Durza begrüßte sie nicht, sondern legte gleich die Peitsche ins Feuer. Das war ungewöhnlich, normalerweise hatte er immer eine spöttische Bemerkung parat. Hatte er schlechte Laune?
Sah so aus, kein gutes Zeichen. Das würde nur bedeuten, er wäre noch gnadenloser als sonst, soweit das möglich ist.
Während das Eisen sich erhitzte, trat Durza ungeduldig von einem Bein aufs andere. Arya beobachtete ihn genau, versuchte aus seiner Miene zu lesen. Er schien abwesend, in Gedanken ganz woanders. Außerdem wirkte er besorgt.
Immernoch nicht ganz bei der Sache, zog er die glühende Peitsche aus dem Feuer und hielt sie hoch. Dann ließ er sie zischend auf Arya herabsausen.
Noch ein Hieb, noch ein Schrei, noch eine blutende Wunde. Arya kam es vor wie eine Ewigkeit seit Durza gekommen war, doch es konnte auch nur eine halbe Stunde gewesen sein. Sie wurde immer durstiger und ihr Körper fühlte sich an, als wäre kein Stück Haut mehr unversehrt. Was, nachdem Arya darüber nachdachte, gar nicht so unwahrscheinlich war.
Und noch immer war der Druck hinter den Schläfen da, zwar jetzt von schlimmeren Schmerzen aus dem Mittelpunkt gezogen, aber er war vorhanden, wenn nicht sogar schlimmer geworden.
Erneut zog Durza die Peitsche aus dem Kessel, mit weiß glühenden Ringen. Abermals hob er sie und ließ sie auf Aryas geschundenen Körper herabfahren.
Die Elfe schrie laut auf, doch der Schrei wurde von einem heiseren Hustenanfall unterbrochen, der sie durchschüttelte und die Schmerzen noch schlimmer machte.
Durza hielt inne, schaute sie mäßig überrascht an, als wäre sie ein interessantes Tier, dann kühlte er die Peitsche ab und löschte das Feuer.
,,Das reicht für den Moment.", sagte er kalt und ging mit wehendem Umhang hinaus. Den Kessel ließ er stehen. Das hieß höchstwahrscheinlich, er würde heute noch einmal kommen.
Arya versuchte, die schwarzen Ränder um ihr Sichtfeld zurückzudrängen, nicht nachzugeben und in die Ruhe der Bewusstlosigkeit überzugehen. Warum wusste sie nicht. Etwas sagte ihr, sie sollte jetzt besser nicht ohnmächtig werden, und mühevoll gelang es ihr, den Wünschen dieses Gefühls nachzukommen. Ein Blutstrom lief ihr das Gesicht herunter und tropfte auf den Boden oder verfing sich in ihren Haaren. In Ellesméra und selbst noch auf Reisen hatte Arya viel Wert auf ihre Haare gelegt. Immer gepflegt und gekämmt, ordentlich geschnitten.
Und jetzt?
Verfilztes, ungewaschenes und blutiges Gestrüpp das auf den Boden hing. Was war aus ihr geworden? Noch vor vierzehn Tagen hatte sie fröhlich mit Fäolin gelacht und unter den Sternen zusammen gesessen.
Jetzt hing sie in einem Kerker, von Durza gefoltert in einer ihr immer noch unbekannten Stadt. Das Blut lief ihr den Körper hinunter.
Abrupt wurde Arya aus ihren Gedanken gerissen, als eine leise Jungenstimme ertönte.
Sie kam von dem winzigen Gitterfenster ganz oben in der Folterkammer.
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Das Kapitel ist etwas kurz, dafür versuche ich entweder heute Abend oder morgen schon das nächste hochzuladen.
Ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen :P
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Eragon - Aryas Gefangenschaft
Fiksi PenggemarEine Elfe. Ein Schatten. Unzählige Qualen. Wenn dein größter Wunsch ist, zu sterben. [Die Gefangenschaft Aryas aus ihrer Sicht] 1K ✔ 3K ✔ 5K ✔ 7K ✔ (12.6.20) 10K ✔ (18.10.20) [WIRD ÜBERARBEITET]
