>>I can't believe what you say because I see what you do. - James Baldwin <<
Unauffällig verlagerte ich mein Gewicht von einem Bein aufs andere, während Amandas braune Augen sich in meine bohrten. Sie war definitiv kampfbereit und wartete nur darauf, mir die Augen auszukratzen.
"Ich warte, Chase", brummte sie und strich mit ihren zarten Händen über meine hellgraue Bettwäsche.
"Also, das ist ein total doofes Missverständnis! Wirklich und das sieht auch ganz anders aus, als es wirklich ist", versuchte ich einen Anfang zu finden.
Meine indische Freundin war zu schlau, um nicht zu sehen, dass etwas faul war. Verflucht wir werden Anwälte, wir werden irgendwann dafür bezahlt, um Lügen auffliegen zu lassen.
"Du druckst herum, wie jemand der was zu verbergen hat. Entweder du erklärst mir jetzt wie das auf deinen Laptop kommt oder ich gehe sofort zu Freya und dann wirst du sie nie wieder sehen."
Ein kalter Schauer lief meinen Rücken hinunter und mein Magen begann sich schmerzhaft zusammen zu ziehen.
Der Gedanke daran, Freya jetzt schon zu verlieren, bevor ich sie überhaupt richtig an meiner Seite hatte, war wie eine kalte Dusche für mich.
Es brachte meine grauen Zellen zum rotieren, zu einer Arbeit auf Hochtouren.
"Ich ..., naja, das war so ... ich verfolge den Beitrag im gewissen Maße und-" Amandas schneidender, wütender Blick ließ mich kurz schlucken und inne halten. Aber sie machte keine Anstalten etwas zu sagen, lediglich ihre Arme verschränkte sie vor ihrer Brust.
"Es ist mir ein bisschen unangenehm, weil es im nachhinein eine blöde Idee war. Ich hab gedacht, vielleicht helfen die Tipps ja Conner. Der hat gerade ein Mädchen, das er toll findet, wie du weißt und ich dachte, er könnte vielleicht noch ein paar Denkanstöße gebrauchen."
Stille legte sich über uns, während ich mir auf die Innenseite meiner Wange biss und hoffte, dass sie es mir zumindest ein kleines bisschen abkaufen würde.
Es war eine bescheuerte Erklärung und ich hatte ein schlechtes Gefühl Conner in meine Lüge mit einzubeziehen aber vielleicht kann ich Amanda mit ihm vom Wesentlichem ablenken.
"Und warum schickst du ihm dann nicht einfach den Link zur Website? Warum solltest du den Aufwand machen, es extra in ein Dokument zu kopieren? Das ergibt keinen Sinn, ganz abgesehen davon, dass es eine total bescheuerte Idee ist."
Warum musste dieses Mädchen nur so schlau sein? Obwohl, um zu sehen dass das bescheuert war, musste man nicht mal schlau sein.
"Ich wollte ihm das ganze mit ein paar Randnotizen verfeinern, mit Ideen und so aber wie gesagt, es ist bescheuert, deswegen habe ich es dann doch nicht mehr gemacht. Ich wollte nur Conner auf die Sprünge helfen, er hat dich wirklich gerne, aber traut sich nicht den nächsten Schritt zu gehen. Und auch wenn der Ansatz falsch ist, dieser Blog motiviert ihn vielleicht, nicht zu schnell aufzugeben und über seinen Schatten zu springen. "
"Und das soll ich dir abkaufen? Das du Conner den Mist ausdrucken wolltest, damit er mich auf ein Date einladen kann? Abgesehen davon, dass er mich einfach fragen kann und dieser ganze Schrott niemals bei mir ziehen würde, ist das die lächerlichste Ausrede aller Zeiten."
Ihr kleiner Körper hatte sich von meinem Bett erhoben, bis sie genau vor mir stand und mir ihren nackten Zeigefinger in die Brust bohrte.
"Ich frage dich das jetzt ganz gerade heraus. Eine einfach Frage, mit einer einfachen Antwort, kapiert?" Die Spitze ihres Nagels bohrte sich tiefer durch den Stoff meines T-Shirts. "Hast du vor diese Challenge Sache an Freya auszuprobieren, oder tust du es schon? "
"Nein", antwortete ich ohne zu zögern.
Ihre feingezupften Augenbrauen zogen sich kurz zusammen, ehe sich ihre Züge sanfter wurden und ihr Finger langsam an meiner Brust hinunter rutschte, bis er meinen Körper verließ.
"Dann sag mir die Wahrheit."
"Ich habe dir die Wahrheit gesagt, Amanda." Die Lüge ging mir viel zu einfach von meinen Lippen, auch wenn ein brennendes Gefühl in meiner Brust mich daran erinnerte, was für ein Arsch ich gerade war. Mal wieder.
"Wenn ich herausfinde, dass du irgendwas mit diesem Blog zu tun hast, mach ich dich fertig Chase. Und ich werde es gerne tun, kapiert?"
"Kapiert", murmelte ich und lächelte sie kurz an. Meine Geste blieb aber unerwidert, bis sich Amanda seufzend abwandte und sich wieder auf mein Bett setzte.
"Damit das klar ist, ich misstraue dir. Aber du bist auch mein Freund, also vertraue ich darauf, dasw der wahre Grund einfach so unglaublich peinlich ist, dass du dir so eine dumme Ausrede einfallen lässt."
Ich unterdrückte den Drang, ihr einfach die Wahrheit zu sagen und mein Gewissen zu erleichtern. Also wandte ich mich schnell ab und machte mich daran meine Aufgaben zu erledigen, während Amanda an ihrem Handy spielte und mir immer wieder undefinierbare Blicke zuwarf.
Die nächste Stunde verging schweigen, keiner von uns sagte ein Wort und in meinem Magen tanzte die Nervosität immer noch Tango. Immer wieder hatte ich das Gefühl, ich müsse mich entweder übergeben oder die Wahrheit sagen, damit der Druck aus meinem Körper endlich verschwindet. Trotzdem blieb ich Still, nur die leise Jazz Musik, die Amanda irgendwann angemacht hatte, war zu hören.
Ein Klopfen an der Tür ließ uns beide in die gleiche Richtung schauen, wo Conner gerade seinen Kopf durch die Tür steckte.
"Perfektes Timing! Ich sterbe vor Hunger." Schnell sprang Amanda vom Bett auf und lief auf Conner zu, der mittlerweile die Tür ganz geöffnet hatte.
"Ich hab dir doch was zu Essen mitgebracht", murmelte ich und schaute zu den Crackern, die unberührt auf dem Tablett standen.
"Ich hab aber richtigen Hunger und Conner war so freundlich und hat mir Pizza gemacht", entgegnete mir meine Freundin und ließ unauffällig ihre Hand in die von Conner gleiten.
Dieser lächelte selig auf sie runter und rieb in kleinen Kreisen seinen Daumen über ihren Handrücken.
"Wenn du willst, kannst du auch was haben", bot mir mein Mitbewohner an, aber ich wusste das es nur ein Angebot aus Höflichkeit war. Er wollte Zeit mit Amanda verbringen und das am liebsten allein. Da wollte ich nicht dazwischen funken, außerdem würde das Amanda vielleicht auf andere Gedanken bringen und unsere schlechte Stimmung für den restlichen Abend kippen.
"Nein, ich mach das hier zu Ende. Aber danke für das Angebot", lehnte ich ab und beobachtete wie Conner mir ein dankbares Lächeln zuwarf und sich dann mit Amanda aus dem Staub machte.
Ich arbeitete eine Weile allein vor mich hin, nahm ab und an einen Schluck Wein und verputzte die Cracker, die ich eigentlich für Amanda geholt hatte, bis mein Handy neben mir vibrierte und mich aus meiner Konzentration riss.
Als ich Freyas Namen auf dem Display lass, konnte ich mein Handy gar nicht schnell genug entsperren und ihre Nachricht öffnen.
Ich frag das nur, weil Amanda sich Sorgen macht, wegen irgendeinem Scheiß den sie bei dir gefunden hat. Du verarscht mich doch nicht, oder? Wenn ja, dann sag es jetzt.
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Your Choice
Teen Fiction"Ich mag es nicht, dass andere Typen dich anschauen, als würdest du ihnen gehören", flüsterte ich leise, verharrte weiterhin in meiner Position. Mehr als zufrieden bemerkte ich, wie ihr Körper von einem leichten Schauer geschüttelt wurde und ihr Ate...
