Kapitel 33

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Ich war den restlichen Samstag bei meinen Onkel, auch wenn er auf ein Date war. So war ich nicht bei meinen Eltern, da wollt ich nicht sein. An solchen Tagen verließ mich alles. Die Lustlosigkeit war so groß, dass man wie eine Tode wirkte, wenn man einfach da saß und die Wand anstarrte. Aber das war bei mir normal, nur das es dieses Mal keine Tagträune gab ich schaute einfach mit leerem Kopf zur Wand. Am Abend ging ich, nach dem Abendbrot nach Hause, ich sah meine Eltern nicht und war froh darüber. Im Haus war die Spannung fast zum greifen nah. Ich legte mich nur noch ins Bett und wollte schlafen.

Doch am nächsten Tag war es nicht besser. Wieder saßen wir zum Mittag und wieder aß ich nichts. Wieder schrien sie. Mein Bruder aß in Ruhe, wärend ich Angst hatte mich zu bewegen, falsch zu atmen.

"Ihr merkt es nicht." Mit den Worten stand Nick auf, aber diesesmal ging er nicht wie sonst, sondern kam zu mir.

Er zog mich am Handgelenk zu unseren Zimmern hoch. Aber unsere Eltern hatten ihn nicht gehört. Es störte sie auch nicht, dass wir gegangen waren. Er setzte seine Kopfhörer auf und nahm meine welche er mir ins Ohr steckte. Er schaltete bei uns beiden Musik an und nahm mich einfsch in den Arm, wärend mir Tränen die Wangen hinunterliefen. Nach gut fünf Minuten verließ er das Zimmer. Ich setzte mich aufs Bett und wusste, dass er Ria nachher anrufen würde. Ich saß wieder wie gestern da, nur diesesmal mit Kopfhörer und Musik. So verging auch der Samstag. Ich hatte meine letzte Mahlzeit am Freitag Abend, seit dem hatte ich kein Hungergefühl. Ich glaube das war schon fast krank. Ich wusste es nicht genau. Als es mitten ind er Nacht war, schloss ich mein Handy ans Ladekabel und legte es auf den Nachttisch, dann drehte ich mich mit dem Rücken zur Tür. Ich wusste was kam. Mit meinem Kissen im Arm, schloss ich die Augen, die Tür öffnete sich. Kurz war es still, dann schloss sich die Tür und ich entspannte mich. Ich hasste es, wenn meine Mutter meint, es würde doch was bringen, mit uns zu reden. Auch wenn wir schliefen tat sie es manchmal. Doch immer wurde das Gefühl in der Brust bedrückender und immer schlief ich dann weinend ein.

Am Nächsten Morgen packte ich Kaffe für James ein, ging duschen und zog mich an. Noch immer war kein Hungergefühl da und noch immer hatte ich nichts gegessen, was man an meinen Rippen sah. Vom Schnee war nur noch Matsch übrig, welcher so langsam wieder schmolz. Ich ging zu meinen Onkel, morgen würden wir wieder mit dem Bus fahren müssen. Ich setzte mich mit einem guten Morgen in den Wagen und schnallte mich an. Die Tasche verstaute ich in dem Fußraum. Mein Onkel reichte mir eine Tüte, ich wusste das darin was vom Bäcker war, dazu eine Thermoskanne. Ich nahm sie ohne zu diskutieren entgegen und steckte sie ein.

"Du isst heute mit Ria." Bestimmte er.

Ich nickte. Victor hatte gelernt, dass er mir nicht sagen brauchte, dass alles wieder gut werden würde. In ein paar Tagen war alles wieder normal und die leeren Versprechen Taten meist weh, weil ich schließlich wusste, dass sowas immer wieder passieren kann. Einmal hab ich dadurch fast drei Kilo abgenommen, aber Ria passte seit dem sehr darauf auf, dass ich genug zu mir nahm. Vorallem an Tagen wie diesen. Wir holten sie ab und sie begrüßte uns wie immer. Ich fror, merkte die Gänsehait und das ich zitterte. Am Gefängnis angekommen umarmte ich Ria nach dem Aussteigen, was sie erwiederte. Zusammen gingen wir rein. Jack begrüßte mich, was ich erwiederte, dann gingen wir schweigend zu dem Raum.

Als James Blick auf mir fiel, zog er eine Augenbraue hoch. Ich reichte ihn seinen Kaffee und holte das Tablett raus. Als ich es jedoch anschaltete, seufzte ich. Ich hatte vergessen es aufzuladen.

"Tut mir leid. Wir machen es heute handgedchrieben."

Er war still, schenkte sich auch keinen Kaffee ein.

"Was ist los?" Fragte er.

Ich sah zu ihn, in die kalten, Augen, welche mich musterten.

"Mach dir keine Gedanken." Forderte ich.

"Nein, du wirst mir erzählen was los ist. Sina, du siehst aus, als hättest du das ganze Wochenende nichts gegessen. Ria hat was angesprochen, was sich wie eine Esstörung angehört hatte, also was ist los?" Hakte er schroff nach.

"Nichts ist los, nichts was dich angeht, dass ist normal, es ist absolut alles in Ordnung, mach dir keinen Kopf darüber." Winkte ich schroff ab.

Daraufhin zog er eine Augenbraue nach oben und lehnte sich nach hinten.sah mich eindringlich an, wobei sein Blick sich nur minimal veränderte. Ich sagte nichts, er saß eine halbe Stunde so da uns sah mich ununterbrochen an. Ich merkte, wie ich mich unwohl fühlte und wollte mich verkriechen, wollte, dass er aufhörte, mich so anzusehen.

"Meine Eltern streiten sich momentan und wenn das passiert ist mein Hungergefühl weg. Das passiert öfters. Bevor das Projekt vorbei ist, werde ich wieder mein Normalgewicht erreicht haben." Klärte ich ihn auf.

Sofort war sein Blick anders und er breitete die Arme aus und rutschte mit seinen Stuhl nach hinten. Ich stand auf und lief zu ihn. Als er mich in den Arm nahm und auf seinen Schoß zog, kam ich mir so klein, zerbrechlich und hilflos im Vergleich zu ihn vor. Ein paar Tränen liefen über meine Wange und der volltättoowierte wischte sie weg und hielt mich einfach, strich mir über den Arm und gab mir ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, wie ich es so noch nie gespürt hatte. Ich merkte, wie er mir halt gab und genau in den Moment kehrte mein Hungergefühl zurück, aber ich ignorierte die schmerzhafte Leere in meinem Magen, sie schon seit drei Tagen nur mir etwas zu trinken gefüllt wurde.

Just ask me, little oneGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt