James streckte seinen Arm nach oben und sah amüsiert zu mir runter. Ich stand vor den Häftling, welcher meinen Becher in der nach oben gestreckten Hand hielt.
"Na komm willst du denn nicht versuchen ihn zu holen?" Neckte er.
"Nur damit du auf meine nicht vorhandenen Titten schauen kannst?" Fragte ich.
Er sah von ihnen auf in mein Gesicht und grinste.
"Nur weil man es nicht sieht, heißt es nicht, dass es nicht da ist." Meinte er.
"Ich bin mir sicher, dass dein Gehirn trotzdem nicht da ist." Ich streckte meine Zunge leicht raus und sah frech zu ihn hoch.
Er sah auf meine Lippen und als er abgelenkt schien, drückte ich meine Finger in seine Achsel, sofort senkte er den Arm und ich schnappte mir den Becher. Ich wich zurück, bevor er ihn sich wieder holten konnte.
"Du freche kleine Göre." Er machte einen Satz auf mich zu aber ich wich zurück und stand nun auf der anderen Seite des Tisches.
Er täuschte eine Richtung an, ging dann zur anderen und da ich wenden musste, nutzte er diesen kurzen Moment des stehen bleiben und sprang über den Tisch, warf mich mit einem mal über sein Schulter, weshalb ich erschrocken aufschrie, der Mann drehte sich und die Tür wurde geöffnet.
"Lass mich runter! James!" Lachte ich und er ließ mich endlich wieder auf dem Boden runter.
Ich wackelte auf den Beinen und versuchte mein Gleichgewicht wieder zu finden. James hielt mich an den Schultern fest, erst dann bemerkten wir Jack, welcher im Raum stand und innehalten hatte. Er lächelte, nickte und ging wieder. Ich hatte so langsam mein Gleichgewicht wieder und James stellte die Tasse auf dem Tisch ab.
"Alles gut?" Wollte er wissen.
"Mir ist etwas schlecht, aber sonst ist alles in Ordnung." Meinte ich.
Der volltättoowierte sah mich prüfend an und verwunschelte meine Haare. Nachdem ich mich beschwert hatte und versuchte sie wieder ordentlich zu machen, setzten wir uns hin. Wir unterhielten uns und er infomierte sich etwas über das Tattoo was und wieso ich es mir stechen lassen wollte.
"Du magst deine Kindheit oder?" Fragte er.
"Ja. Ich glaube ich würde für immer klein bleiben wollen. Das ganze erwachsen werden, Verantwortung übernehmen, dass will ich irgendwie nicht. Ich fühle mich ins kalte Wasser geworfen, obwohl man mich doch mein Leben lang drauf vorbereitet, doch bis aufs Tattoowieren weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich möchte halt auch keine Enttäuschung sein." Erklärte ich.
"Du wirst dich nie bereit fühlen. Es gibt Menschen, die sind von klein auf Erwachen und dann gibt es Menschen wie dich, die es nie werden wollen. Ich gehörte zu der ersten Sorte von Mensch. Aber die meisten sind glaube die, die einfach dann Erwachsenen werden, wenn sie es müssen und das ohne zu merken, wie schnell sie geistlich gewachsen sind. Ich kenne jede Art und hab mehrere von ihnen getroffen. Glaub mir, dir geht es nicht als einzige so." Er lächelte leicht, was ich erwiederte.
Er machte seine Thermoskanne zu und ich packte sie ein. Jack betrat den Raum und wir gingen raus. Draußen war ein zweiter Wärter, welcher James abnahm. Wir gingen beide in die Mittagspause, wobei es eigentlich keine wirkliche Pause war, da wir momentan nicht arbeiteten. Wir gingen still durch die Gänge. Jack erwähnte nichts wegen vorhin und ich war etwas erleichtet deswegen. Wir waren nur noch wenige Meter von der Tür weg. Mussten nur noch um eine Ecke. Das Gefängnis glich eigentlich fast einem Labyrinth. Vielleicht war das extra so. Ich lief wie immer leicht vorne weg. Das lag vorallem daran, dass er immer so ging, dass er hinter mir lief, zum anderen, dass ich schneller lief als er. Ich hatte seit ich klein war einen zügigen Schritt, ich glaube das lag daran, dass meine Mutter immer mit uns wandern gegangen war und recht zügig unterwegs war. Ich hab es mir wahrscheinlich davon angeeignet. In Gedanken versunken lief ich um die Ecke. Ich war zu sehr abgelenkt um es zu merken. Zumindest um es früher zu merken. Ich war bestimmt sechs Meter gelaufen, dann drehte ich mich verwirrt um und sah zur Ecke.
"Jack?" Fragte ich und lief zurück.
Ich spürte wie mein Herz raste, es machte keinen Spaß, plötzlich schoss Adrenalin durch meine Adern. Meine Schritte beschleunigen sich, aber es blieb da hinten still. Als ich um die Ecke ging, dessen Weg sich wie eine Ewigkeit anfühlte, erstarrte ich. Zwei Häftlinge, einer hatte Jack um Schwitzkasten, welcher schon die Augen verleiherte und knallrot war. Der andere wollte auf mich zugehen, doch ich tat das einzige was ich konnte. Ich ließ Jack bei ihnen und rannte. Ich wollte helfen, ich wollte es. Ich wollte ihn nicht den beiden überlassen, aber was konnte ich schon tun? Ich hörte die Schritte des anderen hinter mir. Ein Wärter kam von einen anderen Gang und stand nun vor dem Ausgang, er wollte nach seiner Pistole greifen doch scheinbar wurde auch er verfolgt und dieser kam jetzt und schlug seine Hand weg ich kam bei ihnen an und wollte um die Ecke rennen, dich der Häftling packte mich und schleuderte mich gegen die Wand der der mich verfolgt hatte, rannte den Wärter um und nahm ihn, wie der andere Jack, in den Schwitzkasten. Ich stand auf wackeligen Beinen, doch der vor mir ließ mich nicht aus den Augen. Als der Wärter bewusstlos war, legte er ihn ab. Der andere kam mit Jack im Schlepptau, welcher bewusstlos über den Boden gezerrt wurde die beiden wurden nebeneinander hingelegt und abgesucht. Alles was nützlich sein könnte, nahmen die Häftlinge an sich.
"Lassen wir die so?" Fragte einer.
"Sie könnten wieder Aufwachen und alarm schlagen." Die anderen beiden schauten denjenigen wissend an und einer von ihnen hockte sich zu ihnen runter und nahm seinen Kopf in die Hände.
"Was? Nein! Ihr könnt sie doch nicht töten!" Schrie ich geschockt und wollte ihn aufhalten.
Der Mann, er war der kleinste von ihnen, aber genauso groß wie ich, zog mich zurück und nahm von einen die Handschellen ab. Er fesselte meine Hände hinter dem Rücken.
"Nicht hinsehen." Meinte er nur.
"Nein, ihr könnt sie nicht töten! Sie haben doch nur ihren Job getan!" Ich versuchte mich zu wehren, doch der Mann zwang mich auf die Knie und drückte mir den Mund zu.
Ich weinte und schrie gegen seine Hand. Wollte in seine Handfläche beisen, damit er sie weg nahm, doch selbst das klappte nicht und dann ertönte nur ein schnelles kurzes knacken und darauf noch einmal es klang ekelig, irgendwie auch etwas nach Knorpel. Ich weinte und schrie weiter gegen seine Hand.
"Pscht, ruhig kleines Mädchen sonst lockst du nur Wärter an." Hauchte der Mann.
Ich schluchzte und er nahm seine Hand von seinen Mund und wischte sie sich ab. Ich wagte es nicht mich umzudrehen. Ich wollte es nicht sehen, aber ich hab nichts getan, ich hab sie sterben lassen, wegen meiner Inkompetenz sind zwei Menschen gestorben. Sie sind Tod!
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Just ask me, little one
AléatoireWenn die Leute mich beschreiben lachen sie und sagen ich sei krank, das etwas in meinen Kopf nicht stimmt. Und wieso? Ich schreibe Geschichten. Geschichten über Folter, Vergewaltigung, Versklavung und Missbrauch von Personen. Aber wer ist gestörter...
