Wut auf sich und die Welt warf Arya den Krug gegen die Tür. Er zerschellte und Scherben flogen in alle Richtungen.
Zitternd kroch Arya in die Mitte des Raumes, die Kette klirrend hinter sich herziehend. Gerade kam die Mittagssonne hinter einigen Wolken hervor und schien warm auf ihren Körper, doch sie nahm es nicht wahr.
Ein irres Grinsen war auf Aryas Gesicht erschienen und ein ebenso irres Lachen bahnte sich seinen Weg ihre Kehle hoch, bis es aus ihr herausbrach.
Laut lachte sie, ohne auf den Schmerz in ihren Beinen zu achten, als sie sich mühelos aufrappelte und genau in die Mitte des Raumes stellte.
Sie lachte und lachte, bis sie einen Hustenkrampf bekam und Blut auf den Boden spuckte. Lässig wischte sie sich das Blut vom Kinn und grinste wieder. War es nicht ein lustiger Zufall, dass gerade sie, die Tochter der Elfenkönigin, die Elfe, die mit dem Ei unterwegs war, hier in dieser Zelle saß? Die rund wie ein Ei war?
Zufrieden setzte sie sich im Schneidersitz auf den Boden, mit dem Gesicht zum Fenster.
Lange Zeit blieb Arya so mit geschlossenen Augen und lächelnd sitzen, selbst als die Sonne verdeckt wurde von dunklen Wolken und in der Ferne Donner grollte.
Als der erste Blitz die Wolkendecke durchzuckte und ein kalter Wind um den Turm, in dem sie saß, pfeifte, öffnete sie die Augen und legte den Kopf schief.
Es war bitterkalt geworden, doch Arya spürte die Kälte nicht. Lächelnd wartete sie auf den ersten Tropfen.
Der kam, und mit ihm viele viele weitere, schwere, dicke Tropfen, die auf Arya und den Turm und die ganze Stadt niederplatschten.
Sie blieb im strömenden Regen, der durch den starken Wind durch das Gitterfenster hereinkam sitzen, mit geöffneten Armen, als wollte sie das Gewitter begrüßen. Als sie komplett durchnässt und durchgefroren war und um sie tiefe Pfützen entstanden waren, stand sie langsam wieder auf, noch immer mit ausgebreiteten Armen.
Langsam drehte sie sich im Kreis, das Gesicht immer dem Regen zugewandt und mit einem Kichern im Bauch.
Das kühle Wasser wusch ihren Körper, spülte all das getrocknete Blut von ihren Wunden und sammelte sich in rötlichen Pfützen.
Nach einer kleinen Weile war Arya komplett durchnässt und durchgefroren, jedoch behinderte keine dicke Blutskruste mehr ihre Bewegungen.
Kichernd bückte sie sich und hob die Kette auf. Sie wog schwer in ihrer Hand und bestand aus dicken, ovalen Ringen. Langsam begann Arya, die Kette um ihren Körper zu wickeln. Sie begann bei den Oberschenkeln und ging dann aufwärts, und die Kette schien länger zu werden und viele Male um ihren abgemagerten Körper zu laufen, sich in ihren Händen zu ringeln wie eine Schlange.
Immer weiter drehte Arya sich, immer öfter wickelte sie die Kette um sich und sie schien nie zu Ende zu sein. Der Wind pfiff lauter als je zuvor um den Turm und ließ alle Geräusche außer den Regen im Hintergrund.
Ein Donnerschlag brachte sie aus dem Gleichgewicht. Ein Donnerschlag, laut wie ein Drachengebrüll, lauter als alles zuvor und das Geräusch von berstendem Stein erfüllte die Luft und Arya fiel hart auf den nassen Steinboden.

Eragon - Aryas GefangenschaftGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt