- Prolog -

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Sie ritten durch tiefen Wald, die Sonnenstrahlen kamen kaum durch die Blätter der riesigen Laubbäume. Arya war froh, Fäolin bei sich zu haben, ihren besten Freund dem sie alles anvertrauen konnte und er ihr. Den braunen Beutel mit dem saphirblauen Drachenei als Inhalt auf dem Schoß saß die Elfe auf ihrem Pferd, zu beiden Seiten ritt jeweils einer ihrer Begleiter auf einem ähnlich aussehenden Exemplar.

In diesem Moment wurden die Pferde unruhig und auch in Arya machte sich ein beklemmendes Gefühl breit. Ihren Begleitern schien es ähnlich zu gehen, denn sie hielten beunruhigt an und sie tat es ihnen nach.

Arya schaute sich misstrauisch um und legte die Hände schützend auf den Beutel auf ihrem Schoß, der das saphirblaue Ei enthielt.

Fäolin und Gwedin, ihre Begleiter, drehten sich im Sattel in alle Richtungen um die drohende Gefahr auszumachen. Gwedin versuchte hektisch, sein Pferd in Bewegung zu bringen, doch das weiße, kräftige Tier schnaubte nur und trat von einem Huf auf den anderen. Auf dem trockenen Boden des heißen Sommers verursachte das Staubwolken, die von dem breiten Weg aufstiegen und sich in der Luft auflösten.

Plötzlich kamen vor ihnen zwei Pfeile aus den Büschen links und rechts geschossen und bohrten sich in die Brust von Fäolin und Gwedin. Arya erstarrte. Mit weit aufgerissenen Augen wirbelte ihr Pferd herum und trug sie in die entgegengesetzte Richtung davon. Die Elfe ließ sich tragen, ohne recht etwas zu ihrer Fluch beizutragen.

Fäolin war tot. Für immer. Fort. Ihre Gedanken kreisten, überschlugen sich, hielten sie davon ab, klar zu denken. Arya kam erst wieder zur Besinnung, als sie fast abgeworfen wurde, weil das Pferd abrupt stoppte.

Vor ihnen türmte sich eine riesige Mauer aus Flammen. Arya spürte die Hitze des Feuers auf ihrer Wange. Verzweifelt suchte sie nach einem Weg, hindurchzubrechen, doch das Feuer war eine undurchdringliche Wand, die alles um sie herum verschlang.

Hinter ihr konnte Arya Schritte von vielen, schweren Wesen hören. Sie glaubte nicht, dass es Menschen waren. Ihr einziger Gedanke galt dem Ei. Sie musste es beschützen. Es war die einzige Hoffnung aller Elfen, Varden, und wer sonst noch in Feindschaft zum König stand.

Sie hatte vielleicht noch zwei Sekunden bevor die Schritte bei ihr waren und die Personen, zu denen sie gehörten, sie fesseln und entführen würden, wenn nicht sogar schlimmeres.

Blitzschnell ging sie alle Möglichkeiten durch. Sie war zu weit entfernt von Farthen Dur, um das Ei mithilfe von Magie dorthin zu schicken, und die Schutzzauber von Du Weldenvarden würden ihr es auch dorthin nicht erlauben.

Der nächste, der ihr einfiel, war Brom. Der ehemalige Drachenreiter aus Carvahall. Es war gefährlich, das wusste Arya. Das Drachenei war so groß, dass es eine Unmenge an Energie verbrauchen würde, es bis nach Carvahall zu schicken, aber es blieb ihr nichts anderes übrig.

Der Gefahr in ihrem Rücken sehr wohl bewusst, holte Arya es aus dem Beutel, die Worte schon auf den Lippen. Mit zitternden Händen hielt das blaue Drachenei über ihren Kopf und rief die Worte in der Alten Sprache.

Ihr Verstand war noch immer benebelt. Immer und immer wieder sah sie vor ihrem inneren Auge, wie der schwarze Pfeil sich in Fäolins Körper bohrte und er als leere Hülle vom Pferd fiel.

Sie wurde von ihrem Monolog abgelenkt, als viele, große Gestalten aus den Büschen um sie herum brachen und sie stockte beim letzten Teilsatz einen Moment.

Ein grelles Licht rund um das Drachenbaby und seine Hülle leuchtete auf, noch viel heller als die hellsten der Flammen, die ihr den Weg versperrten. Dann verschwand das Gewicht aus ihren zitternden Händen und das Licht erlosch. Arya hatte gerade noch Zeit, zu hoffen, dass ihr kurzer Moment der Ablenkung keine Folgen haben würde, bevor der Energieverlust einsetzte. Sie wurde schlagartig bewusstlos und wusste nichts mehr.

Eragon - Aryas GefangenschaftGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt