Part IV

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Part IV

San PoV

Ich weinte und weinte bis weit in die nächste Stunde. Mr Song war zum Geschichtsunterricht gegangen, um mich zu entschuldigen. Anschließend verbrachten er und Mr Jung mit mir die Doppelstunde bei ihnen im Büro, da beide keinen Unterricht halten mussten. In diesen 90 Minuten ließ ich alles raus, was raus musste, klammerte mich dabei immer wieder hilfesuchend an einem der beiden Lehrkräfte fest, traute mich sogar den beiden zu erzählen, was und vor allem wie es passiert war.

„Er hat dich Alkohol trinken lassen, damit du willig wirst, versteh ich das richtig?", hinterfragte Mr Jung. Als Antwort nickte ich schwach, war mit mal so unglaublich müde. „Und du sagst es war dein erstes Mal? Warum bist du mit Wooyoung zusammen, wenn er dich so behandelt?", Mr Jung sah mich fragend an, leise antwortete ich: „Ich liebe ihn...Ich liebe ihn so sehr." „San, aber er hat dich verletzt! In vielerlei Hinsicht.", verdeutlichte Mr Song mir noch einmal, was ich ihnen erzählt hatte. „Ich weiß... aber ich... ich..." „Du bist hoffnungslos in ihn verliebt.", schlussfolgerte Mr Jung, woraufhin ich nickte. Seufzend fuhr dieser sich durch die Haare, ehe er auf die Uhr sah: „Den nächsten Unterricht hast du bei Mr Song und mir, wenn du möchtest entlasse ich dich jetzt und du kannst nach Hause gehen." Kopfschüttelnd verneinte ich: „Mein Bus ist schon weg und..." „Und das Laufen tut schlimmer weh als das Sitzen... Ich verstehe. Ich fahr' dich.", schlug Mr Song vor, schnappte sich auch schon seine Autoschlüssel, doch ich wank ab: „Sie müssen nicht-" „Ich weiß, dass ich nicht muss, aber ich will.", grinste dieser breit. „Hol doch schon mal deine Sachen aus dem Klassenraum und komm zum Lehrerparkplatz.", bestätigte Mr Jung Mr Songs vorhaben, weswegen ich den Raum verließ und zu meinem mittlerweile leeren Klassenraum lief, nur noch meine Geschichtslehrerin war da und schrieb etwas in das Klassenbuch. Höflich entschuldigte ich mich bei ihr und erklärte ihr, dass Mr Jung mich nach Hause geschickt hatte, ehe ich meine Sachen zusammenpackte und zum Parkplatz ging.

Einen kurzen Moment musste ich auf Mr Song warten, ehe er mich zu seinem Wagen führte. Ein Sportwagen, genauer gesagt ein Audi R8. Verwirrt blieb ich vor dem Wagen stehen. Wie konnte ein Lehrer sich so einen Wagen leisten? „Steig ein. Den hab ich von meinen Eltern zum 25 bekommen.", forderte er mich auf einzusteigen, was ich dann auch vorsichtig tat. Unter keinen Umständen wollte ich das Auto irgendwie beschädigen. Unauffällig sah ich mich in dem Auto um, hatte noch nie vorher so ein teures Auto zu Gesicht bekommen. „Gib hier deine Adresse ein.", riss mich mein Lehrer aus meinen Gedanken und deutete auf das eingebaute Navi, in das ich vorsichtig meine Adresse eingab. „Das ist ja gar nicht so weit. Ist schon fast zu schade diese kurze Strecke mit dem Auto zu fahren, findest du nicht?" Leicht nickte ich auf seine Frage hin. Es war seltsam mit seinem Lehrer in einem Auto zu sitzen. „Hey, San. Ich beiße nicht. Ich versuche dich nur etwas aufzuheitern. Wie wäre es mit einer kleinen Spritztour?", lächelte er, legte dabei seine Hand auf meine Schulter. Es fühlte sich an, als würde ein elektrischer Schlag durch meinen Körper gehen, als er mich berührte, weswegen ich schnell schüchtern nickte und Mr Song den Motor startete.

Müde folgten meine Augen der Landschaft, die schnell an mir vorbeizog. Mr Song war mit den Worten „Wollen wir mal richtig Gas geben" etwas aus der Stadt rausgefahren, wo kaum noch Autos fuhren, wo er gleich Vollgas gab. Wirklich interessieren tat es mich nicht, viel mehr war ich damit beschäftigt nicht wieder in Tränen auszubrechen. „San, alles wird wieder gut.", versuchte mich mein Lehrer aufzumuntern, legte dabei seine Hand auf mein Knie. Wieder durchfuhr mich eine Art Elektroschock, ich merkte wie mir heiß wurde, mir die röte ins Gesicht stieg, weswegen ich nur nickte. Ich wollte nur noch nach Hause...

„Ruh dich etwas aus San. Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus.", grinste Mr Song mich an, als er vor meinem Haus hielt. Gott sei Dank war noch niemand sonst hier. „Danke, dass Sie mich nach Hause gefahren haben, Mr Song.", bedankte ich mich bei ihm, ehe ich aussteigen wollte, doch er hielt mich noch einmal auf: „Warte! Wenn etwas ist, dir es schlechter geht oder irgendwas wegen Wooyoung ist ruf mich oder Mr Jung an." Er reichte mir einen kleinen Zettel auf dem zwei Telefonnummern standen, welchen ich dankend entgegennahm: „Danke Mr Song, Sie werden sicher ein guter Lehrer werden." Mit diesen Worten stieg ich aus und verschwand im inneren des Hauses, wo ich mir das erste Mal selbst das volle Ausmaß dessen angucke, was Wooyoung mir angetan hatte. Meine Augen waren rot unterlaufen und von schwarzen Schatten umrahmt. Meine Mundwinkel waren ebenso rot und ganz wund, es brannte höllisch. Mein Oberkörper war übersäht von Flecken, blauen Flecken. Nicht mal ein liebevoll hinterlassenes Mal... Meine Handgelenke wurden von bunten Striemen geziert, die der Gürtel hinterlassen hatte. Auch mein Hinterteil schimmerte in sämtlichen Farben, soweit ich ihn im Spiegel begutachten konnte. Aber nichts schmerzte so sehr wie mein Herz, doch dieses ignorierte ich. Viel lieber redete ich mir ein, dass es Wooyoungs Fetisch war andere beim Sex zu verletzen und er mir nicht anders seine Liebe zeigen konnte. Ich wollte mich nicht so dreckig und benutzt fühlen, ich wollte mich geliebt fühlen. Geliebt von Wooyoung. Sicher würde er mir nie wieder so etwas antun 

My life has changedWo Geschichten leben. Entdecke jetzt