Lachend verlassen wir zwei das Restaurant und ich muss sagen der Tag gefällt mir bisher richtig gut. Richard ist unfassbar lieb und wir zwei sind total auf einer Wellenlänge.
"Also, wo gehen wir hin Herr Reiseleiter?", frage ich ihn grinsend und schaue zu ihm hoch, während wir die Straßen Londons entlang schlendern.
"Zu einem schönen Platz, der dir mit Sicherheit gefallen wird", lächelt er mich an und ich spüre plötzlich zaghaft seine Hand an meiner.
Unsicher lächelt er mich an und verschränkt dann unsere Finger miteinander. Auch auf meinen Lippen breitet sich ein Lächeln aus und das scheint ihn zu stärken, weshalb er den Griff etwas verstärkt.
Es fühlt sich gut an.
Ich kenne Richard noch gar nicht so richtig. Schon ein bisschen aber nicht so wie Andy zum Beispiel. Wieso kommt mir denn jetzt Andy in den Gedanken? So gut kenne ich ihn auch noch nicht.
Aber das hier gerade fühlt sich irgendwie unglaublich richtig an und ich fühle mich wirklich wohl. Das kann man gar nicht in Worte fassen.
"Madame, da wären wir", lächelt Richard und vor uns erstreckt sich der bekannte Trafalgar Square mit den schönen Brunnen, die von der bereits untergehenden Sonne in einen rosa Ton getunkt werden.
Es sieht einfach nur traumhaft aus. Der Himmel ist wunderschön verfärbt und die Stimmung ist ziemlich ruhig. Ein paar Leute schlendern über den Platz, andere sitzen an den Brunnen aber nirgendwo ist ein Fünkchen Hektik zu sehen, was mir unglaublich gut gefällt.
"Das ist wunderschön", lächel ich und blicke zu Richard hoch, der zu mir herunter schaut.
"Ich wusste, dass es dir gefallen wird. Lass uns auch an einen Brunnen setzen", schlägt er vor und zieht mich hinter sich her.
Gemeinsam setzen wir uns an einen der Brunnen und mein Blick fällt auf das glitzernde Wasser, welches wunderschön funkelt.
"Ich war schon öfter um diese Zeit hier und es ist jedesmal atemberaubend. Aber heute ist es besonders schön. Wahrscheinlich weil du hier bist", schmeichelt er mir und sofort laufe ich wieder rot an, was ihn leicht zum lächeln bringt.
Doch das erlischt relativ schnell wieder und verwundert schaue ich zu ihm, da ich meinen Blick wieder etwas abgewandt habe, um zu gucken was mit ihm ist.
Sein Blick liegt starr auf einem Punkt und langsam dreht er sich wieder zu mir. Er sieht genervt aus und das verwirrt mich gerade ziemlich.
"Siehst du den Typen dahinten? Neben dem Löwen? Ich hab das Gefühl der verfolgt uns schon den ganzen Tag", meint er etwas genervt und langsam drehe ich mich um.
Und natürlich entdecke ich Alex, der gerade so tut als würde er mit seinem Handy ein paar Fotos von dem Himmel machen.
"Ach was, das bildest du dir sicher nur ein. Ich habe ihn bisher noch nicht einmal gesehen", sage ich und schaue wieder zu Richard.
Er muss ja nicht unbedingt wissen, dass Alex mitgekommen ist, weil ich mich so sicherer fühle. Obwohl eigentlich war es ja Robbies Wunsch, dass er mitkommt. Naja egal, Richard muss das trotzdem nicht erfahren. Jedenfalls vorerst nicht.
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass er auch schon im Restaurant war und er schaut auch die ganze Zeit hier rüber. Das reicht, ich sprech den jetzt darauf an. Am Ende tut er dir noch was, das kann ich nicht riskieren", meint er besorgt und steht auf.
"Richard, er wird mir sicher nichts tun. Das bringt doch nichts den armen Mann darauf jetzt anzusprechen. Verbring deine Zeit lieber mit mir", flehe ich schon fast und schaue ihn bittend an.
"Ich will das nur kurz klären, ok? Mach dir keine Sorgen. Ich bin gleich wieder für dich da", lächelt er mich sanft an und wendet sich zum Gehen ab.
Das kann ich nicht zulassen. Er soll Alex nicht darauf ansprechen. Am Ende fliegt das noch auf und dann mag er mich bestimmt nicht mehr!
Also hat mein Gehirn mal wieder eine Kurzschlussreaktion und befiehlt meinem Körper eine der dümmsten Sachen, die ich tun könnte.
Ich gehe ihm die zwei Schritte hinterher und packe seinen Arm. Dann drehe ich ihn zu mir um, lege meine Arme um seinen Nacken und presse einfach meine Lippen auf seine.
Im ersten Moment scheint er ziemlich überrascht, doch als er das anscheinend verdaut hat entspannt sich sein Körper und seine Arme schlingen sich um meine Hüfte.
Sanft erwidert er den Kuss und fängt langsam an seine Lippen zu bewegen. Auch ich fange damit an und ich muss zugeben, dass er wirklich gut küssen kann.
In meinem Bauch gehen ein paar kleine Raketen hoch und ich stelle mich noch etwas mehr auf die Zehenspitzen, um ihm noch näher zu sein. Ich fühle mich in seiner Nähe gerade wirklich gut.
Als wir uns lösen legt er seine Stirn sanft gegen meine und lächelt mich an.
So stehen wir da einfach nur ein paar Minuten und genießen den Augenblick, der mir wirklich sehr gut gefällt und den ich so schnell nicht mehr vergessen werde.
Als es dunkler und auch etwas kälter geworden ist fange ich langsam an zu frösteln.
"Hier", lächelt Richard mich liebevoll an und legt seine Jacke über meine Schultern, die ich dankend noch etwas fester um meinen Körper ziehe.
Meinen Kopf lege ich sanft auf seiner Schulter ab und seine Hand legt er auf meinen Oberschenkel.
"Hast du schon einmal darüber nachgedacht einfach abzuhauen?", fragt er mich plötzlich mit einer ruhigen Stimme.
"Ja als ich erfahren habe, dass ich nicht bei meinen leiblichen Eltern aufgewachsen bin, wollte ich einfach nur noch weg. Aber hier in England würde ich für immer bleiben. Was ist mit dir?", frage ich genauso ruhig zurück um die schöne Stimmung zu erhalten.
"Manchmal da würde ich am liebsten einfach in irgendein Flugzeug steigen und wegfliegen, egal wohin. Von Zeit zu Zeit ist das alles hier ziemlich einengend. Aber heute ist es anders. Ich habe mich lange nicht mehr so gefühlt und das alles nur wegen dir. Ich fände es sehr schön wenn wir weiterhin in Kontakt stehen würden", antwortet er und seine ruhige Stimme beruhigt meinen schnellen Herzschlag total.
"Wir behalten den Kontakt, da bin ich mir ziemlich sicher", lächel ich.
Einige Zeit sitzen wir dort noch so und reden einfach über alles was uns gerade in den Sinn kommt.
Irgendwann muss ich aber leider einsehen, dass ich wieder zurück nach Hause muss. Alex muss sich mit Sicherheit tierisch langweilen.
"Richard, vielen Dank für den schönen Tag", lächel ich meinen Gegenüber an als wir voreinander stehen.
"Ich habe dir zu danken. Wir schreiben und vielleicht schaffen wir es ja auch nochmal uns zu treffen", lächelt er mich an und zieht mich in eine feste Umarmung, die ich nur zu gerne erwidere.
Wir schauen uns nocheinmal lächelnd an, bevor sich unsere Wege trennen. Ich gehe keine hundert Meter, da taucht Alex neben mir auf und grinst mich wie ein Bekloppter an.
"Ich würde sagen du hattest Spaß", stellt er grinsend fest und lächelnd nicke ich.
"Das freut mich für dich aber es ist schon ziemlich spät und ich glaube du kannst dich darauf einstellen, dass Rye nicht all zu begeistert sein wird", meint er plötzlich etwas mitfühlend und schockiert halte ich inne.
Ich hatte Rye völlig vergessen. In den letzten Stunden habe ich alles andere ausgeblendet. Oh man, Rye wird nicht sonderlich begeistert sein, dass ich so lange weg war. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Und die Stimmung zwischen uns ist heute eh schon so komisch. Bitte lass ihn nicht sauer sein!
Was haltet ihr von dem Kuss? War das eine gute Idee ihrer Seits oder eher nicht so?
Und was meint ihr, wie wird Rye reagieren?
Da morgen ja Ostersonntag ist dachte ich mir mache ich ein kleines 'Oster Special' und veröffentliche drei Kapitel. Eins morgens, eins gegen Mittag/Nachmittag und eins gegen Abend😌❤️
Lasst gerne Feedback da!
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Changes (Roadtrip Fanficton)
FanfictionWas ist wenn plötzlich dein komplettes Leben auf dem Kopf steht? Wenn alles anders kommt wie du es dir jemals vorgestellt hast? Wenn du plötzlich die kleine Schwester deines Idols bist. Genau das passiert Jasmine. Ihr Leben ist eigentlich total lang...
