Einige Minuten sitzen wir auf der Couch und schweigen. Keiner weiß wie und ob er überhaupt anfangen soll zu reden. Ich fühle mich unwohl in der Stille. Ich brauch etwas um mich herum, etwas das meine Aufmerksamkeit teilweise auf sich lenkt. Seit zwei Jahren Kämpfe ich damit. Es wird besser, aber ich ertrage die Stille immer noch nicht.
Betroffen schauen Robbie und Rye auf ihre Hände, kneten sie leicht, wirken überraschenderweise nervös. Rye kaut auf seiner Unterlippe herum, während Robbie nur alle paar Sekunden mal blinzelt.
"Jungs, ich weiß zwar nicht wirklich wo ich anfangen soll. Aber es tut mir leid, alles was passiert ist. Es hätte anders laufen können, ich weiß. Aber ich konnte einfach nicht, ich habe meine Zeit gebraucht. Mir ist bewusst, dass es lange war aber ich hoffe inständig, dass ihr irgendwie meine Entscheidung verstehen könnt", durchbreche ich die Stille und sofort heben die zwei ihre Köpfe und schauen mich an.
"Jasy, ich kann dich voll und ganz verstehen. Natürlich war es nicht leicht für uns, aber für dich war es umso schwerer. Du hast dein Kind verloren. Deines und Andy's. Du hast ihn so sehr geliebt und damit wäre euer Glück abgerundet gewesen. Ich kann mir nicht einmal ansatzweise vorstellen wie es ist einen Menschen in sich heranwachsen zu haben, und noch weniger ihn zu verlieren", redet Rye sanft auf mich ein und greift nach meiner Hand.
Bei seinen Worten lösen sich kleine Tränen aus meinen Augen. Es ist sehr berührend und außerdem war und ist es genauso wie er es beschreibt.
"Rye hat Recht. Wir verstehen dich und wirklich niemand ist dir Böse. Diesen Schmerz kannst nur du empfinden, aber ich kann mir vorstellen, dass es einer der schlimmsten Schmerzen ist die eine Frau in ihrem Leben haben kann. Es ist gut, dass du dir deine Zeit genommen hast. Wir wollen, dass es dir gut geht, dass du so glücklich bist wie irgend möglich und das hättest du hier vermutlich nicht geschafft", schließt sich Robbie seinem jüngeren Bruder an und lächelnd streiche ich mir die Tränen weg.
"Danke ihr zwei. Es bedeutet mir wirklich viel, dass ihr so denkt. Ich hatte schon Angst euch verloren zu haben", lächel ich sie schwach an und streiche mit meiner Hand meine weiteren Tränen weg.
"Das wirst du niemals. Wir sind immer für dich da Schwesterherz. Kannst du vielleicht erzählen wie es war? Wie du mit all dem zurecht gekommen bist? Was du die letzten zwei Jahre gemacht hast? Kannst du darüber reden?", fragt Robbie sanft und mustert mich vorsichtig.
Natürlich ist es schwer für mich aber ich kann verstehen, dass die beiden wissen wollen was in meinem Leben passiert ist.
"Ich hab mir Zeit genommen und versucht alles zu verarbeiten. Das hat nicht so sonderlich gut funktioniert. Letztes Jahr habe ich dann mit einer Therapie angefangen und die hilft mir auf jeden Fall ein bisschen. Seitdem muss ich sagen geht es bergauf. Ich kann es mittlerweile besser akzeptieren und kann mir auch wieder vorstellen es erneut mit Kindern zu versuchen. Meine Freunde haben mich sehr unterstützt, ich hab in den zwei Jahren viele Leute kennengelernt und seid nicht sauer, aber ich hab mit Rich den Kontakt behalten. Er ist mein bester Freund geworden und hat mir auch ziemlich geholfen ", erzähle ich grob was passiert ist und schaue sie am Ende vorsichtig an.
"Jas, es war deine Entscheidung wen du in deinem Leben behälst und wen nicht. Wenn Richard dir geholfen hat ist das völlig in Ordnung und wir sind ja jetzt wieder zusammen. Ich bin froh, dass es dir besser geht", lächelt Rye schwach und steht auf um mich in seine Arme zu ziehen.
Wie sehr ich ihn doch vermisst habe. Die zwei sind meine Brüder und ich habe zwei Jahre lang den Kontakt vermieden. Manchmal weiß ich selbst nicht was mit mir los ist.
"Jasy, ich weiß ja nicht wie weit du bist. Aber kannst du Brook auf WhatsApp nicht aufhören zu blockieren? Ihn hat das alles ganz schön mitgenommen. Ich weiß du musstest auf dich achten, aber Brook ist mein Kumpel und er hat dich wirklich gebraucht", meint Robbie sanft und streicht kurz über meine Haare.
"Kann ich ihn vielleicht sehen? Wann fahrt ihr zurück ins Haus?", frage ich stattdessen. Ich kläre solche Sachen lieber persönlich und gerade mit Brooklyn. Er war mein bester Freund und immer für mich da. Und er ist so sensibel.
"Wir fahren morgen früh wieder. Du kannst dann ja gleich mitkommen und ein bisschen da bleiben", meint Rye und kurz tauschen meine Brüder einen besorgten Blick aus, bevor sie wieder zu mir schauen. Um ehrlich zu sein, will ich gar nicht wissen wieso sie so geschaut haben also tue ich einfach so als hätte ich nichts gemerkt.
"Das wäre gut, danke", lächel ich schwach und fühle mich plötzlich ziemlich unwohl und auch total erschöpft. Es war ein langer Tag, mit vielen Emotionen und ordentlich Aufregung.
Solche Situationen triggern doch mehr als ich dachte. Ich versuche es zu unterdrücken aber mir geht es definitiv nicht brilliant.
"Können wir morgen weiter reden? Ich würde mich gerne hinlegen", meine ich und fasse mir kurz an den Kopf, da Kopfschmerzen ihren Weg an die Oberfläche gefunden haben.
"Ja natürlich. Wir wecken dich morgen bevor wir losfahren", lächelt Robbie und kurz nicke ich ihnen zu.
Mum, Dad und die Zwillinge sind noch einkaufen aber darauf kann ich jetzt leider keine Rücksicht nehmen.
Rye begleitet mich noch mit bis nach oben und zeigt mir das neue Gästezimmer im Haus, in dem ich heute die Nacht verbringen werde.
"Jas, ich bin froh, dass du wieder da bist. Du hast mir schrecklich gefehlt und ich freue mich, dass es dir wieder etwas besser geht. Ich hab dich lieb, kleine Schwester", murmelt Rye sanft als wir in dem grau gestrichenem Zimmer stehen und nur die kleine Lampe an der Decke Licht spendet.
"Ich hab dich auch lieb, großer Bruder", lächel ich sanft zurück und vorsichtig schlingt Rye seine Arme um mich und zieht mich in eine Umarmung. Nur zu gerne erwidere ich sie. Wie sehr ich seine Wärme, seine Nähe vermisst habe. Alleine auch schon sein Geruch. Er ist ein Teil meines Zuhauses, und ich habe es für so lange Zeit alleine stehen lassen.
Es rückt jetzt also immer näher! Jasmine wird auf die anderen treffen.
Was meint ihr wie werden die anderen reagieren?
Ich hoffe es geht euch allen gut und ihr nutzt die momentane freie Zeit für etwas sinnvolles oder etwas was ihr gerne macht :)
Lasst gerne Feedback da! <3
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Changes (Roadtrip Fanficton)
FanfictionWas ist wenn plötzlich dein komplettes Leben auf dem Kopf steht? Wenn alles anders kommt wie du es dir jemals vorgestellt hast? Wenn du plötzlich die kleine Schwester deines Idols bist. Genau das passiert Jasmine. Ihr Leben ist eigentlich total lang...
